Stasi Special: Von Spionen und Profiteuren im Ruhrgebiet

22. Mai 2012 von | 6 Kommentare

Unser Stasi-Special für derwesten.de

Unser Stasi-Special für derwesten.de

Die vergangenen Monate über haben wir im Ressort Recherche der WAZ-Mediengruppe andauernd an einem Online-Special zur Arbeit der Stasi im Ruhrgebiet gearbeitet. Die Sache lag mir ziemlich am Herzen. Ich wollte wissen, wie und wo sich die DDR hier bei uns im Pott breit gemacht hat. Mir lag was daran, die Art der Arbeit zu sehen, mit der dieser Unrechtsstaat versucht hat, sich im Westen auszubreiten. Das langwierige Projekt habe ich mit Studenten der Uni Dortmund durchgezogen, die meinen Kurs für Recherche-Journalismus besucht haben. Das sind Florian Riesewieck, Martin Meuthen, Stephan Mündges, Janis Brinkmann und Daniel Otto. Sie haben sehr viel Arbeit in das Projekt gesteckt, mehr als normale Studenten in irgendeine Studienarbeit stecken würden. Dafür danke ich den Jungs sehr.

Das gute Stück fertig gemacht haben dann Leute bei uns: Daniel Drepper, Sola Hülsewig, Pascal Szewczyk, Philip Jocks, Karsten Hoffmann, Lene-Lotte Burckhard, Christian Ruhnau, Vincent Burmeister und Dirk Bauer. Es war eine Monsterarbeit. Auch ihnen allen ein dickes Dankeschön. Es hat Spaß gemacht. Insgesamt haben wir mehr als ein Jahr an der Nummer rumgebastelt und rumrecherchiert. Ich danke allen, die mitgeholfen haben, diese Kuh fliegen zu lassen und nicht einfach aufgegeben haben.

Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir haben eine Geschichte gefunden über Waffenhandel mit anschließender Erpressung via Bochum. Wir haben eine Story über die Karriere eines ehemals kommunistischen Typen, der sich zum Kapitalisten, aka Banker, gemausert hat. Wir haben die Vita eines Spions in der Krupp-Führungsmannschaft. Und wir haben zudem das System der Ausbeutung aufgedröselt, mit dem die Stasi-kontrollierten Parteifirmen Schmiermittel von Westfirmen abgezogen haben, um die Existenz ihrer Diktatur zu verlängern. Tja, und dann haben wir noch was über Munitionsgeschäfte von Dynamit-Nobel in den letzten Tagen der DDR herausgefunden.

Das Online-Special erscheint gemeinsam mit der Thüringer Zeitungsgruppe, die ebenfalls zum WAZ-Medienhaus gehört.

Ich freue mich, wenn nun Leute auch die Kiste lesen würden, die wir da zusammengeschnürt haben. Vielleicht interessieren sich noch mehr Leute für die Stasi im Westen.

Und ja, etliche Geschichten sind zu lang und zu kompliziert. Besser als zu kurz und zu ungenau. :-)

Hier geht es los: stasi.derwesten.de

Was soll ich sonst noch sagen: Unser nächste Online-Special wird besser. Garantiert. Wir werden aus den Fehlern lernen, die wir jetzt beim Stasi-Projekt gemacht haben.

Unser erstes Online-Special lief übrigens zum Envio-Skandal in Dortmund. Das kann man sich hier ansehen. Envio.derwesten.de Dort war der maßgebliche Autor Klaus Brandt. Auch aus diesem Projekt haben wir jetzt schon einiges gelernt. Ich hoffe, die Lernkurve geht weiter nach oben.

6 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. #1

    [...] Stasi Special: Von Spionen und Profiteuren im Ruhrgebiet (WAZ Rechercheblog ) – Über das neue DerWesten/WAZ-Recherche-Onlinespecial über die Stasi in NRW. [...]

    Links anne Ruhr (23.05.2012) » Pottblog am 23. Mai 2012 um 04:48
  2. #2

    ach je, ach je, der unrechtsstaat. naja, wenigstens nicht diktatur. im übrigen: der unrechtsstaat brd bzw. die diktatur des kapitals existiert noch heute und erzeugt täglich tausende namenlose opfer.

    kabale am 23. Mai 2012 um 09:30
  3. #3

    Das Wort “Unrechtsstaat” ist nicht wissenschaftlich fundiert und sollte in seriösen Studien nicht verwendet werden.

    Transporter am 23. Mai 2012 um 12:58
  4. #4

    Die DDR war genau das. Ein Staat in dem das Unrecht herrschte.

    David Schraven am 23. Mai 2012 um 19:31
  5. #5

    Die grafische Darstellung und die Ausführlichkeit dieser Information über die Arbeit der Stasi im Westen ist eine gelungene Arbeit. Das Lob für die dort genannten Personen ist natürlich berechtigt, es fehlt aber leider der Hinweis, dass, bevor Ihre Mitarbeiter etwas in Händen halten, eine Institution tätig werden muss, ohne die gar nichts hätte veröffentlicht werden können: die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU). Und dort hat auch über ein Dutzend von Mitarbeitern dafür gearbeitet: nämlich Recherchen durchgeführt, Akten hin- und hertransportiert, diese ausgewertet (d. h. tausende von Seiten gelesen), kopiert, unbeteiligte Personen und nicht zum Thema betreffendes gem. Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG) anonymisiert , wieder kopiert etc. Bis Sie dann das in Händen halten, was man jetzt hier im Internet lesen kann.
    Also auch für die Mitarbeiter der BStU war es eine Monsterabeit und auch die hätten mal ein dickes Lob verdient.

    Markus am 26. Dezember 2012 um 18:05
  6. #6

    VORSICHT!

    Ehemalige Stasi Spitzel weiterhin im öffentlichem Dienst beschäftigt,
    wie z.B. die XXXX geborene
    Gabriele S. (IM Elise),
    die immer noch bei der LUA Dresden,
    Landesuntersuchungsanstalt Dresden,
    Jägerstr. 8-10,
    01099 Dresden/Sachsen
    beschäftigt ist!

    Nicht nur bei Google.de sind die Beweise seit Jahren präsent

    (…) (Kommntarlinks entfernt wegen presserechtlicher Bedenken)

    Stasiaufklärung Dresden am 3. Januar 2013 um 01:29

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