Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt: Hinter der Fassade des Wunderheilers

27. April 2013 von | 29 Kommentare

Wunder-Doc Müller-Wohlfahrt ist im Fernsehen auch für blutende Nasen zur Stelle – hier bei Mario Götze vergangene Woche gegen Kasachstan. Foto: Getty

Die Medien feiern ihn als erfolgreichen Wunderheiler, als den Arzt, dem die Promis vertrauen. Bastian Schweinsteiger, Usain Bolt und Bono gehören zu seinen Kunden: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist der wohl bekannteste Sportarzt der Welt. Seit 1977 betreut er den FC Bayern München, seit 1995 die Fußball-Nationalmannschaft. Bei 18 der 23 Bayern-Meistertitel war er Mannschaftsarzt. Doch schaut man hinter die Fassade, stumpft der Glanz ab: Müller-Wohlfahrts Weg begleiten wirtschaftliche Fehlschläge. Zwei Firmen, die Müller-Wohlfahrts Namen tragen, sind bilanziell überschuldet. Nach Recherchen der WAZ-Mediengruppe ist Müller-Wohlfahrt mit seiner Praxis im Alten Hof in München nur Mieter. Die pompösen Räume und Geräte mietet Müller-Wohlfahrt von Fußball-Mäzen Dietmar Hopp.

[von Daniel Drepper und Jonathan Sachse]

Ende April 2007 gründen Müller-Wohlfahrt, damals schon 64 Jahre alt, und Dietmar Hopp gemeinsam die MW Orthopedic Centre GmbH. Müller-Wohlfahrt scheint im Rentenalter noch einmal richtig durchstarten zu wollen, ist mit 44,5 Prozent größter Teilhaber der neuen Gesellschaft, Hopp erwirbt über eine seiner Firmen 25 Prozent der Einlagen. Einen kleinen Anteil hält neben anderen auch Müller-Wohlfahrts Sohn Kilian. “Diese Klinik hat das Potenzial, neue Standards zu setzen”, schreibt Milliardär Hopp zur Gründung und investiert angeblich zehn Millionen Euro in das MW Zentrum für Orthopädie und Sportmedizin am Alten Hof in München. Das berichten damals verschiedene Medien. Weder Hopp noch Müller-Wohlfahrt wollen die Summe auf Nachfrage bestätigen.

Auszug Handelsregister: Gesellschaftervertrag der MW Orthopedic Centre GmbH. Bei der Einrichtung hielten Müller-Wohlfahrt und sein Sohn Kilian noch über die Hälfte der Stammeinlage. / zum vergrößern bitte anklicken

800 Promis zur Eröffnung: Ferres, Stoiber, van Almsick
Die Praxis an einer der besten Adressen der Stadt fällt jedenfalls extravagant aus: Weitläufige Räume und Flure, viel Holz und helle Farben, dazu reichlich Platz für Bilder und Skulpturen, etwa von Müller-Wohlfahrts Frau Karen. Die Praxis soll beeindrucken. Das Design stammt vom Londoner Star-Architekten David Chipperfield. Zur Einweihung im Mai 2008 kommen 800 prominente Gäste, darunter Jürgen Klinsmann, Oliver Bierhoff, Franz Beckenbauer, Veronika Ferres, Edmund Stoiber, Franziska van Almsick, Uli Hoeneß und die halbe Bayern-Mannschaft inklusive Anhang. Der Promi-Arzt und seine Promi-Praxis: ein gesellschaftlicher Pflichttermin nicht nur für München High-Society. Es glänzt und glitzert, die Medien berichten. Müller-Wohlfahrt ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen.

Müller-Wohlfahrt mit seiner Frau Karen, die auch in den neuen Prtaxisräumen ausstellen darf. Foto: Getty

Doch es geht schnell bergab: Die MW Orthopedic Centre GmbH macht von Beginn an Verlust. Schon in den ersten Monaten verliert die Gesellschaft mehr als 200.000 Euro. Im Jahr 2008, die Praxis nimmt im Mai ihren Betrieb auf, steigt der Fehlbetrag auf rund 2,2 Millionen Euro. In den beiden folgenden Jahren kommen noch einmal 1,4 und 1,2 Millionen Euro Verlust hinzu. Die Verbindlichkeiten lagen Ende 2010 bei rund acht Millionen Euro. Nach der letzten verfügbaren Bilanz ist die Firma mit fast zwei Millionen Euro bilanziell überschuldet.

