Breaking Stories: US-Subventionen, Steuersünder und der perfekte Terrorist

3. Dezember 2012 von | Keine Kommentare

#1 New York Times: United States of Subsidies

Die New York Times hat zehn Monate lang die Subventionsprogramme hunderter Städte, Bezirke und Staaten zusammengetragen, die dafür sorgen sollten, dass Jobs geschaffen werden. Daraus ist eine große Geschichte entstanden und – noch stärker – eine NewsApp, in der jeder für seine Stadt und seinen Staat nachschauen kann, welche Firmen wieviel Subventionen für was bekommen haben. Allein 48 Großunternehmen haben laut NYT seit 2007 jeweils über 100 Millionen Dollar Subventionen bekommen.

#2 BBC Panorama: Im Paradies der Steuersünder

Ein Investigativ-Team bestehend aus BBC UK, Guardian newspaper und dem International Consortium of Investigative Journalists in Washington, hat mithilfe von versteckten Film-Aufnahmen die florierende Industrie der Steuerhinterziehung aufgedeckt.

#3 Der Spiegel: Die Kreuzfahrt-Lüge

Markus Grill beschreibt für den Spiegel vom 15. Oktober (erst jetzt online), wie ein einzelner Pharma-Lobbyist offenbar ein Jahrzehnt lang die ganze Branche ausgetrickst und seinem Konzern Sanofis mehr als 200 Millionen Euro Gewinn erschwindelt hat. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft: Sehr spezielle Geschäfte.

#4 Süddeutsche Zeitung: Hintergründe zum Fall Mollath

Gustl Mollath saß sieben Jahre in der Psychatrie. Weil es die Hypo-Vereinsbank so wollte? Der Ankläger wurde zum Angeklagten. Die SZ listet die wichtigsten Punkte der vergangenen elf Jahre auf.

#5 Stern: Der FDP-Staatssekretär und die FAZ

Hans-Martin Tillack berichtet darüber, wie ein FDP-Staatssekretär aus dem Entwicklungsministerium für die FAZ auf Anzeigensuche geht. Die Beilage, für die der Staatssekretär Geld einwarb, war ein sogenanntes Advertorial, kritische Fragen vermieden die ausgelagerten Produzenten.

#6 The Day It Rained Forever: Crowdfunding im Ruhrgebiet

The Day It Rained Forever” ist ein “NeoNoir-SciFi-Thriller”, der im Ruhrgebiet spielt. Im Jahr 2053, es regnet 24 Stunden am Tag, es gibt kaum noch Jugendliche. Das Projekt muss noch finanziert werden, über Kickstarter. Es ist eine Mischung aus Film, bewegtem Comic-Streifen, Graphic Novel, eBook und Audio-Drama. Die ersten Ausschnitte lassen ein spannendes Ding erwarten.

#7 The World Justice Project: Visualisierung Rechtsstaatlichkeit

Wie fair und gut sind die Gesetze auf der Welt gemacht, befolgt und umgesetzt? Das “World Justice Project” hat verschiedene Faktoren für Rechtsstaatlichkeit aufgestellt und massig Daten gesammelt. Die Webseite zeigt Visualisierungen und Hintergründe.

#8 PBS Frontline: The perfect terrorist

David Headley ist einer der Verantwortlichen für das Mumbai-Attentat von 2008 bei dem 164 Menschen starben. PBS Frontline hat das Leben von Headley interaktiv auseinandergenommen. Warum ist Headley zum Terroristen geworden? Die Geschichte hat einen Haupt-Erzählstrang und zahlreiche weitere Features mit Zusatz-Informationen. Ein gutes Beispiel für multimediales Storytelling.

#9 Herald Tribune: Nicht für den Dienst geeignet

Der Herald Tribune aus Sarasota, Florida untersucht in einer wahnsinnig ausführlichen Arbeit, wie gut die lokalen Polizisten ihre Arbeit machen. Beziehungsweise wie schlecht. Neben einer neuntägien Serie im Print hat der Herald Tribune eine Datenbank erstellt, in der jeder Officer verzeichnet ist, der jemals in Florida Dienst geschoben hat. Dort ist für jeden Polizisten verzeichnet, ob gegen ihn Beschwerden vorlagen, interne Untersuchungen, vielleicht sogar Strafprozesse und wie diese geendet haben. Außerdem hat der Herald Tribune zahlreiche Einzelfälle aufgelistet. Das Ergebnis: Die Polizei von Florida sollte besser überwacht werden.

#10 Benno Müchler: Äthiopiens Schmerz

Benno Müchler berichtet als freier Journalist auf deutsch und englisch aus Äthiopien und Somalia. Seine Geschichten veröffentlicht er auch in seinem persönlichen Blog, auf deutsch und auf englisch. Aktuell hat der befreundete Kollege ein Stück über die Massaker an den Anuak und Landgrabbing veröffentlicht.

#11 Bell, Shirky, Anderson: Post-Industrieller Journalismus

Die drei Professoren Emily Bell, Clay Shirky und C.W. Anderson haben für die Columbia Journalism School in New York City aufgeschrieben, wo es hingeht. Wer sich für Journalismus interessiert, muss den Aufsatz lesen. Hier gibts das 120-Seiten-PDF, hier eine deutsche Kurzfassung.

——

In unserer Rubrik Breaking Stories weisen wir gemeinsam auf gute Geschichten und Recherchen aus anderen Zeitungen und Medien hin. Die Auswahl ist völlig willkürlich und durch nichts objektiv belegt. Wenn Ihr Tipps für Links habt, schickt sie uns zu: recherche (at) waz.de

Beitrag kommentieren

Hinweis: Diese Tags kannst du im Kommentarfeld benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>