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	<title>WAZ Rechercheblog</title>
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	<description>Der Westen enthüllt</description>
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		<title>Der Liebesbrief der NSU-Nazi-Braut Beate Zschäpe</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 16:53:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 26-seitige Liebesbrief der mutmaßlichen Terroristin ist sauber auf kariertem Papier geschrieben. Verfasst hat ihn Beate Zschäpe. Sie steht als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) derzeit in München wegen ihrer eventuellen Beteiligung an der Ermordung von zehn Menschen vor Gericht. Adressiert war der Brief an Robin S. – Mitglied der Dortmunder rechten Szene und selbst... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/der-liebesbrief-der-nsu-nazi-braut-beate-zschape/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10973" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/der-liebesbrief-der-nsu-nazi-braut-beate-zschape/zschaepe/" rel="attachment wp-att-10973"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/zschaepe-223x300.jpg" alt="" title="Die rechtsradikale NSU-Terroristin Beate Zschäpe schreibt Liebesbriefe" width="223" height="300" class="size-medium wp-image-10973" /></a><p class="wp-caption-text">Die rechtsradikale NSU-Terroristin Beate Zschäpe schreibt Liebesbriefe an Dortmunder Neonazi</p></div>
<p>Der 26-seitige Liebesbrief der mutmaßlichen Terroristin ist sauber auf kariertem Papier geschrieben. Verfasst hat ihn Beate Zschäpe. Sie steht als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) derzeit in München  wegen ihrer eventuellen Beteiligung an der Ermordung von zehn Menschen vor Gericht. Adressiert war der Brief an Robin S. – Mitglied der Dortmunder rechten Szene und selbst verurteilt wegen bewaffneten Raubes. Robin S. hatte im Februar 2007 einen Plus-Markt in Dortmund überfallen. Dabei schoss er einen Tunesier nieder.</p>
<p>Beate Zschäpe schreibt in ihrem Liebesbrief über ihre Erlebnisse, über ihre Gefühle und über sexuelle Fantasien. So stellt sich Zschäpe als naives Mädchen dar. Der Brief ist verziert mit der Entenfigur Alfred Jodocus Kwak von Herman van Veen. Sie beschreibt, wie sie als Kind vier Schnitzel in ihrem Kindergarten angebissen hat, um möglichst alle essen zu dürfen. Denn es habe geheißen: Was man anbeißt, muss man auch aufessen.</p>
<p>Laut Zschäpe hat Robin S. den Kontakt zu ihr zur Jahreswende gesucht. Und sie habe den Kontakt gerne aufgenommen, weil Robin S. ihren Partnern in der Terrorzelle NSU, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, so ähnlich sei. Laut Zschäpe-Anklage haben Mundlos und Böhnhardt neun Migranten und eine Polizistin getötet.</p>
<p>Robin S. war nach Recherchen dieser Zeitung Mitglied einer Combat-18-Zelle in Dortmund. Die Nummer 18 steht dabei im Nazizahlencode für die Anfangsbuchstaben des Namens Adolf Hitler. Die Dortmunder Gruppe hatte Zugang zu Sprengstoffen und Waffen. Aus ihrem Umfeld stammte auch der dreifache Polizistenmörder Michael Berger. Ein Mitglied der damaligen Naziszene in Dortmund sagte dieser Zeitung: „Wir wollten Terroristen werden.“</p>
<p>Als ideologischer Hintergrund dienten der Dortmunder Combat-18-Zelle die sogenannten Turner-Tagebücher, in denen der Untergrundkampf der Neonazis verherrlicht wird. Die Idee: Rechtsterroristen sollen sich in Kleingruppen zusammenschließen, um Fremde zu terrorisieren. In den Turner-Tagebüchern wird empfohlen, keine Bekennerschreiben zu hinterlassen. Jede Zelle soll für sich lebensfähig sein und möglichst keinen direkten Kontakt zu anderen Zellen haben. So arbeitete die Terrorzelle NSU. </p>
<div id="attachment_10974" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/der-liebesbrief-der-nsu-nazi-braut-beate-zschape/zschape-brief-2/" rel="attachment wp-att-10974"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/zschäpe-brief-2-300x176.jpg" alt="" title="zschäpe brief-2" width="300" height="176" class="size-medium wp-image-10974" /></a><p class="wp-caption-text">Die Neonazi-Frau Beate Zschäpe malt gerne Comic-Figuren nach. Hier trifft es die Ente Alfed Jokokus Kwak von Herman van Veen. In den Bekennervideos des NSU wurde die Figur Paulchen Panther mißbraucht.</p></div>
<p>Die Ermittler prüfen nun, ob sich Zschäpe und Robin S. schon früher kannten. Zumindest ein Neonazi aus Dortmund wurde wenigstens einmal gemeinsam mit Uwe Mundlos bei einer Personenkontrolle im Jahr 1995 aktenkundig.</p>
<p>Die Terrorpläne der Dortmunder Zelle enden abrupt Anfang 2006. Kurz darauf, so die Anklage,  erschießen Mundlos und Böhnhardt am 4. April 2006 in der Dortmunder Nordstadt den türkischen Kioskbesitzer Mehmet Kubasik.  </p>
<p>Von einer Beteiligung an den Morden erzählt Beate Zschäpe in ihrem Brief nichts. Dafür beschreibt sie ihr aufbrausendes Temperament. Sie berichtet von ihren „Schimpforgien“, um sich wenige Zeilen später als „Sonnenscheinchen“ zu beschreiben. Schließlich sagt sie, das Essen in der Haftanstalt sei ekelhaft, das Fleisch von Sehnen und Knorpel durchzogen. Sie als Thüringerin sei gutes Fleisch gewöhnt. Dass ab und an der Geruch von Grillwürsten in der Luft liege, sei reinste Folter.</p>
<p>Schließlich versucht Beate Zschäpe die sexuelle Fantasie von Robin S. zu erregen, indem sie die Umgangsformen im Frauenknast ironisch verklärt. Sie erzählt, dass sich die inhaftierten Frauen in Reizwäsche für eine Pyjamaparty bereit machen, und wie sie sich wünschen, dass es ohne Vorspiel direkt zur Sache geht. Den Rest überlässt sie der Vorstellungskraft eines „seit sechs Jahren einsitzenden Mannes“. </p>
<p>Der Brief dürfte vor allem psychiatrische Gutachter interessieren, die Zschäpe analysieren. Vor dem Prozess hieß es, Hinweise auf Zweifel der Angeklagten an den Mordtaten seien nicht feststellbar. In einem weiteren Brief sendet Zschäpe im Zahlencode der Neonazis verschlüsselte Hitlergrüße. 3 Pluss 55. Diese möge Robin S. wie anderes Höherwertige nicht mehr senden. „Verstanden?“</p>
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		<title>allesfuergold.de: Dokumente und Recherchen zur Sportförderung</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 16:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit fünf Jahren wird darum gestritten, ob die Zielvereinbarungen des deutschen Sports öffentlich werden sollen. Wir stellen die Dokumente und viele weitere Akten zur deutschen Sportförderung jetzt im Netz zur Verfügung. [von Niklas Schenck und Daniel Drepper] Nach welchen Kriterien fließen jedes Jahr hunderte Millionen Euro Steuergeld in die Hatz nach deutschen Medaillen? Um das... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/allesfuergold-de-dokumente-und-recherchen-zur-sportforderung/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/allesfuergold-de-dokumente-und-recherchen-zur-sportforderung/screen-shot-2013-06-13-at-4-49-53-pm/" rel="attachment wp-att-10935"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/Screen-Shot-2013-06-13-at-4.49.53-PM-300x174.png" alt="" title="Screen Shot 2013-06-13 at 4.49.53 PM" width="300" height="174" class="alignleft size-medium wp-image-10935" /></a></p>
