Die Afghanistan Papiere: Wir sind online

27. November 2012 von | 9 Kommentare

Die Afghanistan Papiere sind online. Tausende geheime Seiten über einen Krieg, den die deutschen Soldaten nicht mehr gewinnen können. Unser Video gibt eine Einführung in das Projekt.

-> zu den Afghanistan Papieren

Was soll das?
Über den Krieg in Afghanistan wird in der Öffentlichkeit nicht immer wahrheitsgetreu gesprochen. Das wollen wir ändern und die Faktenbasis der Debatte vergrößern. Wir veröffentlichen die sogenannten “Unterrichtungen des Parlamentes”. Die sind “VS – nur für den Dienstgebrauch” gestempelt. Wir finden aber, die Öffentlichkeit sollte über den Krieg in Afghanistan umfassend informiert werden. -> Die Erklärung

Gefährlicher Einsatz
Die Lage in Afghanistan ist brisanter als öffentlich dargestellt. Wie aus den Afghanistan Papieren hervorgeht, verschlechtert sich die Sicherheit am Hindukusch kontinuierlich. Von 2007 bis 2012 verdreifachte sich die Zahl der Angriffe auf die Koalitionstruppen. Allein in einer Woche im September 2012 kam es zu über 620 Attacken. Am Mittwoch will die Bundesregierung das neue Mandat für Afghanistan beschließen. -> Das Wichtigste

Das verfehlte Ziel
Der Afghanistan-Krieg der Bundeswehr war zu Beginn ein Kampf um ein hohes Ziel. Bundesaußenminister Joschka Fischer gab es vor: „Es geht darum, eine Weltordnung zu schaffen, die Zonen der Ordnungslosigkeit nicht mehr zulässt.“ Ein demokratischer Rechtsstaat sollte am Hindukusch entstehen. Dieses Ziel ist verfehlt, stattdessen lässt sich die Bundeswehr mit mutmaßlichen Kriegsverbrechern ein. Es geht nur noch um einen funktionierenden Rückzug. -> Das Hintergrund-Stück

Zeit für eine Diskussion
Jahrelang wurde der deutschen Öffentlichkeit der Krieg in Afghanistan als Friedensmission verkauft. Dabei riskieren deutsche Soldaten ihr Leben für einen korrupten Staat. Spitzenpolitiker haben es vernachlässigt, über die zukünftige Rolle der Bundeswehr offen zu sprechen. Mit der Sprachlosigkeit muss Schluss sein. -> Der Kommentar

Die wichtigsten Stories
Einige der aus unserer Sicht wichtigsten Stories zum Krieg haben wir hier verlinkt. -> Die Stories

Die ergiebigsten Quellen
Von offiziellen Webseiten über wissenschaftliche Analysen bis hin zu Soldatenblogs gibt es hier die ergiebigsten Quellen. -> Die Quellen

Die besten Bücher
Über Afghanistan sind zahlreiche Bücher erschienen. Hier die aus unserer Sicht besten. -> Die Bücher

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Die Afghanistan Papiere wurden uns zugespielt; sie liegen teilweise nur in schlechter Qualität vor – deswegen brauchen wir ihre Hilfe. Bearbeiten Sie die Berichte, geben Sie Hinweise, diskutieren Sie die Afghanistan Papiere. Wir bleiben am Thema dran und freuen uns über Ihre Mithilfe. Haben Sie Informationen oder Dokumente zum Krieg in Afghanistan? Mailen Sie uns an recherche@waz.de, rufen Sie uns an oder nutzen Sie unseren verschlüsselten, anonymen Upload.

