Rückschlag für Eon – Alte Kraftwerke müssen vom Netz
Nach dem Willen des NRW-Umweltministeriums muss der Energieversorger Eon seine Kohlekraftwerksblöcke Datteln I bis III sowie Schamrock vom Netz nehmen müssen. Dies wurde Eon nach Informationen dieser Zeitung bei einem Treffen mit Vertretern der Bezirksregierungen Arnsberg und Münster sowie dem Umweltministerium Mitte des Monats eröffnet.
Demnach erklärte das Ministerium im Verlauf des Treffen, ein Widerruf des Verzichts von Eon aus dem Jahr 2006 sei nicht möglich. Damals hatte Eon angekündigt, für die Erlaubnis das neue Dattelner Kohlekraftwerk zu bauen, die alten Anlagen abzuschalten.
Zwischenzeitlich hatte Eon im Streit um den Baustopp für das neue Kraftwerk diese Erklärungen widerrufen. Doch genau das ist nach Ansicht des Ministeriums unzulässig. Eine einmal abgegebene Absichtserklärung könne nicht Jahre später widerrufen werden. Die Genehmigungen für die Kraftwerke Datteln I bis III und für das Kraftwerk Shamrock erlischen am 31. Dezember 2012. Weder das Umweltministerium noch Eon wollten sich zu dem Fall äußern
On der Vergangenheit hatte Eon immer wieder gesagt, das Abschalten der Altanlagen sei ohne gleichzeitige Inbetriebnahme des neuen kraftwerkes in Datteln nicht machbar. Da die Kraftwerke nicht nur zur Strom- sondern auch zur Wärmeversorgung benötigt würden. Zudem sei ein Kraftwerk auch für die Belieferung der Bahn mit Strom unerlässlich.
Nach Angaben aus dem Umweltministerium könne allenfalls ein Weiterbetrieb der Kraftwerke geduldet werden, bis Alternativen für die Versorgung mit Bahnstrom und Fernwärme gefunden würden.
Diese Alternativen könnten beispielsweise schnell durch die Errichtung eines einfachen Umrichters erreicht werden. Ausreichend Strom für die Bahn sei im deutschen Netz vorhanden. Einen speziellen Grund, warum es Eon-Strom sein müsse, gebe es nicht.
Weiter hieß es, in einem Gutachten habe das Ministerium verschiedene Lösungen präsentiert, wie der Ausfall der Fernwärmeleistung kompensiert werden könne. Unter anderem käme der Anschluss an das Fernwärmenetz von der stadtwerkeeigenen Anlagen der Steag in Frage oder an das Fernwärmenetz des Kohlekraftwerke Lünen in Betracht.
Das Wirtschaftsministerium wurde über das absehbare Aus für Datteln 1 bis 3 informiert. Die offiziellen Entscheidungen des Umweltministeriums sollen in den nächsten Wochen durch die Bezirksregierungen der Firma E.on zugestellt werden und damit rechtskräftig werden.