Müller-Wohlfahrt ist nur Mieter
Am 20. April 2010 übernimmt schließlich Dietmar Hopps Privatfirma DH Capital GmbH & Co KG die Anteile von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und allen anderen Teilhabern. Hopp gehören jetzt 100 Prozent der MW Orthopedic Centre GmbH, die nun MWOC GmbH heißt. Die Firma des Milliardärs trägt alle Schulden. Wie erst jetzt bekannt wird, ist der berühmteste Sportarzt der Welt nur Mieter der Praxisräume, für die er mit seinem Namen steht. Sie gehören zur Firmenwelt von Dietmar Hopp.

“Wenn sich etwas wirtschaftlich anders als gedacht entwickelt, dann muss man das ändern”, sagt Christof Hettich in einem Telefonat mit der WAZ-Mediengruppe. Der Wirtschaftsanwalt führt nach eigener Aussage zahlreiche Geschäfte für Dietmar Hopp und meldet sich auf eine Anfrage an den Milliardär. “Wir haben die Teilbereiche auseinander genommen, um das Ganze ökonomisch auf neue Füße zu stellen.” Müller-Wohlfahrt kümmere sich um die Betreuung der Patienten, Hopps Firma um die Finanzen. Als alleiniger Gesellschafter ist Hopp zuständig für die Vermietung der Räume, das Management und die Geräte.

Einen Jahresabschluss hat die MWOC GmbH zuletzt für das Jahr 2010 veröffentlicht. Wie sich die Firma in den vergangenen Monaten entwickelt hat wollten weder Dietmar Hopp noch Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beantworten.

Dietmar Hopp gründete in den Siebziger Jahren die Software-Firma SAP, verdiente mit dem Verkauf von Aktien angeblich vier Milliarden Euro und investiert sein Geld heute in Medizinfirmen und den Sport. Hopp ist Mäzen der TSG Hoffenheim, hat den Club nach eigener Aussage mit mehr als 240 Millionen Euro von der Kreis- in die Bundesliga geführt.

Der zweite Problemfall: formula Müller-Wohlfahrt
Die Promi-Praxis am Alten Hof ist nicht der einzige finanzielle Fehlschlag, der mit dem Namen Müller-Wohlfahrt verknüpft ist. Sein zweiter Problemfall beginnt bereits 1998. Damals wird die formula Müller-Wohlfahrt Health & Fitness AG gegründet. Zum Start beteiligen sich zahlreiche Promis. Wie immer, wenn es um Müller-Wohlfahrt geht, ist auch Franz Beckenbauer dabei. Dem Wochenmagazin “Focus” zufolge hat Müller-Wohlfahrt auch privates Geld in die Aktiengesellschaft investiert. Die Firma verkauft unter seinem Namen Pillen, Salben und Sprays. Müller-Wohlfahrt ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Beste Verbindungen: Müller-Wohlfahrt mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Foto: Getty

Mit großen Ambitionen gestartet bekommt die formula Müller-Wohlfahrt offenbar schon wenig später große finanzielle Probleme. Laut Focus bricht der Umsatz ein, muss jeder dritte Mitarbeiter gehen. Alle Firmenwagen und das Büro im Münchner Stadtteil Bogenhausen seien verkauft worden. “Wir mussten in allen Bereichen die betriebswirtschaftliche Notbremse ziehen”, sagte der damalige Vorstandsvorsitzende Franz von Auersperg 2003 gegenüber Focus Money. Zudem mussten laut Focus Aktionäre wie Franz Beckenbauer oder Ex-EM-TV-Chef Florian Haffa Geld nachschießen, 450.000 Euro habe der Vorstandsvorsitzende gesammelt. Ohne diese Maßnahmen, so Auersperg im Focus, hätte die Firma damals Insolvenz anmelden müssen.

