Die Afghanistan Papiere: Gefährlicher Einsatz

27. November 2010 von | 2 Kommentare

Die WAZ-Mediengruppe veröffentlicht hunderte Dokumente zum Afghanistan-Krieg. Daraus wird sichtbar, dass die Lage in Afghanistan seit Jahren schlechter ist, als öffentlich dargestellt.

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Die Lage in Afghanistan ist brisanter als öffentlich bekannt. Wie aus bislang geheim gehaltenen Dokumenten der Bundeswehr zum Krieg in Afghanistan hervorgeht, verschlechtert sich die Sicherheit am Hindukusch kontinuierlich. Von 2007 bis 2012 verdreifachte sich die Zahl der Angriffe auf Angehörige der Koalitionstruppen. Allein innerhalb einer Woche im September 2012 kam es zu über 620 Attacken. Gleichzeitig war die Bundeswehr wegen der andauernden Unruhen und Anschläge im Frühjahr 2012 gezwungen, ihre Operationen vorübergehend auf das „zwingend nötige Maß zu reduzieren“.

Wie aus den Kriegsberichten weiter hervorgeht, nahm die Intensität der Anschläge im Laufe der Zeit zu. Mittlerweile gelingt es Taliban und anderen Aufständischen sogar, Panzerfahrzeuge der Bundeswehr im Norden Afghanistans zu vernichten. Die Lage wird weiter durch so genannte „Grün auf Blau“-, beziehungsweise Insider-Attacken verschärft. Dabei greifen Angehörige verbündeter afghanischer Truppen Soldaten der Nato-Armeen an. Immer wieder gelingt es so Einzeltätern oder bewaffneten Gruppen ISAF-Soldaten zu töten oder zu verletzten. In den Berichten werden diese Insider-Attacken regelmäßig beschrieben.

Dauerhafter Frieden in weiter Ferne
Entsprechend kommt die Bundesregierung in ihrem neuen Afghanistan-Fortschrittsbericht zu der Einschätzung, dass ein dauerhafter Frieden am Hindukusch in weiter Ferne liegt. Trotz Ausbildung von nationaler Armee und Polizei seien die “regierungsfeindlichen Kräfte weiterhin handlungsfähig”, heißt es laut Spiegel in Fortschrittsbericht. Sorge bereiten demnach vor allem die oben beschrieben Innentäter. Nach Angaben des Berichts sind in diesem Jahr bereits 48 Soldaten bei entsprechenden Angriffen getötet worden.

Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch das neue Mandat für die Bundeswehr in Afghanistan beschließen. Bis 2016 sollen jedes Jahr bis zu 430 Millionen Euro nach Kabul fließen, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung und die Regierungsführung zu verbessern. Zudem will sich die Bundesregierung die afghanischen Sicherheitskräfte mitbezahlen. Dies will sie sich in den nächsten Jahren jeweils rund 150 Millionen Euro kosten lassen.

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. #1

    1. Die Lage ist seit langem, mindestens seit…., klar. Sie war seit dem Gegenstand der … im Heer. Es stellt sich somit die verfassungsrechtliche Frage, ob die Bundesregierung den Bundestag ausreichend informiert.

    2. Die Seiten des Recherche-Blogs sprechen von Anonymität. Aber es ist unmöglich, die Funktionalität ohne scripte zu nutzen. Über scripte lassen sich leicht Proxy-IP-Anonymisierungen umgehen. Weder ließen sich so anonym informative Hinweise geben, noch die bereitgestellten Informationen unter Wahrung der Anonymität nutzen. Das ist wenig vertrauenserweckend. Ist das beabsichtigt?

    3. Das gleiche gilt für diese Seite, die zwar über https-Protokoll aufrufbar ist, aber bei Versendung die Verschlüsselung umgeht.
    Ebenfalls wenig vertauenserweckend.

    Anonym am 28. November 2012 um 19:18
  2. #2

    Hallo Herr Anonymus,

    es geht. Der Upload und das Email-Kontakt-Portal ist komplett gesichert und wird auch nicht protokolliert. Weder die IP noch sonst was.

    Sie können den Email-Kontakt auch über Proxy ansteuern.

    https://upload.derwesten-recherche.org/kontakt/

    David Schraven am 29. November 2012 um 22:30

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