Der Kampf um Quatliam

4. November 2012 von | 6 Kommentare

Der abgeschnittene Golfzug im Kampf südlich von Quatliam

Der abgeschnittene Golfzug im Kampf südlich von Quatliam

Wir haben über alles mögliche diskutiert, über die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Guttenberg – aber nicht darüber, was in Afghanistan wirklich passiert.

Der Angriff der Bundeswehr auf das afghanische Dorf Quatliam beginnt im Morgengrauen des 31. Oktober 2010. Gut 300 Fallschirmjäger aus Seedorf sitzen auf der Höhe 432 von ihren gepanzerten Fahrzeugen ab. Sie marschieren in loser Reihe vor. In Ihrer rechten Flanke afghanische Truppen, die linke Flanke sichern amerikanische Gebirgsjäger. Die Deutschen sind bereit zu kämpfen, bereit zu töten. Über ihren Köpfen donnern F16 Kampfjets. Apache-Hubschrauber kreisen. Schützenpanzer decken den Rücken. Die Fallschirmjäger aus Seedorf marschieren gegen Aufständische, gegen Taliban. Keine Friedensmission. Es herrscht Krieg.

Der Angriff der Fallschirmjäger des Bataillons 313 markiert eine Wende. Einen Neuanfang. Dies ist die erste Offensive in der Geschichte der Bundeswehr. Ihr Ziel: ein Gebiet zu erobern – von feindlichen Truppen „zu befreien“, wie es in den Dokumenten heißt. In Deutschland hat von der Schlacht bis heute kaum jemand etwas mitbekommen. Wurde über Quatliam berichtet, war meist nur von einem tagelangen Gefecht am Ort die Rede. Nicht von der ersten Schlacht unter Kommando der Bundeswehr. Die Operation hatte den afghanischen Namen „Halmazag“ – zu deutsch Operation „Blitz“. Aus Interviews mit beteiligten Soldaten und Offizieren versuchen wir eine Rekonstruktion der Ereignisse.

Oberstleutnant Christian von Blumröder befehligt als Kommandeur der Task-Force Kunduz den Angriff. Er erinnert sich: „Wir wollten zunächst nur das Dorf Quatliam dauerhaft unter Kontrolle bringen und langfristig die Taliban aus der Tiefebene von Chahar Darreh vertreiben.“ Die Operation wurde über Wochen vorbereitet, von Anfang an in enger Kooperation mit der afghanischen Armee. Deren Kommandanten sind in alle Phasen der Planung dabei.

Späher hatten erfahren, dass im Dorf Quatliam die Unterstützung der Taliban nicht so hoch war, wie in anderen Orten der Ebene. Deswegen soll dort der Angriff ansetzen. Der Plan ist im Prinzip einfach: Afghanische Polizei, unterstützt von Amerikanern, sollen die östliche und deutsche Schützenpanzer die westliche Flanke des Angriffs absichern. Dann sollen die Deutschen, Seite an Seite mit einer Einheit der afghanischen Armee, von Norden kommen. Von Süden aus sollen übergelaufene afghanische Milizen zusammen mit schwerem Gerät der Amerikaner den Sack zu machen. Wenn sich diese Schlinge von allen Seiten zuzieht, wird das den Aufständischen die Lust zum Kampf nehmen, hoffen die Planer. Den harten Kern des Vormarsches bilden die Fallschirmjäger des Bataillons 313 aus Seedorf.

Der Schlachtplan der Operation "Halmazag" - zu deutsch: Operation "Blitz"

Der Schlachtplan der Operation "Halmazag" - zu deutsch: Operation "Blitz"