<p><strong>Seit fünf Jahren wird darum gestritten, ob die Zielvereinbarungen des deutschen Sports öffentlich werden sollen. Wir stellen die Dokumente und viele weitere Akten zur deutschen Sportförderung jetzt im Netz zur Verfügung.</strong></p>
<p>[von Niklas Schenck und Daniel Drepper]</p>
<p>Nach welchen Kriterien fließen jedes Jahr hunderte Millionen Euro Steuergeld in die Hatz nach deutschen Medaillen? Um das transparenter zu machen, hatten wir bereits im Mai 2011 eine Veröffentlichung zahlreicher Dokumente auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes beantragt. Dieses Gesetz erlaubt jedem Bürger, Einsicht in die Akten der Behörden zu nehmen.</p>
<p>Zu den Olympischen Spielen in London hatten wir mit einer Auskunftsklage gegen das Bundesministerium des Innern die Medaillenvorgaben der deutschen Sportler aufgedeckt: 86 Stück sollten die Athleten mit nach Hause bringen, 44 Medaillen waren es am Ende. Die Dokumente über die Hintergründe der Sportförderung hat das Ministerium zum Teil erst weit nach den Olympischen Spielen von London freigegeben. Auf <a href="http://allesfuergold.de" target="_blank">allesfuergold.de</a> werden wir diese nun nach und nach veröffentlichen.</p>
<p>Der Name der Seite bringt auf den Punkt, was bei der Recherche deutlich wurde: Was in weiten Teilen des deutschen Sports zählt, ist allein Edelmetall. &#8220;Geld gibt&#8217;s in Deutschland nur im Austausch gegen die härteste Währung: Medaillen&#8221; – so formulierte es der DOSB-Generaldirektor Michael Vesper einmal.</p>
<p><strong>Teilweise abstrus geschwärzte Dokumente</strong><br />
Wir beginnen unsere Veröffentlichungen mit den Zielvereinbarungen für London inklusive des dazugehörigen Schriftverkehrs. Die Dokumente haben zwischen zehn Seiten (Ruderverband) und 235 Seiten (Schwimmverband). Das Ministerium hat die Dokumente an teilweise abstrusen, teilweise entscheidenden Stellen geschwärzt. Oft sind ganze Seiten herausgenommen. Sogar die Medaillenvorgaben der Verbände sind unleserlich gemacht. Dabei hatte das Verwaltungsgericht Berlin im vergangenen Sommer geurteilt, dass diese Zielvorgaben keine Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse der Verbände sind. Deshalb müssten sie eigentlich auch in den Papieren öffentlich sein.</p>
<p>In den kommenden Wochen werden wir <a href="http://allesfuergold.de" target="_blank">auf der Seite</a> weitere Beiträge zum Thema veröffentlichen. Zudem werden Dokumente aus der Förderung einiger Sportarten folgen sowie die Zielvereinbarungen für die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Zahlreiche Geschichten zur deutschen Sportförderung sind in den vergangenen zwölf Monaten hier im Rechercheblog erschienen. Eine Übersicht über die wichtigsten Stories findet sich auch <a href="http://anstageslicht.de/sportfoerderung" target="_blank">auf den Seiten des Wächterpreises der Tagespresse</a>.</p>
<p>Wir freuen uns, wenn Sie mit unseren Recherchen und Dokumenten arbeiten wollen. Sprechen Sie uns bei Fragen oder für Kooperationen gerne an. Sollten Sie die Dokumente als Basis für eigene Recherchen nutzen wollen, können Sie dies gerne tun. Verweisen Sie doch bitte bei einer Veröffentlichung auf die Webseite <a href="http://allesfuergold.de" target="_blank">allesfuergold.de</a>.</p>
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		<title>Informationsfreiheit: Wir verklagen Bundesinnenminister Friedrich</title>
		<link>http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/informationsfreiheit-wir-verklagen-bundesinnenminister-friedrich/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 16:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir werden das Bundesministerium des Innern verklagen: Gemeinsam mit dem Deutschen Journalistenverband haben wir Widerspruch gegen die Kosten für unsere Einsicht in die Akten der deutschen Sportförderung eingelegt. Das Ministerium hatte die Kosten extrem in die Höhe getrieben, am Ende bezahlten wir 14.952,20 Euro. Unserer Ansicht nach verstößt das gegen das Informationsfreiheitsgesetz. [von Niklas Schenck... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/informationsfreiheit-wir-verklagen-bundesinnenminister-friedrich/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/informationsfreiheit-wir-verklagen-bundesinnenminister-friedrich/friedrich-4/" rel="attachment wp-att-10947"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/friedrich-300x109.jpg" alt="" title="friedrich" width="300" height="109" class="alignleft size-medium wp-image-10947" /></a></p>
<p><strong>Wir werden das Bundesministerium des Innern verklagen: Gemeinsam mit dem Deutschen Journalistenverband haben wir Widerspruch gegen die Kosten für unsere Einsicht in die Akten der deutschen Sportförderung eingelegt. Das Ministerium hatte die Kosten extrem in die Höhe getrieben, am Ende bezahlten wir 14.952,20 Euro. Unserer Ansicht nach verstößt das gegen das Informationsfreiheitsgesetz.</strong></p>
<p>[von Niklas Schenck und Daniel Drepper // Recherchen und Dokumente zur deutschen Sportförderung auf unserer neuen Seite <a href="http://allesfuergold.de" target="_blank">allesfuergold.de</a>]</p>
<p>Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) soll allen Bürgern die Möglichkeit geben, in Akten von Behörden Einsicht zu nehmen. Das Recht gibt es in Deutschland seit sieben Jahren, es soll auch dazu beitragen, die Politikverdrossenheit zu senken. Bürger können sich informieren und damit besser am politischen Prozess beteiligen. Durch die Transparenz kann auch die Effizienz von Behörden steigen. Im Gesetz steht, dass die Behörde für die Einsicht eine Gebühr verlangen kann. Diese Gebühr sollte jedoch angemessen sein.</p>
<p>Normalerweise können für einen Antrag bis zu 500 Euro Gebühren verlangt werden, hinzu kommen noch Auslagen für Kopien aus Akten. Das Bundesinnenministerium umging die 500-Euro-Grenze in unserem Fall, indem es unseren Antrag mit 66 Bescheiden beantwortete. Wir hatten dem Ministerium bereits zu Beginn mehrfach erläutert, dass wir das nicht für rechtmäßig halten. Das Ministerium sah das anders. Wir haben daraufhin jedem der 66 Bescheide im vergangenen Jahr offiziell widersprochen. Nachdem alle Bescheide eingegangen waren, haben wir nun gemeinsam mit dem Deutschen Journalistenverband einen Schriftsatz aufgesetzt. Diesen haben wir dem Ministerium vor einigen Tagen zugeschickt.</p>
