Hygiene in der Charité: Küsschen rechts, Küsschen links mit Keimträgern

18. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

Nicht immer sauber: Eine Recherche offenbart Hygienemängel in der Berliner Charité.

Wie gehen Krankenhäuser mit gefährlichen Keimen und Hygiene um? Nicht immer sauber. Das offenbart eine verdeckte Recherche in der Berliner Charité, Europas größter Universitätsklinik. Die Charité beherbergt das Nationale Referenzzentrum zur Überwachung von Krankenhausinfektionen; hier steht die Wiege der „Aktion Saubere Hände“. Doch auch hier ist nicht alles desinfiziert, was glänzt. Das erlebte der Reporter Benedict Wermter, ehemals Mitarbeiter der WAZ, jetzt beim Recherchebüro Correctiv. Er hatte sich als Praktikant in der Charité beworben und konnte sofort ... weiterlesen »

Verschlossene Hygiene-Akten – Fachanwältin kritisiert OLG-Spruch: „Dieser Leitsatz ist ein Skandal“

17. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

„Reiner Selbstzweck“: Das Gesetz schütze die Klinik statt den Patienten, kritisiert Karoline Seibt.

Nicht alles, was im Krankenhaus gelaufen ist, kommt ans Tageslicht. Jeder Patient darf seine Patientenakte sehen, aber keiner die Hygieneprotokolle, die jede Klinik führen muss. Ob sie geführt wurden und, wenn ja, ob sie Hygieneverstöße mit womöglich tödlichen Folgen dokumentieren – das erfahren Patienten und Angehörige nicht. So urteilte das OLG Hamm. Der 26. Senat stellt im Infektionsschutzgesetz (IfSG) „übergeordnete Interessen“ über  Belange des Patienten. „Dieser Leitsatz ist ein Skandal“, sagt Karoline Seibt, Fachanwältin für Medizinrecht. ... weiterlesen »

Experten fordern: Krankenhäuser unangemeldet kontrollieren und ihre Keim-Probleme veröffentlichen

17. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

Kliniken müssen strenger kontrolliert und Keim-Probleme öffentlich bekannt werden, fordern Experten.

Führende deutsche Krankenhaushygieniker fordern weitreichende Maßnahmen für einen besseren Schutz vor Infektionen in Kliniken. So sollen „nur noch speziell ermächtigte Ärzte“ künftig Reserveantibiotika verordnen dürfen. Risikobereiche wie Intensivstationen oder OP-Säle sollen ausschließlich durch fest zugeordnetes, qualifiziertes Personal gereinigt werden. Und Krankenhäuser sollen mehr Mittel zur Sanierung erhalten. Der WAZ liegt ein Aktionspapier vor, das zwei renommierte Experten zusammengestellt haben: Prof. Walter Popp, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), und Prof. Klaus-Dieter Zastrow, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher ... weiterlesen »

Der rätselhafte Tod der Christel B.: „Erschreckende Fehler“ im Gutachten – und Krankenhaus gibt Hygiene-Akten nicht raus

17. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

Hygienemängel auf der Intensivstation sind lebensgefährlich.

Seine Mutter ist tot – und dann kommt dieser Satz, der sich anfühlt „wie ein Schlag ins Gesicht“ von Andreas B.: „Im Verlauf der Behandlung kam es, trotz aller Bemühungen und unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften, leider zu der Entstehung einer MRSA-Sepsis, an deren Folgen Frau B. verstarb.“ Das schreibt das Katholische Klinikum Essen zum Tode von Christel B. MRSA ist ein resistenter Keim, eine Sepsis: eine Blutvergiftung. „Aber welche Hygiene?“, fragt sich Andreas B. Bei ... weiterlesen »

Patienten-Tipp am WAZ-Telefon: Negativen Keimbefund in Klinik zeigen – als Rückversicherung

17. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

Experten am WAZ-Telefon: Dr. Klaus Schatzmann, Karoline Seibt, Prof. Walter Popp (von links)

Gefährliche Keiminfektionen im Krankenhaus sind ein Thema aus der Mitte des Lebens. Das war hör- und spürbar am Lesertelefon unserer Zeitung. Zwei Stunden lang gaben drei Experten nicht nur ihr Wissen weiter. Sie lernten auch dazu. Am einen Ende der Leitung: Prof. Dr. Walter Popp, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und Hygienechef im Uniklinikum Essen, Dr. Klaus Schatzmann, Hygienearzt im Alfred-Krupp-Krankenhaus Essen und Karoline Seibt, Medizinrechtlerin und Patientenanwältin aus Münster. Am anderen Ende: sensibilisierte Leser, teils ... weiterlesen »

Experten fordern Keimtest für jeden Klinik-Patienten – und mindestens eine Pflegekraft auf zwei Intensivpatienten

2. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

Vor der Aufnahme in die Klinik soll jeder Patient auf MRSA getestet werden.