Ein guter Plan. Nur gibt es fast sofort Widerstand. Ernst Kröger*, 30 Jahre alt, läuft ganz vorne. Er ist Oberfeldwebel im so genannten Golf-Zug – der Speerspitze des Angriffs. Er hört Kalashnikovs. Kugeln fliegen über die Köpfe seiner Männer. Ein Schützenpanzer Marder fährt auf eine Sprengfalle. Eine gewaltige Detonation. Trotzdem war Anspannung nur am Anfang zu spüren, erinnert sich Kröger. „Wir wussten ja wo wir reingehen. Aber eigentlich waren wir froh, endlich mal offensiv zu werden und Räume zurückgewinnen, die uns zuvor genommen wurden. Wir dachten: ‚Jetzt bewegen wir etwas’, wir können unser Handwerk ausüben, in dem wir jahrelang geschult und trainiert wurden.“ Wenige Monate zuvor mussten Fallschirmjäger aus Krögers Seedorfer Nachbarbataillon ein schweres Gefecht mit vielen Verwundeten und auch Toten durchstehen. Sie wurden auf einer Patrouille angegriffen.

Drohnen der Bundeswehr überwachen die Lage. „Bis 14:00 Uhr hatten unsere Soldaten alle geplanten Angriffsziele erreicht“, berichtet von Blumröder. Das Dorf Quatliam ist erobert. Kurz danach beobachten Späher, wie sich Aufständische in der Umgebung sammeln. Sie planen den Gegenangriff. Erneut peitschen Schüsse durch das Dorf. Der Kampf beginnt.

Der Golf-Zug von Oberfeldwebel Kröger wird in einem Bewässerungsgraben am Südrand von Quatliam vom Rest der Truppe abgeschnitten. „Als wir an dem Dorf vorbei sind, wurden wir direkt angeschossen. Wir sind in Stellung gegangen und blieben fünf Tage genau dort.“

Die Fallschirmjäger pressen sich in Bewässerungsgräben, verstecken sich zwischen Büschen. Sie feuern. Der Feind ist nur wenige dutzend Meter entfernt. Nachschub kann nicht heran. „Wir konnten die ersten Tage unsere Schützengräben nicht verlassen. So massiv sind die Aufständischen gegen uns vorgegangen. Wir mussten mit dem auskommen, was wir dabei hatten.“

Die Taliban schießen aus Häusern, aus Gärten, aus Gräben. Wie viele es sind, weiß niemand genau. Vielleicht fünfzig Mann, vielleicht einhundert. Vielleicht mehr, vielleicht weniger. Irgendwann wird die Munition knapp. Jeder Soldat hat weit über tausend Schuss auf seine Feinde abgefeuert. Jetzt dürfen die Deutschen nur noch mit Erlaubnis ihrer Offiziere schießen. Die eiserne Reserve muss halten, bis Nachschub durchkommt.

Als der Gegenangriff beginnt, steht der Hauptgefreite Ben Jungmann, 21, mitten im Dorf. „Die Taliban haben mit allem geschossen, was sie hatten. Mit Maschinengewehren, mit Mörsern, mit Panzerfäusten. Bislang hatten die Taliban gehofft, dass sie uns Deutsche vertreiben können, wenn sie nur heftig genug schießen. Wir waren aber entschlossen zu bleiben. Egal was passiert.“ Die Taliban kämpfen hart. Doch die Fallschirmjäger halten die Stellung. Kein Rückzug.

„Nachdem wir sie erstmal zurückgeschlagen hatten, kam irgendwann die Nacht“, erinnert sich Ben Jungmann. „Wir konnten essen und uns ausruhen.“ Die Aufständischen kämpfen nicht gerne in der Nacht. Sie wissen, dass Nachtsichtgeräte die Deutschen in der Nacht unbesiegbar machen.

„Am nächsten Morgen ging es weiter. Eine halbe Stunde nach dem ersten Ruf des Muezzin“, sagt Jungmann. „Die Taliban krochen an unsere Positionen heran. Dann schossen sie.“ Die Aufständischen wollten Märtyrer werden. Im Dorf schlagen ihre Schüsse in die Lehmwände der Bauernhäuser. Die Deutschen brechen sich Scharten und feuern zurück. Es gibt keine Ruhe. „Wir waren erschöpft“, erinnert sich Jungmann.