<p><strong>Das Informationsfreiheitsgesetz wäre nach Friedrich tot</strong><br />
Warum wir die hohen Kosten anfechten? Sollten sich andere Behörden an dem Vorgehen des Bundesinnenministers ein Beispiel nehmen wäre das Informationsfreiheitsgesetz für aufwändige Vorgänge aufgrund der abschreckenden Kosten praktisch nicht mehr anwendbar. Dies kann mit den Zielen des Gesetzes nicht vereinbar sein.</p>
<p>Im IFG steht, die Gebühren seien “auch unter Berücksichtigung des Verwaltungsaufwandes so zu bemessen, dass der Informationszugang wirksam in Anspruch genommen werden kann”. Diese Regel bezieht sich auf das Verwaltungskostengesetz. Dort steht geschrieben, dass im Gebührenrecht kein strenger Kostendeckungsgrundsatz gilt: Der Verwaltungsaufwand ist also zu berücksichtigen, darf aber nicht 1:1 in die Gebührenforderung eingehen. Stattdessen gilt das Äquivalenzprinzip: “Das Äquivalenzprinzip ist verletzt, wenn Gebühren so hoch festgesetzt werden, dass sie von der Beantragung bestimmter Amtshandlungen abschrecken.” Das passiert durch die 15.000 Euro des Ministeriums unserer Meinung nach: Andere Antragsteller werden abgeschreckt. Das Ministerium hat das Äquivalenzprinzip rechtswidrig nicht beachtet.</p>
<p><strong>Wirtschaftliche Verhältnisse des Antragstellers berücksichtigen</strong><br />
In einer Entscheidung über mögliche Kosten müssen nach dem Äquivalenzprinzip der wirtschaftliche Wert für den Antragsteller sowie dessen wirtschaftliche Verhältnisse berücksichtigt werden. Wir hatten im Schriftverkehr mit dem Ministerium mehrfach darauf hingewiesen, dass wir keine persönlichen wirtschaftlichen Interessen mit diesem Antrag verfolgen. Stattdessen war von Anfang an davon auszugehen, dass wir als freie Journalisten mit diesen Akten nur vergleichsweise wenig Geld verdienen würden, auch aufgrund der doch ziemlich geringen Honorare. Schließlich kamen zu den Kosten für die Akten, also den 15.000 Euro, auch noch die Kosten für unsere Recherche und der Zeitaufwand hinzu. Nach zwei Stipendien und einem Zuschuss der Funke-Mediengruppe haben wir davon gemeinsam noch 6500 Euro aus eigener Tasche bezahlt.</p>
<p>Das Ministerium hatte in seinem Schreiben an uns argumentiert, dass das Äquivalenzprinzip “nicht zu einer generellen Verlagerung erheblicher Recherchekosten vom Antragsteller auf die Allgemeinheit führen” dürfe. Das ist unserer Ansicht nach grob rechtswidrig, denn es würde bedeuten, dass eine Teilhabe an der Informationsfreiheit für wirtschaftlich Schwache nicht möglich ist. Mit der Anwendung eines Jedermannrechts in einem Sozialstaat hätte das nichts zu tun<br />
<strong><br />
Bei öffentlichem Interesse auch ohne Gebühr</strong><br />
Zudem heißt es im Verwaltungskostengesetz: “Aus Gründen der Billigkeit oder des öffentlichen Interesses kann die Gebühr um bis zu 50 % ermäßigt werden.” In besonderen Fällen, zum Beispiel hohem öffentlichen Interesse, kann hier sogar ganz auf die Gebühr verzichtet werden. Das öffentliche Interesse an hunderten Millionen Euro Steuersubventionen für den Spitzensport halten wir für vergleichsweise hoch.</p>
<p>Grundsätzlich halten wir für falsch, dass unser Antrag auf 66 einzelne Bescheide aufgespalten wurde. Das Ministerium argumentiert, jeder einzelne Bescheid sei eine einzelne Amtshandlung gewesen. Welcher Themenbereich in sich abgeschlossen ist, definierte das Ministerium selbst. Wir wollten jedoch das Gesamtbild betrachten. Dadurch, dass das Ministerium den Anblick der einzelnen Puzzleteile und nicht den Anblick des Gesamtbildes mit dem maximalen Gebührenrisiko berechnete, führt dazu, dass Informationen über das Gesamtbild verhindert werden. Genau das ist mit den Zielen des IFG jedoch nicht vereinbar. Theoretisch können Anträge in verschiedene Bescheide aufgespalten werden, wenn es um verschiedene inhaltliche Fragen geht. Nur dann. Das ist in diesem Fall aber nicht so.</p>
<p><strong>Reduzierung auf 1000 Euro</strong><br />
Der allergrößte Teil der Arbeit an den Akten ist darauf zurückzuführen, dass das Ministerium mit den Verbänden zahlreiche Zahlen geschwärzt hat. Fast immer handelt es sich um Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Viele der Schwärzung sind jedoch Subventionszahlungen vom Staat, ergo keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Der Aufwand des Ministeriums war also künstlich höher, als er hätte sein müssen. Wir beantragen, die 66 Bescheide zu einem Bescheid zusammenzufassen und dafür die Höchstgrenze der Kosten und Gebühren von jeweils 500 Euro festzusetzen. Die Kosten würden sich damit auf 1000 Euro reduzieren.</p>
<p>Eine Antwort des Ministeriums steht noch aus. Wir gehen davon aus, dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auf seinem Standpunkt beharrt und die 15.000 Euro für rechtens hält. Am Ende dürfte das Bundesverfassungsgericht entscheiden.  “Wenn diese Klage verloren geht, muss das Gesetz neu geschrieben werden”, sagt Anwalt Wilhelm Mecklenburg. Er hat einen mehr als 200 Seiten langen Gesetzeskommentar zum IFG verfasst, und gilt als einer der profiliertesten Anwälte zum Informationsfreiheitsgesetz in Deutschland. Gemeinsam mit dem Deutschen Journalistenverband unterstützt er unsere Klage gegen das Bundesministerium des Innern. Gegen die vielen Schwärzungen in den Akten gehen wir in den kommenden Wochen anhand eines exemplarischen Beispiels ebenfalls vor.</p>
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		<title>Petition: Keine Gebühren mehr für Behördenauskünfte</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 13:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder Bürger kann mit Hilfe des Informations-freiheitsgesetzes (IFG) Originaldokumente von Behörden bekommen. Das Gesetz gibt es seit 2006. Sein Problem: Häufig werden für die Einsicht hohe Gebühren verlangt. Eine Petition will das jetzt ändern. Jeder Bürger und erst recht jeder Journalist sollten mitzeichnen. Für mehr staatliche Transparenz. Das Informationsfreiheitsgesetz kann ein wunderbares Instrument für mehr... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/petition-keine-gebuhren-mehr-fur-behordenauskunfte/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/petition-keine-gebuhren-mehr-fur-behordenauskunfte/screen-shot-2013-06-07-at-3-04-19-pm/" rel="attachment wp-att-10913"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/Screen-Shot-2013-06-07-at-3.04.19-PM-300x117.png" alt="" title="Screen Shot 2013-06-07 at 3.04.19 PM" width="300" height="117" class="alignleft size-medium wp-image-10913" /></a></p>