Franz von Auersperg ist wegen eines Herzinfarktes nicht mehr Vorstandsvorsitzender der formula Müller-Wohlfahrt. Auf eine schriftliche Anfrage wollte sich von Auersperg nicht äußern. Telefonisch teilt er mit, dass er mit den Geschäften von Müller-Wohlfahrt nichts mehr zu tun habe, der Bericht des Focus damals habe “teilweise gestimmt”. Müller-Wohlfahrt selbst und von Auerspergs Nachfolger sowie weitere Gremienmitglieder der formula Müller-Wohlfahrt haben auf Fragen der WAZ-Mediengruppe zur Wirtschaftlichkeit nicht geantwortet.

Mit fast 800.000 Euro bilanziell überschuldet

Soweit Sanierungsmaßnahmen ergriffen wurden, haben diese die formula Müller-Wohlfahrt jedenfalls nicht aus den Miesen geführt: Seit Jahren schleppt die Firma einen Verlust von zwei Millionen Euro mit sich herum. In den vergangenen Jahren hat sie weitere Verluste angehäuft. Die aktuellste Bilanz stammt aus dem Jahr 2011, damals war die formula Müller-Wohlfahrt Health & Fitness AG mit fast 800.000 Euro bilanziell überschuldet. Lediglich mit Hilfe eines langfristigen Lizenzvertrages konnte die Pleite bislang abgewendet werden. Was für ein Lizenzvertrag dies war und wie es heute finanziell um die Firma steht wollten weder die Geschäftsführung noch die Aufsichtsratsmitglieder um den Vorsitzenden Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beantworten.

Das ehemalige "Who is Who" der MW Group AG, einer weiteren Firma mit Müller-Wohlfahrts Namen. Von links nach rechts: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Dietmar Hopp, Franco Renzo, Berthold Wipfler, Franz Beckenbauer, Dr. Peter Görlich, Marcus Höfl. / Screenshot

In Gremien von Firmen, die Müller-Wohlfahrts Namen tragen, sitzen unter anderem Franz Beckenbauer und der bekannte Sportmanager Marcus Höfl, der Mann von Ski-Olympiasiegerin Maria Riesch. Beide wollten auf die Fragen der WAZ-Mediengruppe nicht antworten. “Herr Beckenbauer äußert sich generell weder zu eigenen geschäftlichen Engagements und erst recht nicht zu geschäftlichen Engagements Dritter öffentlich”, schreibt eine Assistentin.

Keine Antworten, aber Anwalt droht mit Strafanzeige
Keine der 17 in Geschäfte mit Müller-Wohlfahrt involvierten Personen, welche die WAZ-Mediengruppe kontaktiert hat, beantwortete schriftlich gestellte Fragen zu ihren geschäftlichen Engagements. Im Auftrag von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Dietmar Hopp drohte stattdessen der bekannte Medienanwalt Christian Schertz mit rechtlichen Schritten. Für eine unwahre Berichterstattung über Müller-Wohlfahrt drohte Schertz gar mit einer Strafanzeige. Nur zu wenigen der zahlreichen Fragen wurde für Müller-Wohlfahrt inhaltlich Stellung genommen, eine Veröffentlichung der Antworten aber gleichzeitig anwaltlich untersagt.

——
Wir bleiben dran und recherchieren weiter zu Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, zu Dietmar Hopp und zu geschäftlichen Verbindungen im Fußball. Aber auch zu Müller-Wohlfahrts Arbeit als Sportmediziner. Haben Sie Informationen oder Hinweise? Hier können Sie uns eine Mail schicken. Gerne können Sie uns auch anonym benachrichtigen, über unsere verschlüsselte Upload-Plattform. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

29 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. #1

    […] Müller-Wohlfahrt habe ich gemeinsam mit Daniel Drepper geschrieben. Die komplette Story gibt es im Rechercheblog der WAZ. Wir bleiben dran und recherchieren weiter zu Müller-Wohlfahrt, zu Dietmar Hopp und zu […]

    Unsere Recherche zum Wunder-Doc | Jonathan Sachse am 28. April 2013 um 14:52
  2. #2

