Bauminister Voigtsberger rät Bröselstein-Opfern zu Rechtsbeistand

30. November 2011 von | 1 Kommentar

Im Bröselstein-Skandal bleibt Haniel hart. Der Konzern, der in den 1980er- und 90er- Jahren hunderte Millionen fehlerhafter Kalksandsteine in Umlauf gebracht hat, sieht sich nicht in der Schadensersatzpflicht. „Wir bewegen uns nicht auf rechtlichem Terrain, sondern auf dem Boden der Kulanz“, sagte ein Sprecher der WAZ.

NRW-Bauminister Harry Voigtsberger (SPD) scheint davon nicht überzeugt. „Für die Betroffenen müssen die geltenden Gesetze zur Produkthaftung greifen“, sagte Voigtsberger der WAZ. Er nehme „das Problem sehr ernst“. Der Minister rät Geschädigten zu rechtlichem Beistand: „Wenn eine Verjährung von berechtigten Forderungen droht, sollten die Betroffenen juristischen Rat einholen.“

Verjährung droht tatsächlich. Gesetzliche Schadensersatzansprüche in der Causa Bröselstein verfallen am 31. Dezember 2011.

Wie berichtet, lösen sich die Risikosteine unter Nässe-Einwirkung auf. Die Firma Xella, die Haniels Kalksandstein-Erbe als Rechtsnachfolger übernommen hat, nannte gestern 382 Häuser, die von Steinfraß befallen seien – zwölf mehr als vergangene Woche. Den Produktionszahlen zufolge könnten Bröselsteine in zehntausenden Objekten stecken.

Der Duisburger  Rechtsanwalt Stefan Kortenkamp, der rund 30 Steinfraß-Opfer vertritt, klagt gegen Haniel und Xella. Er hat auch Strafanzeige wegen schweren Betruges gestellt.

1 Kommentar zu diesem Beitrag

  1. #1

    Hier sollte unsere Landesregierung flugs die Verjährung per Gesetz aufheben.

    Wir sind hier schließlich keine Bananenrepublik, in dem jeder die Gesetze für die Produkthaftung unterläuft und das auch noch mit Hilfe des Gesetzgebers.

    Rainer Schikora am 1. Dezember 2011 um 09:58

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