<p><strong>Jeder Bürger kann mit Hilfe des Informations-freiheitsgesetzes (IFG) Originaldokumente von Behörden bekommen. Das Gesetz gibt es seit 2006. Sein Problem: Häufig werden für die Einsicht hohe Gebühren verlangt. Eine Petition will das jetzt ändern. Jeder Bürger und erst recht jeder Journalist sollten mitzeichnen. Für mehr staatliche Transparenz.</strong></p>
<p>Das Informationsfreiheitsgesetz kann ein wunderbares Instrument für mehr Transparenz, Bürgerbeteiligung und Effizienz von Behörden sein. Und dadurch kann es dazu beitragen, die Politikverdrossenheit zu senken. Bürger können sich informieren und damit besser am politischen Prozess beteiligen. Für eine Anfrage können jedoch 500 Euro Gebühren plus Auslagen anfallen. Das zerstört die gute Idee des Gesetzes in vielen Fällen.</p>
<p><strong>Online-Petition: bitte mitzeichnen</strong><br />
Der Journalist Tim Gerber hat <a href="https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_05/_03/Petition_42283.html" target="_blank">nun eine Petition gestartet, um die Gebühren abzuschaffen</a>. Die Frist läuft bis zum 2. Juli, jeder Bürger und jeder Journalist sollten mitzeichnen. Mit der Petition will Gerber &#8220;zeigen, dass das Thema Relevanz hat&#8221;. Und er will die Bemühunen von Vereinigungen wie dem <a href="http://netzwerkrecherche.de" target="_blank">Netzwerk Recherche</a> unterstützen, die seit einigen Jahren für Verbesserungen im Gesetz kämpfen. </p>
<p>Gerber hat bereits viele Erfahrungen mit dem IFG gesammelt. Zuletzt hatte er einige Botschaftsberichte des Auswärtigen Amtes beantragt und dafür 250 Euro bezahlen müssen Das Amt hatte ihm zudem klar gemacht: Das nächste Mal kostet es den Maximalpreis von 500 Euro. In einem anderen Fall hatte Gerber einen Brief von Airbus an das Bundeswirtscahftsministerium beantragt. Bis auf &#8220;Sehr geehrter Herr&#8221; und &#8220;Mit freundlichen Grüßen&#8221; waren die beiden Seiten komplett geschwärzt. Trotzdem sollte Gerber 90 Euro bezahlen.</p>
<p>Gerber vermutet nach vielen Gesprächen, dass die Gebühren in Zukunft eher steigen, als fallen. Daher will er eine Befreiung für einige Antragsgruppen. Sein Textentwurf für das IFG:</p>
<blockquote><p>„Von der Erhebung von Gebühren wird abgesehen, wenn die Information für die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben der Medien benötigt wird und sich der Antragsteller als deren Vertreter ausweist. Auf die Erhebung von Gebühren soll in der Regel verzichtet werden, wenn die Informationsgewinnung erkennbar keinem persönlichen, insbesondere finanziellen Nutzen des Antragstellers dient, insbesondere, wenn diese im Zusammenhang mit einer Tätigkeit in einer als gemeinnützig anerkannten Organisation steht.“</p></blockquote>
<p>Gerber will bewusst nicht alle Anträge von der Gebühr befreien. &#8220;In den vergangenen Jahren haben vor allem Kapitalanleger und Insolvenzverwalter mit Massenanfragen zum Beispiel an die Bafin für viel Arbeit gesorgt&#8221;, sagt Gerber. &#8220;Da diese Anträge im persönlichen finanziellen Interesse gestellt werden, dürfen sie auch ruhig etwas kosten.&#8221; Sind Anträge von Journalisten oder gemeinnützigen Organisationen jedoch im Gemeinwohl beantragt, sollte die Einsivht umsonst sein. Schließlich gehört jede Akte in jeder Behörde dem Volk. Die Steuerzahler haben für die Erstellung der Akten bereits bezahlt.<br />
<strong><br />
Hohe Gebühren bislang zur Abschreckung</strong><br />
Ein offizieller Evaluierungsbericht des Institutes für Gesetzesfolgenabschätzung in Speyer <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a04/Analysen_und_Gutachten/Gutachten_IFG.pdf" target="_blank">stellte im vergangenen Jahr fest</a>, dass vor allem häufige Antragsteller mit hohen Gebühren abgeschreckt werden sollen. Das soll, geht es nach Tim Gerber, in Zukunft nicht mehr möglich sein.</p>
<p>Mit hohen Gebühren beim IFG hatte auch das Recherche-Ressort der WAZ in der Vergangenheit Probleme. Ein Antrag beim Bundesministerium des Innern auf Akteneinsicht in Dokumente der Sportförderung kostete <a href="www.ansTageslicht.de/Sportfoerderung" target="_blank">die freien Autoren des Ressorts 15.000 Euro</a>.</p>
<p>Auch in elf von 16 Bundesländern gibt es Informationsfreiheitsgesetze. Als besonders vorbildlich gilt das Transparenzgesetz in Hamburg, hier muss das Land von sich aus zahlreiche Informationen veröffentlichen, zum Beispiel Subventionsempfänger und Verträge der öffentlichen Hand. Dieses Gesetz ist nun Vorbild für einen gesetzesentwurf von Netzwerk Recherche für das Land Baden-Württemberg, das bisher noch ohne IFG ist. Die grün-rote Landesregierung hatte ein solches Gesetz im Koalitionsvertrag vor zwei Jahren angekündigt, bislang aber nicht gehandelt. IFG-Experte und Netzwerk-Recherche-Mitglied Manfred Redelfs nennt den Entwurf einen &#8220;Akt zivilgesellschaftlicher Notwehr&#8221;. Warum? Erklärt Redelfs <a href=" http://carta.info/59482/ifg-netzwerk-recherche-bringt-eigenen-entwurf-akt-zivilgesellschaftlicher-notwehr/" target="_blank">im Interview bei Carta</a>.</p>
<p><a href="http://www.netzwerkrecherche.de/files/transparenzgesetz_bw_entwurf_nr.pdf" target="_blank">Der Entwurf zum Transparenzgesetz für Baden-Württemberg als PDF<br />
</a><br />
<a href="http://www.netzwerkrecherche.de/files/transparenzg-bw-fact-sheet.pdf" target="_blank">Das Fact-Sheet zum Transparenzgesetz für Baden-Württemberg als PDF<br />
</a><br />
<a href="http://www.netzwerkrecherche.de/files/transparenzg-bw-hintergrund.pdf" target="_blank">Der Hintergrund zum Transparenzgesetz für Baden-Württemberg als PDF</a></p>
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		<item>
		<title>Müller-Wohlfahrt, die Bayern und das Geschäft mit den Mittelchen</title>
		<link>http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/muller-wohlfahrt-die-bayern-und-das-geschaft-mit-den-mittelchen/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 13:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Edmund Stoiber]]></category>
		<category><![CDATA[Evisco AG]]></category>
		<category><![CDATA[FC Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[MW Balance AG]]></category>

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		<description><![CDATA[Fußball-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nutzt seinen Ruf fürs eigene Geschäft. Der FC Bayern unterstützt ihn dabei nach Informationen der WAZ noch kräftiger, als bislang bekannt. Eine Rolle spielt der Schwiegersohn von Edmund Stoiber. [von Daniel Drepper, Sebastian Krause und Jonathan Sachse] Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist am Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln über die MW Balance AG beteiligt –... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/muller-wohlfahrt-die-bayern-und-das-geschaft-mit-den-mittelchen/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10849" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/muller-wohlfahrt-die-bayern-und-das-geschaft-mit-den-mittelchen/screen-shot-2013-06-04-at-1-26-16-pm/" rel="attachment wp-att-10849"><img class="size-medium wp-image-10849" title="Screen Shot 2013-06-04 at 1.26.16 PM" src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/Screen-Shot-2013-06-04-at-1.26.16-PM-300x156.png" alt="" width="300" height="156" /></a><p class="wp-caption-text">Die Produkte werden im Bayern-Shop angeboten. Ein internes Protokoll zeigt, wie sehr Verein und Arzt bei der Promotion kooperieren wollten. / Screenshot</p></div>