    […] Müller-Wohlfahrt habe ich gemeinsam mit Jonathan Sachse geschrieben, die komplette Story gibt es im Rechercheblog der WAZ. Wir bleiben dran und recherchieren weiter zu Müller-Wohlfahrt, zu Dietmar Hopp und zu […]

    Hinter der Fassade von Bayern-Doc Müller-WohlfahrtDaniel Drepper | Daniel Drepper am 28. April 2013 um 14:52
  3. #3

    Es ist immer wieder erschreckend, wie sehr die Propagandamaschinerie gegen die Bayern arbeiten, nur um ein falsches Licht auf die Erfolge und eine unglaubliche Saison fällt.
    Nach jedem Borussia-Rekord, den die Münchener einstellen, meinen die WAZ-Hofberichterstatter etwas neues finden zu müssen. Was seid ihr ein peinlicher Haufen.
    Vielleicht sollte man die WAZ umstrukturieren und das Projekt ZeuS die ganze Arbeit machen lassen, dann kommt wenigstens nicht so eine dumme Scheiße dabei heraus!

    Herr Wunderlich am 29. April 2013 um 06:45
  4. #4

    Herr Wunderlich, vielen Dank für Ihre *hust* differnzierte Kritik.

    Die Recherche hat nichts, aber auch gar nichts mit Borussia Dortmund zu tun. Jonathan Sachse und ich sind keine Fußball- geschweige denn Borussia-Fans. Und Anweisungen von oben gab’s auch nicht (Stichwort Propagandamaschine).

    Werfen Sie doch hier mal einen Blick vorbei: fussballdoping.de

    Ansonsten alles Gute. Und nicht zu sehr in Verschwörungstheorien verrennen, vernebelt zu sehr die Sicht auf die Realität ;)

    Daniel Drepper am 29. April 2013 um 09:48
  5. #5

    Ich verstehe den Hintergrund ihrer Recherche nicht. Sie haben aufgedeckt, dass Müller-Wohlfahrt wohl einige finanzielle Missgeschicke in seiner Berufslaufbahn begangen hat und leider mit einigen Geschäftsmodellen gescheitert ist. Hierbei hat er sich aber wohl moralisch, wie juristisch, ziemlich einwandfrei verhalten. Ihre Recherche scheint aber doch sehr auf die Diffamierung eines Mannes zu zielen, der so viel für den deutschen Sport und die Sportwissenschaft getan hat. Ich beglückwünsche sie zu ihren grandiosen Aufdeckungen, die einzig und allein dazu dienen MW etwas Dreck an die Weste zu schmieren und kaum eine andere Erkenntnis geliefert hat.

    Volker Racho am 29. April 2013 um 10:37
  6. #6

    Unserer Ansicht nach ist es wichtig, über solche Hintergründe zu berichten – besonders weil Müller-Wohlfahrt so stark in der Öffentlichkeit steht und so zahlreiche Verbindungen im deutschen und im weltweiten Sport hat. Die wirtschaftlichen Hintergründe der bekanntesten deutschen Sport-Praxis sind definitiv relevant und wert, beschrieben zu werden.

    Daniel Drepper am 30. April 2013 um 00:13
  7. #7

    Es ist nicht alles Gold, was glänzt, Dieser weise Spruch passt hier wohl wie die Faust aufs Auge. Medizinisch Top, Privat Flop…

    Semih Akalin am 2. Mai 2013 um 11:18
  8. #8

    Hm, ich kann Volker Racho nur zustimmen. Ich kann nicht erkennen, welchen berechtigten Vorwurf Sie hier jemandem machen wollen. Okay, wirtschaftlich hat der Herr Dr. wohl nicht so viel Know-how wie auf medizinischem Gebiet. Obwohl ich zweiteres nicht beurteilen kann. Wo aber ist das Problem? Wer leidet darunter außer ein paar Herren, die ohnehin nicht zu wissen scheinen, wohin mit der ganzen Kohle? Wieso hat der Herr Dr. Verbindungen zum Sport? Profifußball hat schon lange nichts mehr mit Sport im herkömmlichen Sinne zu tun. Es ist halt ein gigantisches Geschäft.
    Nach dem ich nun – neugierig gemacht durch einen ebenfalls inhaltlich schwachen Beitrag zu einen Thema mit dem ich mich persönlich sehr gut auskenne (http://www.danieldrepper.de/sport-inside-elitarer-balanceakt/) – schauen wollte, ob Sie auf anderen Gebieten mehr drauf haben, muss ich leider feststellen: war wohl wieder nix. Schade.