Strenge gesetzliche Meldepflichten, mehr Geld und Personal für Hygiene, MRSA-Keimtests bei allen stationären Neuaufnahmen: Experten fordern eine massive Verschärfung des Infektionsschutzes in deutschen Kliniken. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um resistente Erreger in den Griff zu bekommen“, sagte der  Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Prof. Walter Popp, bei einem Besuch der WAZ. Popp nahm gemeinsam mit weiteren Experten an einer Telefonaktion der Redaktion teil. Rund 1000 Leser beteiligten sich und schilderten zum Teil dramatische ... weiterlesen »

Letzte Ausfahrt Holland: Die MRSA-Patientin Margot G. rettet ihr Leben

1. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

In Hagen und Umgebung abgewiesen: MRSA-Patientin Margot G. bekam erst in Holland Hilfe.

  Margot G. sitzt auf ihrem Sofa und atmet schwer. Ihr Oberkörper wippt vor und zurück, vor, zurück, viermal, fünfmal, sechsmal: „Jetzt!“ Sie drückt sich mit Schwung nach vorne, stemmt sich auf die Hand, die den Stock hält, mit der anderen stützt sie sich auf die Tischkante, kommt ein Stück hoch. Arme und Beine zittern. Ehe sie stürzt, lässt sie sich zurückfallen. Schweiß steht im geröteten Gesicht. „Es klappt nicht“, schnauft sie. Es klappt immer seltener ... weiterlesen »

Antibiotika in der Massentierhaltung: Der Stall als Brutstätte für Keime

1. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

40.000 Hühner in einem Maststall bei Steinfurt im Münsterland.

Die Keimkette, der jedes Jahr Zehntausende von Menschen zum Opfer fallen, beginnt im Stall: in den auf billige Fleischproduktion getrimmten Zucht- und Mastanstalten der Massentierhaltung. Es sind Brutstätten für resistente Keime. Für Bakterien, gegen die es später auf den Intensivstationen der Krankenhäuser keine Rettung mehr gibt für schwerstkranke Patienten. Weil gegen multiresistente Erreger wie MRSA, VRE oder ESBL dann die meisten Antibiotika nicht mehr wirken. Zwei Drittel der Antibiotika für Tiere Nicht von ungefähr. Nur ein Drittel ... weiterlesen »

„Eine Kultur des Verharmlosens und Vertuschens“ – Das Lauterbach-Interview in voller Länge

1. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

Kampfansage an „die beschönigenden Kräfte“ im Gesundheitswesen: SPD-Gesundheitsexperte Prof. Karl Lauterbach

Schlechte Hygiene fördert die Ausbreitung multiresistenter Keime in Kliniken. Ein Gespräch mit Professor Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte und Vize der SPD im Bundestag. WAZ: Aufgrund mangelnder Hygiene infiziert sich jedes Jahr eine Million Patienten in deutschen Krankenhäu- sern mit Keimen, rund 40.000 sterben daran. Was läuft hier falsch? Karl Lauterbach: Der größte Teil der vermeidbaren Todesfälle in deutschen Krankenhäusern und auch der größte Teil der vermeidbaren schweren Komplikationen dort ist auf Hygienefehler zurückzuführen. Das ist aus Studien ableitbar. ... weiterlesen »

SPD-Experte: Kliniken vertuschen Hygiene-Mängel – Große Koalition will strengeres Gesetz zum Infektionsschutz

1. Dezember 2014 von | Keine Kommentare

„Riesiges Problem bei der Hygiene“: Prof. Karl Lauterbach (SPD)

Die Große Koalition in Berlin will gefährliche Keiminfektionen in Krankenhäusern durch bessere Hygiene und strengere Vorschriften bekämpfen. Entsprechende Pläne des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach stoßen bei der Union auf Zustimmung. Das Ziel: ein verschärftes Infektionsschutzgesetz. Lauterbach sieht „ein riesiges Problem bei der Hygiene“ in deutschen Kliniken. „Der größte Teil der vermeidbaren Todesfälle und auch der größte Teil der vermeidbaren schweren Komplikationen dort ist auf Hygienefehler zurückzuführen“, sagte der SPD-Bundestagsfraktionsvize der WAZ. „Daran sind schon viele gestorben“ Infektionsrisiken würden unterschätzt ... weiterlesen »