<p><strong>Fußball-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nutzt seinen Ruf fürs eigene Geschäft. Der FC Bayern unterstützt ihn dabei nach Informationen der WAZ noch kräftiger, als bislang bekannt. Eine Rolle spielt der Schwiegersohn von Edmund Stoiber.</strong></p>
<p>[von Daniel Drepper, Sebastian Krause und Jonathan Sachse]</p>
<p>Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist am Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln über die MW Balance AG beteiligt – Müller-Wohlfahrt ist Aufsichtsratsvorsitzender der Firma. Wir hatten in den vergangenen Wochen in zwei Texten darüber berichtet [<a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/04/bayern-doc-muller-wohlfahrt-hinter-der-fassade-des-wunderheilers/" target="_blank">Finanzen</a> / <a href="https://www.derwesten-recherche.org/2013/05/muller-wohlfahrt-der-arzt-dem-die-fusballstars-vertrauen-zu-recht/" target="_blank">Medizin</a>]. Die Pillen und Salben heißen oxano, basomin, pro collagen und profelan. Sie sollen das Immunsystem oder das Bindegewebe stärken. Müller-Wohlfahrt selbst empfiehlt regelmäßig die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.<br />
<strong><br />
Internes Protokoll zeigt enge Absprachen</strong><br />
Der Vertrieb der Produkte wird durch seine Medienpräsenz und seinen Ruf beflügelt. Auf der Webseite des FC Bayern gibt es eine eigene Kategorie für die Produkte: Mit einem Klick landet man auf der Schweizer Webseite der MW Balance AG. Bei der Promotion der Produkte gibt es offenbar deutlich engere Absprachen zwischen dem FC Bayern und Müller-Wohlfahrt, als bislang bekannt. Das zeigt ein internes Protokoll der Werbeagentur DACHCOM, das der WAZ vorliegt.</p>
<p>Lindau, 20. Oktober 2011: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und dessen Geschäftspartner Franco Renzo treffen sich mit dem Online-Chef des FC Bayern Stefan Mennerich. Mit dabei sind Jürgen Hausmann, Vorstand der Marketing-Firma Evisco AG, und ein Protokoll führender Mitarbeiter der Werbeagentur DACHCOM. Die fünf sprechen zuerst über das neue Design der zu verkaufenden Nahrungsergänzungsmittel, über Deckel, Fläschchen, Farben. Was man halt so bespricht. Doch dann wird es spannend. </p>
<p>Gemeinsam mit Bayern-Mitarbeiter Mennerich überlegen Müller-Wohlfahrt &#038; Co, wie die Mittelchen mit Hilfe des FC Bayern am besten beworben werden können. Müller-Wohlfahrts Geschäftspartner Franco Renzo erläutert zu Beginn &#8220;die Vorstellungen zur Unterstützung des Vertriebs über den FC Bayern Shop&#8221;. So steht es im einen Tag später datierten Protokoll. Bayerns Online-Chef Stefan Mennerich &#8220;erklärt die einzelnen Möglichkeiten&#8221;.</p>
<p><strong>Banner, Pressekonferenz, SMS und Stadionansage</strong><br />
Die Werbung für die Produkte soll alle Kanäle umfassen: Neben Bannerwerbung auf der Bayern-Seite plant die Gruppe auch eine Pressekonferenz zum Start der Produkte &#8220;beim FCB&#8221;. Dazu soll es Hinweise im Newsletter des FC Bayern geben, in der Bayern-App inklusive &#8220;SMS mit MW Tipps&#8221;, Hinweise im Katalog, auf der Anzeigetafel und per Stadionansage, in der VIP-Lounge und auf Flyern. &#8220;In diesen FCB Kommunikationsmitteln wird über die neuen Müller Wohlfahrt Produkte berichtet, informiert und auf die Erhältlichkeit im Shop verwiesen&#8221;, hält der Protokollant in Lindau fest. Ein volles Werbeprogramm.</p>
<p>Doch damit nicht genug: Auch die Spieler sollen in die Vermarktung einbezogen werden. Der Protokollant: &#8220;Definition eines Spielerpools mit Bildern, Aussagen inkl. aller Rechte für die weitere Vermarktung der MW Produkte.&#8221; Die Aktionen sollen, so steht es geschrieben, mit den Spieler-Managern abgesprochen und dann zur Information dem FC Bayern mitgeteilt werden.</p>
<p>Die aufbereiteten Werbeinhalte wollen die Bayern übernehmen und in ihren einzelnen Kommunikationskanälen platzieren: &#8220;Damit bleibt die MWB <em>(MW Balance AG, Anm. WAZ-Recherche)</em> maßgeblich bestimmender Inhaltgeber.&#8221; Wohlgemerkt: Auf der Bayern-Webseite, in der Bayern-App, bei der Bayern-Pressekonferenz.</p>
<p><strong>&#8220;Noch zu findende finanzielle Absprache&#8221;</strong><br />
Die Partner halten fest, dass die Firma Evisco die Basisplanung der Produktvermarktung übernimmt. Bayern-Mitarbeiter Mennerich verweist im Gespräch &#8220;auf die noch zu findende, grundsätzliche finanzielle Absprache&#8221;. Wie genau diese finanzielle Absprache später ausgesehen hat, wollten weder Müller-Wohlfahrt noch der FC Bayern mitteilen. Auch auf andere Fragen zu den internen Absprachen antworteten sie nicht.</p>
<p>Es ist nicht klar, ob die Produkt-Promotion in diesem damals besprochenen Umfang tatsächlich stattgefunden hat. &#8220;Sollten diese Maßnahmen aber so umgesetzt worden sein, wäre das schon ziemlich krass&#8221;, sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. &#8220;Spannend wären auch die erwähnten finanziellen Absprachen. Wenn der FC Bayern Werbung für die Produkte macht, dürfte er auch eine Gegenleistung verlangt haben, vielleicht eine prozentuale Beteiligung&#8221;, sagt Clausen. &#8220;Bei einer derart verbandelten Produktwerbung würde ich auch den Verein in einer Mitverantwortung sehen.&#8221; Der zuständige Ärztliche Kreis- und Bezirksverband wollte sich auf Anfrage zu den konkreten Absprachen nicht äußern.</p>
<p><strong>Edmund Stoibers Schwiegersohn</strong><br />
An der engen Absprache zwischen dem FC Bayern und der MW Balance AG beteiligt war neben der Werbeagentur DACHCOM auch die Firma Evisco. Wie viel die Evisco AG für das Marketing bekommen hat? Das wollten weder Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt noch die Evisco beantworten. Einer der beiden Vorstände der Evisco AG ist Jürgen Hausmann. Der hat 1998 Constanze geheiratet, die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Dieser ist Mitglied im Aufsichtsrat des FC Bayern München.</p>
<p>Stoibers Schwiegersohn arbeitete nicht nicht nur für die MW Balance AG und half dabei, die Absprachen mit dem FC Bayern zu koordinieren, für die Bayern produzierte die Evisco AG auch Videos. So übertrug Evisco die verangene Jahreshauptversammlung der Bayern ins Internet. Seit wann Evisco für den FC Bayern arbeitet und wie stark das Engagement ist, wollte Firmenvorstand Jürgen Hausmann nicht beantworten. </p>