    KJS-Schüler am 2. Mai 2013 um 16:40
  9. #9

    […] Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt: Hinter der Fassade des Wunderheilers Die Medien feiern ihn als erfolgreichen Wunderheiler, als den Arzt, dem die Promis vertrauen. Bastian Schweinsteiger, Usain Bolt und Bono gehören zu seinen Kunden: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist der wohl bekannteste Sportarzt der Welt. Seit 1977 betreut er den FC Bayern München, seit 1995 die Fußball-Nationalmannschaft. Bei 18 der 23 Bayern-Meistertitel war er Mannschaftsarzt. Doch schaut man hinter die Fassade, stumpft der Glanz ab: Müller-Wohlfahrts Weg begleiten wirtschaftliche Fehlschläge. Zwei Firmen, die Müller-Wohlfahrts Namen tragen, sind bilanziell überschuldet. Nach Recherchen der WAZ-Mediengruppe ist Müller-Wohlfahrt mit seiner Praxis im Alten Hof in München nur noch Mieter. Die pompösen Räume und Geräte mietet Müller-Wohlfahrt von Fußball-Mäzen Dietmar Hopp. Quelle: WAZ Rechercheblog […]

    Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website am 3. Mai 2013 um 08:16
  10. #10

    Warum sollten Journalisten nicht im Umfeld eines FC Bayern recherchieren, der nur so große werden konnte, weil er mit viel Geld anderen Vereinen die besten Spieler abwerben konnte ?

    Was ist mit einer Arztpraxis los, deren Einnahmen, weil privat, nicht die Ausgaben decken kann und von reichen Freunden immer wieder gerettet werden muss ?
    Was steckt hinter diesem System ? Steuervorteile ?

    Die WAZ-Journalisten sollten nicht nur, sie müssen an diesem Thema dran bleiben, auch im Interesse der Patienten.

    Karola Schramm am 3. Mai 2013 um 13:51
  11. #11

    Wenn denn aufgedeckt würde, was denn Verwerfliches hinter dem System steckt, dann wäre es sicher eine Meldung wert. Aber so? Hier wird nur suggeriert: Der Herr Dr. hat wohl vielleicht Dreck am Stecken? Ohne Belege ist das aber nur lauwarme Luft.

    KJS-Schüler am 3. Mai 2013 um 15:25
  12. #12

    Nichts gegen den Artikel aber das man mit Formulierungen wie „Hinter der Fassade des Wunderheilers“ derart dick aufträgt und dann erschreckend wenig inhaltliches abliefert ist schon befremdlich. Das ganze erinnert irgendwie an die Methoden der Yellow Press mit ihren albernen Cover Sprüchen.

    Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren hier soll Müller-Wohlfahrt gezielt mit Dreck beworfen werden, also gräbt man ein paar lauwarme Geschichten aus und stachelt die Leser zur weiteren medialen Hatz auf. Ob als nächstes ein „Eheaus“ zwischen „Hans-Wilhelm und seiner Karen“ droht?

    Uli am 3. Mai 2013 um 16:01
  13. #13

    Eine Erwähnung wert sollte auch die Placebo-Affäre des Bayern München aus dem Jahr 2006 sein. Hierbei vertrieb die Firma Neosina mit falschen Angaben vertriebene Produkte. Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untehielt einen Beratervertrag mit dem Unternehmen und machte ordentlich Werbung für das völlig überteuerte Placebo-Präparat.
    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2006/erste6980.html
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/nahrungsmittelzusaetze-placebo-affaere-bei-bayern-muenchen-a-405270.html