Oberfeldwebel Ernst Kröger sagt: „Die Hit-and-Run-Technik der Aufständischen war schon sehr gut.“ Sie robben heran, schießen, suchen Schwachstellen, ziehen sich zurück, greifen neu an. Über den ganzen Tag verteilt. Oberfeldwebel Kröger: „Die haben auch gegen die Russen gekämpft. Die haben jahrelange Erfahrung.“ Sein Golf–Zug wird jetzt in die Zange genommen. „Die Aufständischen wollten in unsere Flanken kommen“. Erst ein Marder-Schützenpanzer kann den Angriff stoppen. Die Amerikaner werfen Bomben.

Kommandeur Christian von Blumröder und sein Partner von der afghanischen Regierungsarmee, Major W., rufen unterdessen die Dorfältesten zu einer Versammlung im Schutz der Moschee von Quatliam zusammen. Sie setzen sich auf einem großen Teppich. Das Feuer aus den Kalashnikovs der Aufständischen ist draußen vor dem Dorf zu hören. Major W. und von Blumröder erklären ihren Plan. Das Dorf soll an das Stromnetz angeschlossen werden. Außerdem soll die Hauptstraße geteert werden. Wenn das Dorf nur unter die Kontrolle der Kabuler Karzai-Regierung zurückkehrt. Die Entscheidung ist recht einfach: Fernsehen oder Taliban-Herrschaft. Die Ältesten sind für den Einsatz des Bundeswehr. Sie stimmen sogar dem Bau eines befestigten Feldpostens zu.

Nur die Taliban sind dagegen. Sie beschießen die Deutschen jetzt mit Mörsern. Pioniere werden fast getroffen, als sie den Feldposten aufbauen. „Wenn eine Mörsergranate kommt, hörst Du den Abschuss nicht, du hörst nur den Einschlag. Du weiß nie‚ jetzt haben die abgeschossen und da kommt gleich was’“, erinnert sich Ben Jungmann. Einer seiner Nebenleute hat Glück. „Der Kamerad hatte seinen Helm auf und ein Schuss hat seine Helmbefestigung abgerissen. Das waren Millimeter. Wenn man dann in Deckung runtergeht, den Helm abnimmt, dann sagt man nicht viel. Nur: ‚oh’ und setzt das Ding schnell wieder auf“.

Gleichzeitig starten die Taliban im Norden der Front einen Entlastungsangriff auf die Nachschublinie der Deutschen. „Die Aufständischen sind sehr gut organisiert“, sagt Kommandeur von Blumröder. Ben Jungmann sagt: „Wir haben gesehen, wie ein paar Aufständische in einem Busch lagen. Sie haben uns mit Panzerfäusten und Kalaschnikow beschossen. Ein Kamerad hat deswegen Unterstützung angefordert.“

Zur Vorschau des Comics. Die Operation "Halmazag"

Zusammen mit Vncent Burmeister habe ich eine grafische Reportage zum Afghanistan-Krieg gemacht. In ihr beschreiben wir unter anderem den Kampf um Quatliam. Hier geht es zur Leseprobe.

Die Hilfe kommt aus Kunduz. Die Schwere Artillerie, die Panzerhaubitze 2000 feuert von dort – über mehrere Kilometer hinweg. Die Granaten detonieren nicht am Boden, sondern ein dutzend Meter hoch in der Luft. Damit die Splitter mehr Wirkung zeigen. „Das Treffergebiet sieht nach dem Schuss aus wie eine Wüste“, sagt Jungmann. „Danach ist Ruhe. Diese Ruhe nach dem Knall ist schön, wenn vorher geschossen wurde.“

Oberfeldweber Kröger sagt: „Ein wahnsinniger Knall. Wenn das Ding über den Kopf hinweg fliegt, hofft man, dass die Koordinaten stimmen und die Granate auch dort explodiert, wo sie soll.“ Die Splitter fliegen bis zu 500 Meter weit. Über 16 Mal schießt die Panzerhaubitze 2000 in der Operation „Blitz“.

Vor zehn Jahren, vor dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, dachte kaum jemand in Deutschland daran, dass die Bundeswehr jemals aktiv Krieg führen würde. Die Rede war von Friedensmissionen, vom Schutz der Bevölkerung, von Schulen, die gebaut werden müssen, und von Brunnen.