<p>&#8212;&#8212;<br />
Wir bleiben dran und recherchieren weiter zu Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und zu medizinischen Behandlungen im Fußball. Haben Sie Informationen oder Hinweise? Hier können Sie uns <a href="https://www.derwesten-recherche.org/autoren/" target="_blank">eine Mail schicken</a>. Gerne können Sie uns auch anonym benachrichtigen, über <a href="https://upload.derwesten-recherche.org/upload/" target="_blank">unsere verschlüsselte Upload-Plattform</a>. Mehr Informationen gibt es auch in unserem Blog <a href="http://fussballdoping.de" target="_blank">fussballdoping.de</a>. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.</p>
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		<title>Loveparade: Die komplizierte Suche nach der Verantwortung</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jun 2013 08:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Katastrophe der Loveparde war nach Lage der Planungen der Firma Lopavent von Unternehmen Rainer Schaller unvermeidlich. Das bestätigen die Gutachten des britischen Katastrophenforschers Keith Stills. Die Stadt Duisburg hätte den Unfug nie genehmigen dürfen. Doch wer trägt persönliche Schuld und Verantwortung an den Toten und Verletzten? Das ist eine komplizierte Suche. Es gab am... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/loveparade-die-komplizierte-suche-nach-der-verantwortung/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10839" class="wp-caption alignleft" style="width: 301px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/loveparade-die-komplizierte-suche-nach-der-verantwortung/loveparade/" rel="attachment wp-att-10839"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/06/Loveparade-291x300.jpg" alt="" title="Loveparade" width="291" height="300" class="size-medium wp-image-10839" /></a><p class="wp-caption-text">Der komplizierte Weg in die Loveparade-Katastrophe. Aufgearbeitet als Infografik. Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken.</p></div>
<p>Die Katastrophe der Loveparde war nach Lage der Planungen der Firma Lopavent von Unternehmen Rainer Schaller unvermeidlich. Das bestätigen die Gutachten des britischen Katastrophenforschers Keith Stills. Die Stadt Duisburg hätte den Unfug nie genehmigen dürfen. Doch wer trägt persönliche Schuld und Verantwortung an den Toten und Verletzten? Das ist eine komplizierte Suche. Es gab am Tag der Katastrophe viele falsche Entscheidungen, dazu untaugliche Planungen, laxe Kontrollen und obendrauf Pech. </p>
<p>Die Ermittlungen sind nun bald abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft wird vermutlich einige Leute aus der Stadtverwaltung, vielleicht einige Entscheidungsträger der Firma Lopavent und ganz eventuell einen Polizisten anklagen. </p>
<p>In der Grafik versuchen wir, den Verlauf der Katastrophe und die vielen Entscheidungspunkte auf dem Weg dorthin nachzuzeichnen. Die Grafik basiert auf den Erkenntnissen der Schweizer Katastrophenforscher Dirk Helbing und Pratik Mukerij von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, die eine umfassende Studie zum Verlauf der Loveparadekatastrophe vorgelegt haben.</p>
<p>Zum Download der Grafik bitte hier klicken: <a href='http://www.derwesten-recherche.org/2013/06/loveparade-die-komplizierte-suche-nach-der-verantwortung/loveparade-2/' rel='attachment wp-att-10841'>Loveparade-Desaster Der Weg in die Katastrophe</a></p>
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		<title>Müller-Wohlfahrt: Der Arzt, dem die Fußballstars vertrauen – zu Recht?</title>
		<link>http://www.derwesten-recherche.org/2013/05/muller-wohlfahrt-der-arzt-dem-die-fusballstars-vertrauen-zu-recht/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 14:37:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Bayern- und DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eine Diagnose spricht, dann glaubt Fußball-Deutschland ihm. Sportler fliegen aus der ganzen Welt zu ihm. Doch von Wissenschaftlern wird seine Arbeitsweise kritisiert, mit intensiver Werbung für Produkte begibt er sich auf dünnes Eis. [von Daniel Drepper, Sebastian Krause und Jonathan Sachse] Mario Götze ist nicht rechtzeitig fit geworden, vielleicht... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/05/muller-wohlfahrt-der-arzt-dem-die-fusballstars-vertrauen-zu-recht/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/05/muller-wohlfahrt-der-arzt-dem-die-fusballstars-vertrauen-zu-recht/germany-training-press-conference-uefa-euro-2012/" rel="attachment wp-att-10787"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/05/Müller-Wohlfahrt.jpg" alt="" title="Germany Training &amp; Press Conference - UEFA EURO 2012" width="520" height="370" class="alignleft size-full wp-image-10787" /></a></p>
<p><strong>Wenn Bayern- und DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eine Diagnose spricht, dann glaubt Fußball-Deutschland ihm. Sportler fliegen aus der ganzen Welt zu ihm. Doch von Wissenschaftlern wird seine Arbeitsweise kritisiert, mit intensiver Werbung für Produkte begibt er sich auf dünnes Eis.</strong></p>
<p>[von Daniel Drepper, Sebastian Krause und Jonathan Sachse]</p>
<p>Mario Götze ist nicht rechtzeitig fit geworden, vielleicht hätte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ihn fit bekommen? <a href="http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/muskelfaserriss-beim-bald-bayern-verbietet-der-bvb-goetze-die-untersuchung-bei-bayern_aid_987195.html" target="_blank">Götze wohnte in der vergangenen Woche in München</a>, war aber nicht bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in Behandlung – dies ist dem BVB vor dem Champions League-Finale wichtig. Nähere Fragen beantwortet Borussias Presseprecher Sascha Fligge in diesen Tagen nicht. Interessenkonflikte von Bayern- und Nationalmannschafts-Arzt Müller-Wohlfahrt? Kein Kommentar.</p>
<p>Die Diskussion um Götze ist kein Einzelfall, Müller-Wohlfahrt behandelt regelmäßig Fußballer von konkurrierenden Vereinen. „Du hast Dir ein unglaubliches Vertrauen erworben, der Gestalt, dass andere Vereine ihre Spieler selbst dann zu dir geschickt haben, wenn ein Spiel gegen den FC Bayern bevorstand,“ <a href=" http://www.fcbayern.telekom.de/de/aktuell/news/2012/36411.php" target="_blank">sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach</a> auf Müller-Wohlfahrts 70. Geburtstag. Oft entscheidet Müller-Wohlfahrts Diagnose, ob es für die Startelf reicht oder nur für die Tribüne. Eine gigantische Machtposition. Wer ist der Arzt, dem Deutschlands Fußballer blind vertrauen? Und: Hat er dieses Vertrauen verdient?</p>