    David am 3. Mai 2013 um 23:51
  14. #14

    Herr Wunderlich, wo bitte sehen Sie eine Propadandamaschine gegen die Bayern arbeiten? Wenn ein Verein in D-Land eine Propagandamaschine hinter sich weiß, dann nur und ausschließlich die Bayern. Die Bild-Zeitung ist dabei nur die Speerspitze. Just in dem Moment als Würstchen-Ullis Steuer-Affäre ans Licht kam, wurde der Götze-Transfer öffentlich. Und von wem? Bild! Was macht die FAZ? Die suggeriert, dass Hoeness ja ‚nur ein armer Steuerhinterzieher‘ ist. Ist er nicht, er ist ein Krimineller. Und der Herr Müller-Wohlfahrt hat ist halt finanziell nicht mit so einem goldenen Händchen gesegnet, wie auf dem OP-Tisch. Klingt banal, muss aber raus.

    Christoph am 6. Mai 2013 um 10:04
  15. #15

    Sehr geehrte Herren,

    nach der Durchsicht Ihres Artikels kommen bei mir einige Fragen auf, die ich der Übersicht halber kurz zusammenfassen möchte:

    1. Welchen Nachrichtenwert soll der Bericht denn überhaupt haben? Der wohl erfolgreichste und namhafteste Sportarzt der Welt ist als Geschäftsmann nicht so gut wie als Mediziner – und jetzt?

    2. Hätten Sie gründlich recherchiert, wäre Ihnen aufgefallen, dass sowohl Herr Hopp als auch Dr. Müller-Wohlfahrt von Beginn an lediglich Mieter der Praxisräume gewesen sind. Warum schreiben Sie dann, dass Dr. Müller-Wohlfahrt aufgrund der finanziellen Lage „nur noch Mieter“ sei? Steckt da Ihrerseits eventuell Absicht dahinter?

    3. Herr Hopp hat mit seiner unternehmerischen Tätigkeit abertausende Arbeitsplätze geschaffen, hunderte von Millionen Euro gespendet und mehrere Milliarden Euro Steuern direkt an den deutschen Staat überwiesen. Solche Männer sorgen indirekt und direkt für den Wohlstand unseres Landes. Was wollen Sie eigentlich diesem Mann unterstellen? Wo genau liegt eigentlich Ihr Mehrwert für die Gesellschaft?

    4. Dr. Müller-Wohlfahrt hat mit seiner unzweifelhaften Tätigkeit für unzählige Erfolge deutscher sowie internationaler Sportler gesorgt. Er ist nicht nur unter Medizinern ein hoch angesehener Mann. Wo liegt denn eigentlich das Problem, wenn er daneben mal eine finazielle Fehlentscheidung getroffen haben sollte? Ist es eventuell eine Mischung aus Sensationslust, Neid und Schadenfreude?

    5. Mit welchem Recht denunzieren Sie völlig faktenfrei diese beiden Männer und rufen zu anonymen Hinweisen gegen selbige auf? Für wen oder was halten Sie beide sich eigentlich?

    Aus meiner Sicht ist Ihr Bericht inhaltlich äusserst dünn und gleichzeitig anmassend bis denunzierend – ein Nachrichtenwert ist nicht erkennbar und der Ihrerseits krampfhaft gesuchte Skandal liegt ganz offensichtlich nicht vor. Vielleicht arbeiten Sie sich zukünftig an echten Skandalen ab oder versuchen sich einfach mal mit einer eigenen Leistung anstelle von falschen Behauptungen zu profilieren.

    Dr. Franz Berger am 6. Mai 2013 um 11:52
  16. #16

    Sehr geehrter Hr. Drepper,

    vielen Dank für Ihre mutigen Recherchen.
    Interessant im Zusammenhang mit Müller-Wohlfarth sind auch seine Methoden der Actovegin-Injektionen bei Spielern von Bayern München.
    http://www.zeit.de/sport/2012-08/meyer-dfb-schmerzmittel-actovegin/seite-2
    Wie kann es sein, dass eine intramuskuläre Gabe in Deutschland nicht auf der Dopingliste steht, in Frankreich oder auch in den USA jedoch?
    siehe: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1296473/

    Was sagt die UEFA oder FIFA hierzu? Dies würde doch eine ungleiche Behandlung bedeuten?