Niemand dachte an Offensiven, an Vormärsche, an Schlachten und erobertes Gebiet. Der Bruch in der Geschichte der Bundeswehr passierte in Afghanistan. Aus der Bürgerarmee der Wehrpflichtigen wurde innerhalb von zehn Jahren ein Berufsheer. Imstande, Krieg in der Steppe Zentralasiens zu führen. Die deutsche Öffentlichkeit hat wenig darüber diskutiert, was unser Militär macht. Wir haben stattdessen geredet: über die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und einen Bombenabwurf auf Tanklaster in Kunduz.

Der Kampf um Quatliam dauert vier Tage. Dann kommen endlich die übergelaufenen afghanische Milizen zusammen mit amerikanischen Truppen aus dem Süden und ziehen den Sack zu, so wie sie es versprochen hatten. Die Taliban verschwinden, bevor sie eingekesselt werden. Sie nehmen ihre Gewehre und die Sprengzünder ihrer Bomben und ziehen ab – bis zum nächsten Kampf. Die deutschen Fallschirmjäger bleiben zunächst in ihren Stellungen und sichern das Dorf. Die Operation wird offiziell am 15. November 2010 abgeschlossen.

Kommandeur Christian von Blumröder berichtet, einige Aufständische seien von afghanischen Polizisten unter Burkhas gefasst worden, als sie fliehen wollten. Der Hauptgefreite Jungmann sagt: „Am Morgen nach dem Kampf, hatte ich ein irres Gefühl. Der Feind war weg. Einfach abgehauen. Für mich war das Frieden.“ Oberfeldwebel Kröger sagt: Als die Taliban Quatliam beherrschten, habe es keine Hilfe von außen gegeben. Nach den Gefechten aber wird die Wirtschaft in der Ebene angekurbelt. Quatliam bekommt Strom. Kröger: „Ich glaube die Bevölkerung war froh, wie es ausgegangen ist.“

Die Toten des Kampfes hat niemand so genau gezählt. In den Berichten ist die Rede von nur einigen wenigen toten Taliban. Die Deutschen hatten keine Verluste. Gefangene haben die Fallschirmjäger auch nicht gemacht. Das dürfen sie nicht, aufgrund der internationalen Abkommen. Gefangene machen nur die Afghanen.

Nach der Schlacht kam Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in die Gegend. Er besuchte die Truppe. Er sprach von „kriegsähnlichen Zuständen“. Von “Krieg” redet bis heute niemand in der Bundesregierung.

* Namen der Soldaten sind geändert. Kommandeure treten unter ihrem Klarnamen auf.

Die grafische Reportage zum Afghanistan-Krieg von mir und Vincent Burmeister ist im Carlsen-Verlag unter dem Titel “Kriegszeiten” erschienen.

6 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. #1

    […] Der Kampf um Quatliam (WAZ Rechercheblog) – David Schraven über die größte Schlacht der Bundeswehr seit ihrer Gründung, die in Afghanistan stattgefunden hat und über die kaum jemand berichtete. Zusammen mit Vincent Burgmeister hat er eine graphische Reportage namens "Kriegszeiten" veröffentlicht (mehr in Kürze dazu im Pottblog). […]

    Links anne Ruhr (05.11.2012) » Pottblog am 5. November 2012 um 06:24
  2. #2

    […] Debatte: Der Kampf um Quatliam…WAZ Recherche […]

    Der Ruhrpilot | Ruhrbarone am 5. November 2012 um 09:30
  3. #3

    Sehr geehrter Herr Schraven,

    wer hat eigentlich Ihre Reise(n?) nach Afghanistan finanziert?
    (Flug, Unterkunft, Verpflegung, Reisekosten in Afghanistan etc.)

    Haben Sie eigentlich mal an einem Seminar der Bundeswehr für Journalisten teilgenommen?

    Wenn ja, wann, wie oft und zu welchen Themen?