<p>[unsere Geschichte zu den geschäftlichen Aktivitäten von Müller-Wohlfahrt von Ende April <a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/04/bayern-doc-muller-wohlfahrt-hinter-der-fassade-des-wunderheilers/" target="_blank">findet sich hier</a>]</p>
<p><strong>Seit 1977 Mannschaftsarzt der Bayern</strong><br />
Müller-Wohlfahrt studierte Medizin in Kiel und Innsbruck, ließ sich ab 1971 am Virchow-Klinikum Berlin zum Facharzt für Orthopädie weiterbilden. Hier fand er den Einstieg in die Sportmedizin. Von 1975 bis 1977 arbeitete er als Mannschaftsarzt des damaligen Erstligisten Hertha BSC Berlin. Der Karrieresprung folgte 1977, als ihn der FC Bayern als Mannschaftsarzt nach München holte.</p>
<p>Mittlerweile fliegen Patienten aus der ganzen Welt zu ihm. Müller-Wohlfahrt selbst sagt von sich, er könne mit den Fingern sehen, in den Muskel eintauchen und seine Eindrücke mit 35.000 im Gedächtnis gespeicherten Verletzungen abgleichen. Aufklärung darüber wie diese Art der Heilung funktioniert, liefert Müller-Wohlfahrt kaum. Er publiziert so gut wie gar nicht in wissenschaftlich anerkannten Magazinen. Dem Magazin der Süddeutschen Zeitung<a href=" http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37627/2" target="_blank"> sagte Müller-Wohlfahrt im Juni 2012</a>, ihm fehle “für zeitaufwendige wissenschaftliche Arbeiten die Zeit”.</p>
<p>Den meisten Patienten ist das egal, so auch dem österreichischen Skistar Rainer Schönfelder. Der mehrfache Medaillengewinner vertraute Müller-Wohlfahrt seinen Rücken an. In Erinnerung geblieben ist ihm vor allem das Auftreten des Arztes: „Wenn Herr Müller-Wohlfahrt in den Raum kommt, dann geht die Sonne auf. Der hat so eine positive Ausstrahlung. Ich würde sogar sagen, als ich ihn nur gesehen habe, waren die Schmerzen bei mir schon zu 20 Prozent weg.“</p>
<p><strong>Der Placebo-Effekt</strong><br />
Der Sportmediziner Dr. Willi Heepe aus Berlin kennt die Szene, behandelt seit Jahrzehnten Leistungssportler und hat den Berlin-Marathon als medizinischer Direktor aufgebaut. „Persönlichkeiten dieser Art, die von Spitzensportlern angehimmelt werden, können mit ihrem Glauben auch Wunder bewirken“, schildert Heepe den Placebo Effekt, der ein wichtiger Bestandteil einer Behandlung sein könne. „Ein guter Arzt wird mit diesem Placebo dosiert und seriös umgehen. Ob das Müller-Wohlfahrt tut, da habe ich meine Zweifel.“</p>
<p>Heepe sieht bei Müller-Wohlfahrt Parallelen zu Armin Klümper, einer der schillerndsten, aber auch umstrittensten Ärzte der deutschen Sportgeschichte. „Der Klümper sagt: Kein Problem, das spritzen wir und holt seine Zaubermittel raus und gibt Injektionen. Dann wird es kriminell, weil ich nicht heile“, sagt Heepe. Klümper hat zahlreichen deutschen Athleten Dopingmittel verabreicht. Und er wird für den Medikamenten-Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel 1987 mitverantwortlich gemacht. <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487777.html" target="_blank">In einem Interview mit dem SPIEGEL im Jahr 1991</a> wird Klümper als Müller-Wohlfahrts Mentor beschrieben. Müller-Wohlfahrt selbst ist nie mit Doping in Verbindung gebracht worden und wollte sich auf Anfrage zu seiner Verbindung zu Klümper nicht äußern.</p>
<p><strong>Actovegin: &#8220;tausendfache Anwendung&#8221;</strong><br />
Eines von Müller-Wohlfahrts Mittelchen ist seit Jahrzehnten das Mittel Actovegin. Der Promi-Arzt preist die Substanz in Buchveröffentlichungen und Interviews an. Einem amerikanischen Reporter des Sportkanals ESPN <a href="http://espn.go.com/espn/otl/story/_/id/7324261/germany-dr-hans-wilhelm-muller-wohlfahrta-great-healer-quack-hyperactive-syringe" target="_blank">sagte er vor gut einem Jahr</a>, er habe in all den Jahren “weit mehr als eine Millionen Injektionen” mit Actovegin gesetzt, quasi jeder Patient erhalte eine Behandlung damit. In seinem Buch “Muskelverletzungen im Sport” beschrieb Müller-Wohlfahrt vor drei Jahren seine Verwendung von Actovegin: “unter tausendfacher Anwendung von Actovegin durch die Autoren kam es zu keiner einzigen allergischen Reaktion”. Auf Fragen der WAZ zu seinen Behandlungen mit Actovegin und ob er diese auch heute noch durchführt, hat Müller-Wohlfahrt leider nicht geantwortet, stattdessen drohte dessen Promi-Anwalt Christian Schertz mit sämtlichen presserechtlichen Schritten und weitergehenden Ansprüchen.</p>
<p>Actovegin, das aus Kälberblut extrahiert wird, wird auch von vielen dopenden Sportlern verwendet. In den Ermittlungsakten der amerikanischen Anti-Doping Agentur USADA gegen Lance Armstrong taucht Actovegin mehrmals auf. Ehemalige Teamkollegen wie Tyler Hamilton berichten, dass das Mittel den Fahrern während der Tour de France gespritzt wurde – für einen besseren Sauerstofftransport und eine schnellere Erholung. USADA-Chef Travis Tygart nannte Müller-Wohlfahrts extensiven Actovegin-Einsatz gegenüber ESPN “ein Frankenstein-Experiment”. Auch im Prozess gegen den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes wurde Actovegin thematisiert. Während der Gerichtsverhandlung lobte Fuentes den Effekt, wenn die Substanz in die Blutbahn gespritzt wird. Das beste Actovegin komme aus Deutschland, sagte Fuentes im Prozess.</p>
<p><strong>Mittel eigentlich &#8220;nur zur Wundheilung&#8221;</strong><br />
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sagt, Actovegin dürfe in Deutschland ausschließlich „zur Unterstützung der Wundheilung“ eingesetzt werden. Die nationale Anti-Doping Agentur NADA unterscheidet zwischen einer intramuskulären und einer intravenösen Anwendung. Wenn das Mittel direkt in den Skelettmuskel gespritzt wird, liegt kein Dopingverstoß vor. Intravenöse Infusionen sind auch erlaubt, aber “nur nach erteilter medizinischer Ausnahmegenehmigung”, teilt die NADA mit. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und das IOC hatten Actovegin im Jahr 2000 vorübergehend verboten. Heute beobachtet die WADA das Mittel aufmerksam. Müller-Wohlfahrt schreibt in seinem Buch über Muskelverletzungen, dass er sich die Verwendung von Actovegin jährlich von der NADA absegnen lässt.</p>
<p>Nicht weit von Müller-Wohlfahrts Praxis am Alten Hof in München liegt die Adler-Apotheke in der Sendlinger Straße. Der Leiter der Apotheke, Ralph-Eric Koch, bestätigt, dass er das Mittel vor Jahren in großen Mengen verkauft hat – an einen berühmten deutschen Sportarzt, aber auch an andere Vertreter aus dem Spitzensport. Es hieß, „dass es leistungssteigernd sein könnte. Wenn man es im Blut anreichert. Dass man dann seine Ausdauer verbessern könnte“, sagt Apotheker Koch. Müller-Wohlfahrt hat auf Fragen, woher er sein Actovegin bezieht und bezogen hat, nicht geantwortet.</p>