9 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. #1

    gut wäre, noch ein crowdsourcing-projekt anzustoßen: auf was hin sollen die berichte untersucht werden?

    mit diesen leitfragen könnte unser cognitive surplus genutzt werden, wie von Guardian bei „Investigate your MP’s Expenses“ oder diesen sternentdeckungs-projekten.

    martin lindner am 27. November 2012 um 20:40
  2. #2

    […] Die Afghanistan Papiere: Wir sind online (WAZ Rechercheblog) – Die Recherche-Abteilung der WAZ-Mediengruppe veröffentlicht Verschlusssachen ("nur für den Dienstgebrauch", die "Unterrichtungen des Parlamentes" über den Kriegseinsatz in Afghanistan der nicht Krieg genannt werden soll. […]

    Links anne Ruhr (28.11.2012) » Pottblog am 28. November 2012 um 06:10
  3. #3

    […] saßen,  Gefahren verschwiegen und die Erfolgsaussichten übertrieben haben. Mehr nebenan bei WAZ-Recherche. sr_adspace_id = 1000007954907; sr_adspace_width = 300; sr_adspace_height = 250; […]

    WAZ-Recherche: Geleakte Dokumente zum Afghanistan-Einsatz | Ruhrbarone am 28. November 2012 um 07:53
  4. #4

    […] WAZ Recherche, 27.11.2012 […]

    Umleitung – Presseschau vom 28.11.2012 » xtranews - das Newsportal aus Duisburg » Duisburg, Presseschau, Umleitung am 28. November 2012 um 11:54
  5. #5

    Das sind Grundlagendokumente für die Information des Parlaments. Wer jetzt behauptet diese Dokumente wären “Tausende geheime Seiten über einen Krieg, den die deutschen Soldaten nicht mehr gewinnen können”, der ist entweder des Lesens nicht mächtig (denn genau das Gegenteil – eine mehr und mehr stabilisierte Lage in Afghanistan – wird dadurch offenbar) oder aber er schreibt ganz bewusst die Unwahrheit. Man könnte es auch “Lüge” nennen, aber offenbar hat man sich in den deutschen Medien ja darauf geeinigt, dass es eher dem Mainstream entspricht, wenn man ISAF – entgegen der Lageentwicklung vor Ort und bar jeder Sachkenntnis – in den deutschen Medien für gescheitert erklärt.

    Das lustige ist jetzt natürlich, dass jetzt jeder selbst lesen kann was von deutschen Medien primär mit freundlichem Desinteresse behandelt wurde.
    Die Effekthascherei hier kann man aber – angesichts der Unwahrheiten mit denen hier Meinungen gemacht werden – als völlig unprofessionell und völlig jenseits des Pressekodex des deutschen Presserates. Aber wir sehen ja: Wahrhaftigkeit ist überflüssig und Sorgfalt unnötig, denn die Recherche macht man – wie hier – einfach gar nicht mehr selbst, sondern stellt einfach etwas ins Netz und kommentiert es unzutreffend.

    Irritierter Leser am 28. November 2012 um 14:10
  6. #6

    Ich habe ein Dutzend Seiten gelesen, Das muss eine Gruppe lesen beziehungsweise Weise teilen, Es ist generell gut sowas. Ob da was neues rauskommen wird sich zeigen. Die Spreu vom Weizen muss man trennen. Bei heißen Sachen muss gern Name genannt werden ich habe keine Angst. Bis später danke.

    Jürgen Kamprath am 28. November 2012 um 16:17
  7. #7

    […] Find this story at 27 November 2012 […]

    Die Afghanistan Papiere: Wir sind online | Nieuwsblog Buro Jansen & Jansen am 30. November 2012 um 13:01
  8. #8

    […] zu stellen. Aktuelles Beispiel, in dem die Leserschaft bewusst zur Mithilfe aufgerufen ist: tausend geheime Dokumente zum Afghanistan-Krieg, teils in schlechter Qualität; das Prinzip Wikileaks trifft journalistische Expertise trifft […]

    Zwischen Senden und Mitmachen – wie deutsche Medien online ihre Nutzer ansprechen | torial Blog am 20. Dezember 2012 um 15:13
  9. #9

    Man kann die Papiere NICHT mehr einsehen. Schade. Trotzdem DANKE für Eure gute Arbeit.

    Christoph Ernst am 22. Juli 2013 um 19:11

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