    (http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/!ut/p/c4/NYzNCsIwEITfKJsgKHqrFEEE9ab1UtJ2DVuaHzZJvfjwJgdnYA7zDQMvKHZ6JaMTeacXeEI30mH4iMGuRgTGGFFEtOQ0Y__OyP3sM5cpxYQOHvVhQjF6h6lmKROVNKyTZxE8p6WSzFyIoAk6qdqjVPIv9d3umkt738vN-Xq6QbC2-QEOFICh/)

    68er am 5. November 2012 um 11:31
  4. #4

    Herr 68er

    zu a) die WAZ (bis auf das Zeltbett und das Kantinenessen in Afghanistan)

    zu b) nein, nie.

    Spannend finde ich, dass Sie sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigen und nicht damit, was wirklich ist. Aber so kommt es wohl, dass nicht über den Sinn oder Unsinn des Krieges oder gar die Umwandlung in eine Berufsarmee in Deutschland debattiert wird, sondern über Doktorarbeiten.

    David Schraven am 5. November 2012 um 11:51
  5. #5

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Wenn Sie die Propagandaabteilung der Bundeswehr, die erhebliche Haushaltsmittel verschlingt und über die Berufsgenossenschaften auch noch cofinanziert wird, für etwas Nebensächliches halten, brauchen wir auch nicht mehr über Herrn Steinbrück und die Stadtwerke diskutieren.

    Sie haben recht, wenn Sie sich darüber wundern, dass in Deutschland lieber über die Doktorarbeit von Herrn Guttenberg als über die Abschaffung der Wehrpflicht diskutiert wird. Ich habe mich an beiden Diskussionen beteiligt, weil ich das Konzept von Herrn Guttenberg als eine Gefahr für die BRD sehe. Eigentlich hätte schon beim “Köhlerskandal” die Diskussion über die Zukunft der BW geführt werden müssen, aber die Reaktionen auf das Köhlerinterview hat die Verantwortlichen in Nato und BW wohl dazu veranlasst, lieber einen stillen Umbau vorzunehmen. Dass dies auf den Rücken der Soldaten geschehen ist, sehe ich auch.

    Ganz persönlich bin ich der Meinung, dass Comics über Kriege höchst problematisch sind, da sie meist das, was ihn ausmacht, das Töten, das Leid der Menschen, ihre psychischen Schäden, aber vor allem auch die dreckigen Auswüchse wie Folter, Abu Ghraib, etc. ausblenden und allzuschnell in das Fahrwasser von Lanzer-Heftchen geraten. Soweit ich mir Ihre Vorschau anschaue, wird bei Ihnen auch recht viel und breit gegrinst, es macht BOOOM und es ist clean, man sieht Feuer und finstere Gestalten einen scheinbarl logischen Schlachtplan. Man sieht nicht die Langeweile der Soldaten, das Heimweh, die Sorge der Ehefrauen und Kinder, den Horror der Posttraumatischen Belastungsstörungen….

    68er am 5. November 2012 um 12:39
  6. #6

    Lieber 68er.

    Einmal: Klar, ist die Reportage über die erste Offensive der Bundeswehr kriegerisch. Weil es ein Bericht aus dem Krieg ist. Das besondere daran: Das ist echt und kein Spiel. Und wir Deutsche haben diesen Krieg beauftragt. Deswegen muss man diesen Krieg auch möglichst genau beschreiben, und nicht weichspülen, damit Leser begreifen, um was es geht. Es geht in der Geschichte nicht um Heimweh – sondern um Kampf. Ich finde irre, wie dieser Kampf hingenommen wird in Deutschland.

    Zweimal: Die grafische Reportage hat 120 Seiten. Da geht es genau um die Leute, die den Krieg erlebt haben, es geht um die Verschleierung der Schießereien, um die falschen Wörter, um Betrug und Märchenstunden.

    Es geht sicher nicht um Bäng, Boom, Peng, etc…

    Die Leseprobe beschreibt lediglich einen Teil der Geschichte. Und das ist die Geschichte des Kampfes, den es eben auch gibt. Wenn Ihnen das nicht gefällt, OK.

    David Schraven am 5. November 2012 um 13:24

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