Giftsuche im Wohngebiet – und kein Zutritt für die Presse
Das Missgeschick eines Arbeiters soll die PCB-Verseuchung im Gelsenkirchener Sondermüll-Zwischenlager der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) verursacht haben. Dieses Szenario bot AGR-Geschäftsführer Joachim Ronge gestern vor der Presse an. Er glaube an einen Einzelfall. Jemand habe da wohl „etwas danebengekippt“.
Fakt ist: An einem Arbeitsplatz im AGR-Lager war ein PCB-Wert gemessen worden, der 1200fach über dem Grenzwert für Sondermüll liegt. Fegeproben des Landesumweltamtes hatten auch in weiteren Bereichen Verseuchungen nachgewiesen. Daraufhin hatte die Bezirksregierung das Lager stillgelegt. Ab Montag wird auch im angrenzenden Wohnbereich nach dem krebserregenden Gift gesucht.
Regierungspräsident Peter Paziorek (CDU) kündigte eine „transparente Öffentlichkeitsarbeit“ an. Doch wenig später verweigerte er der WAZ den Zutritt zum AGR-Lager. Das Begehren, die vorgeschriebene Sicherheitsschleuse zwischen giftigem und ungiftigem Bereich sehen zu wollen, quittierte Ronge mit der Frage: „Welche Schleuse?“