    Mit freundlichen Grüssen

    F.Roth

    F.Roth am 6. Mai 2013 um 18:23
  17. #17

    @F.Roth und @David: Danke für die Hinweise, die Hintergründe sind uns natürlich bekannt. Die Recherche geht weiter. Falls Sie noch Hinweise haben, immer gerne.

    @Dr. Franz Berger: Wir denunzieren nicht, schon lange nicht faktenfrei. Ganz im Gegenteil: Wir halten uns streng an die Fakten und berichten über das, was uns relevant erscheint. Nicht mehr, aber ganz sicher auch nicht weniger.

    Daniel Drepper am 6. Mai 2013 um 23:04
  18. #18

    @Daniel Drepper: Warum beweist aber der gesamte Artikel oben das Gegenteil?

    KJS-Schüler am 7. Mai 2013 um 00:03
  19. #19

    Es sind nur Fakten drin und uns erscheint es relevant :)

    Daniel Drepper am 7. Mai 2013 um 07:46
  20. #20

    Okay, demnach sind auch Wasserstandsmeldungen investigativer Journalismus.

    KJS-Schüler am 7. Mai 2013 um 15:01
  21. #21

    @Daniel Drepper

    Bitte beantworten Sie mir zumindest die Fragen nach dem eigentlichen Nachrichtenwert Ihres Artikels sowie nach dem angeblichen „Fehlverhalten“ der Herren Hopp und Müller-Wohlfahrt.

    Ist es nicht vielmehr richtig, dass beide von Beginn an lediglich Mieter der Räume gewesen sind?

    Dr. Franz Berger am 7. Mai 2013 um 16:20
  22. #22

    @F. Roth

    Wie ist denn Ihre medizinische Beurteilung zur Behandlung mit Actovegin-Injektionen und inwiefern empfinden Sie diese Therapieform als interessant?

    Dr. Franz Berger am 7. Mai 2013 um 16:26
  23. #23

    […] einen Text über wirtschaftliche Fehlschläge von Müller-Wohlfahrt veröffentlicht, der auch im WAZ Rechercheblog veröffentlicht wurde. 23 Mai 2013 | Kategorie: Doping & Korruption, Fußball, Sport, Sportpolitik | […]

    Müller-Wohlfahrt: Der Arzt, dem die Fußballstars vertrauen | Jonathan Sachse am 23. Mai 2013 um 16:18
  24. #24

    […] haben in den vergangenen Monaten zu Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt recherchiert. Neben unserer Recherche zu Müller-Wohlfahrts geschäftlichen Aktivitäten haben wir auch zu medizinischen Geschichten recherchiert. Die Recherche findet sich in voller […]

    Müller-Wohlfahrt: zwischen Medizin und GeschäftDaniel Drepper | Daniel Drepper am 23. Mai 2013 um 16:21
  25. #25

    Ich habe eigentlich nach MW gesucht, weil ich einem Arbeitskollegen mit einer Leistungssportlerin als Tochter einen fähigen Mediziner versucht habe rauszusuchen.

    Jetzt stellt sich mir, nachdem der Titel tatsächlich irgendwelche dunklen Machenschaften hinter einer Fassade suggeriert, die Frage – was ausser dem Umstand dass offenbar der Software-Milliardär Dietmar Hopp die Arbeit des Herrn Dr. Müller-Wohlfarth mit einem niedrigen Millionenbetrag ertragsunabhängig sponsort findet denn hinter der Fassade statt ? Ist es verwerflich, wenn ein Milliardär einem Mediziner der wirtschaftlich offenbar nicht wirklich talentiert ist quasi Geld schenkt, damit dieser seine Arbeit weiterführt, auch wenn er damit eigentlich nicht genug Geld für den Miet- und Geräteaufwand verdient ?

    Ich sehe hier keinen „Geschädigten“ ausser Dietmar Hopp – der übrigens persönlich gerne von den aufgeklärten, extrem investigativ interessierten „Fans“ gewisser Fussballvereine permanent, sinn- und moralfrei für seine Sponsortätigkeit im Sport persönlich attackiert wird, ohne dass dies z.B. von der WAZ mal plakativ thematisiert würde. Der Herr Hopp kann diesen einstelligen Millionenbetrag offenbar irgendwie verschmerzen, weiss der Teufel wie er das geschafft hat.

    Und jetzt ? Welche geheimen Abgründe gedenkt man mit anonymen Hinweisen jetzt aufzuklären ? Eine Illuminatenverschwörung mit Herrn Hopp an der Spitze, mit dem Ziel die Welt durch die Tätigkeit eines einzelnen Knochen-, Weichteil- und Alternativdoktors in den Abgrund zu stürzen, von München-Bogenhausen aus ?

    Dr. Dre am 28. Juni 2013 um 19:05
  26. #26

    Lesen Sie doch auch noch unsere anderen beiden Stücke zum Thema, wenn Sie der Tochter Ihres Kollegen einen fundierten Rat geben wollen:

    https://www.derwesten-recherche.org/2013/05/muller-wohlfahrt-der-arzt-dem-die-fusballstars-vertrauen-zu-recht/

    https://www.derwesten-recherche.org/2013/06/muller-wohlfahrt-die-bayern-und-das-geschaft-mit-den-mittelchen/

    Daniel Drepper am 4. Juli 2013 um 11:56
  27. #27

    Also ich finde allein dadurch, dass der Herr Hopp ständig einspringt und quasi auch sein Mäzen ist, ist das schon sehr starke Wettbewerbsverzerrung.
    Es werden andere Mediziner aus dem Wettbewerb verdrängt, weil Hopp dem MW ne riesige Praxis kauft und durch die berüchtigten Marketingspezialisten des FC Bayern als der Supermediziner dargestellt wird. Ganz klar, wäre er kein guter Mediziner, würde der FCB ihn nicht wollen.
    Eigentlich finde ich das alles auch nicht sonderlich schlimm was der MW macht bzw. gemacht hat, aber es ist trotzdem eine super Sache, dass sich Journalisten dazu bereit erklären einen deutschen Star-Mediziner unter die Lupe zu nehmen und damit zu zeigen dass dieser eben doch nich so sauber ist wie er dargestellt wird.

    Marc am 2. August 2013 um 10:51
  28. #28

    Wunderheiler?
    Aus medizinischer Sicht ist MW sicherlich kein Wunderheiler. Aussagen, dass seine Hände den Körper besser spüren wie MRT oder Ultraschall sind ja teilweise lachhaft. Wer kann den sagen, ob seine Methoden besser sind als andere, wenn ein Vergelich nie stattgefunden? Er hat einen riesigen Vorteil, dass er von seinem Öffentlichkeitsimage schon vorab anders behandelt wird. Es gibt unzählicge Beispiele die zeigen, dass Ärzte durch Laien bzw. Patienten kaum realistisch eingeschätzt werden können. Für den patienten ist es extrem wichtig, dass er sich sicher und gut aufgehoben fühlt. Das macht schon 40%-igen Erfolg aus (Placebo-Effekt). Wer weiss aber schon, ob hinter der behandlung auch wirklich was spezielles dahinter steckt? Die von ihm genannten Methoden sind naturwissenschaftlichen teilweise nicht nachvollziehbar.
    Zudem sind alle Ärzte verdächtig, die wundersame Sache vollbringen. So etwas gab es nur im Mittelalter oder bei den berühmten philippinischen Heilern.
    MW ist wahrscheinlich ein fähiger Arzt, aber sicherlich kein Wunderheiler, da man niemals seine Methoden bzw. Behandlungserfolge wissenschaftlich überprüfen konnte. Er versteht es perfekt sich optimal zu präsentieren. Schon alleine seine Visage mit über 70 Jahren spricht ja für eine ordentliche Portion Narzissmus, wie typisch für Wunderheiler…

    Paul Zabka am 30. Oktober 2013 um 17:03
  29. #29

    […] der Schweiz zu investieren versprach und mit Renditen zwischen 17% und 50% lockte. Dass ihr Gatte durchschnittlich 1,5 Million pro Jahr in seiner zeitgleich gegründeten Klinik versenkte, steht gewiss in keinem Zusammenhang zu ihrer […]

    Kehrwoche! Bitte jeder vor der eigenen Tür am 22. März 2014 um 02:08

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