<p>Actovegin wird nur in relativ wenigen Ländern überhaupt noch verkauft, zum Beispiel in Österreich oder Russland. In einigen Ländern ist die Einfuhr komplett verboten, etwa in den USA. Jean Pierre Paclet, der ehemalige Mannschaftsarzt der französischen Fußball-Nationalmannschaft schildert in einem Telefonat eine Situation vor der Europameisterschaft 2008, in der Müller-Wohlfahrt einen Spieler der Equipe Tricolore mit dem Kälberblutextrat behandeln wollte: „Actovegin ist eine Substanz, die in Frankreich von der Arzneimittelbehörde nicht zugelassen ist. Und deshalb hab ich dem Spieler dann verboten, sich bei Müller-Wohlfahrt behandeln zu lassen, weil ich nicht gegen das Gesetz verstoßen wollte. Er ist dann auch nicht hingegangen.“ Müller-Wohlfahrt wollte sich zu dieser Begebenheit nicht äußern.</p>
<p><strong>Behandlung von Muskelverletzungen &#8220;außerhalb der Indikation&#8221;</strong><br />
Die Firma Takeda vertrieb unter dem Namen Nycomed bis Ende 2008 Actovegin in Deutschland. Seitdem kann Müller-Wohlfahrt das Mittel nur aus dem Ausland beziehen. „Allgemein ist Actovegin indiziert für die Behandlung neurologischer Störungen nach Schlaganfällen”, erklärt der Pressesprecher von Takeda am Telefon. “Jeder Einsatz zur Leistungssteigerung ist außerhalb der Indikation und damit nicht zugelassen. Dazu zählt auch die Behandlung von Muskelverletzungen.”</p>
<p>Arzneimittel-Experten werden noch deutlicher. &#8220;Actovegin beinhaltet mögliche schwerwiegende negative Folgen für die Gesundheit. Es kann zum Beispiel zu allergischen Reaktionen kommen“, sagt Peter Sawicki. Der ehemalige Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftslichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist einer der profiliertesten Pharma-Kenner. „Wenn Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ein solches Mittel als Placebo einsetzt, nimmt er den Schaden seiner Patienten in Kauf.“<br />
<strong><br />
Werbung im Shop des FC Bayern</strong><br />
Die Kritik an Müller-Wohlfahrts Behandlungen und dem Mittel Actovegin hat dem Promi-Arzt offenbar nicht geschadet. Seinen Ruf und seine Bekanntheit nutzt Müller-Wohlfahrt zum Beispiel, um Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. Bis heute darf Müller-Wohlfahrt im FC Bayern Online-Shop in einer eigenen Kategorie Salben und Pillen der formula Müller-Wohlfahrt AG bewerben – der Doc selbst ist Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft.</p>
<p>Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW beschäftigt sich seit Jahren mit irreführender Werbung für Nahrungsergänzungsmittel. Sie kritisiert die enge Verquickung von Bayern-Shop und Müller-Wohlfahrts Geschäften. Von der Bayern-Webseite wird der Nutzer auf die Schweizer Seite der MW Balance AG geleitet. Dort gelten auf einmal andere Geschäftsbedingungen und angeblich kein Widerrufsrecht, obwohl es sich bei den Nahrungsergänzungsmitteln weder um verderbliche, noch um speziell für den Besteller hergestellte Ware handelt. “Außerdem scheint mir ein Teil der Werbung im Widerspruch zu den von der EU erlaubten gesundheitsbezogenen Werbeaussagen zu stehen”, sagt Clausen in einem Telefonat mit der WAZ. “Und die Produkte enthalten deutlich mehr von einzelnen Nährstoffen als das Bundesinstitut für Risikobewertung mit Blick auf eine mögliche Gefährdung empfiehlt.”</p>
<p><strong>Vertrauen der Bayern-Fans ausgenutzt?</strong><br />
Clausen stößt sich auch daran, dass Müller-Wohlfahrt seinen Arzt-Status und das daraus resultierende Vertrauen der Menschen in die besondere Wirksamkeit der von ihm empfohlenen Produkte ausnutze, um sich selbst zu bereichern. Verstärkt werde das ganze durch die Verbindung mit dem FC Bayern. “Verboten ist das nicht, für mich aber mit ärztlichen Werten nicht vereinbar. Die Entscheidung darüber liegt bei den Bayern-Fans.”</p>
<p>Im Jahr der deutschen Fußball-WM warb der Verein an gleicher Stelle auch für die Produkte der Neosino AG. Der NDR berichtete, Müller-Wohlfahrt sei damals für kurze Zeit als Berater von Neosino tätig gewesen. Recherchen von ARD-Anstalten und dem SPIEGEL belegten 2006, dass die angeworbenen Nahrungsergänzungsmittel mit falschen Angaben verkauft worden sind. Den teuren Produkte konnte keinerlei Wirkung nachgewiesen werden. Ein echter Schwindel, wie es das Landgericht Hamburg später bestätigte.</p>
<p><strong>Werbung in streng reguliertem Bereich</strong><br />
Mit seiner Werbung für Produkte begibt sich Müller-Wohlfahrt als Arzt in einen streng regulierten Bereich, in dem er sich an die Berufsordnung der Bundesärztekammer halten muss. In diesen Richtlinien wird zum Beispiel definiert, dass der Ärztekammer Verträge vorgelegt werden müssen, sobald Müller-Wohlfahrt für den Verkauf von Medizinprodukten vergütet wird.</p>
<p>Bereits 2008 hatte Müller-Wohlfahrt mit dem ärztlichen Kreis- und Bezirksverband München (ÄKBV) Ärger bekommen. Damals bezog sich der Ärzteverband in einem Schreiben auf einen Paragraphen in der Berufsordnung, nach dem Ärzte im Rahmen ihrer ärztlichen Tätigkeit keine “gewerblichen Dienstleistungen erbringen” dürfen. Genau diesen Grundsatz überprüfte die ÄKBV bei Müller-Wohlfahrt wegen dessen Werbung für die Produkte der formula Müller-Wohlfahrt AG. Müller-Wohlfahrt musste eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Zu einem Ausschluss aus der Ärztekammer kam es nicht. Der ärztliche Bezirksverband betont auf Nachfrage, dass eine Geschäftstätigkeit legal sei, solange “die gewerbliche Tätigkeit organisatorisch, wirtschaftlich, rechtlich und auch räumlich getrennt von der ärztlichen Tätigkeit erfolgt”. Zum konkreten Fall wollte sich der Verband trotz mehrfacher Nachfrage nicht äußern.</p>
<p><strong>Warnung der eigenen Anwälte</strong><br />
Drei Jahre nach der Prüfung durch den Bezirksverband begann Müller-Wohlfahrt für ein Rückenprogramm der Johannesbad Unternehmensgruppe Werbung zu machen. Unter dem Label “Premium Rückenschmerz Therapie” sollen Kunden durch von Müller-Wohlfahrt geschulte Therapeuten fit gemacht werden. Damals warnten ihn seine Anwälte davor, es mit der Werbung bitte nicht zu übertreiben. Die Kanzlei Schmalisch, Lang &#038; Partner schrieb damals an Müller-Wohlfahrt: &#8220;Die Johannesbad-Kliniken werben bereits im Internet mit Ihrem Namen und Ihrem Bild. Das muss unverzüglich unterbunden werden. (&#8230;) Sobald die Ärztekammer von diesem Internet-Auftritt erfahren sollte, wird sie gegen Sie ein gerichtliches Verfahren auf Unterlassung dieser Werbung einleiten.&#8221; Müller-Wohlfahrt wollte sich auf Anfrage weder zu dem Schreiben der Ärzteverbandes, noch zum Schreiben seiner eigenen Anwälte äußern.</p>
<p>Noch heute können Interessenten <a href=" http://www.johannesbad-fachklinik.de/Seiten_Rueckenzentrum-Therapie-Mueller-Wohlfahrt.aspx" target="_blank">eine “BACK ON TOP by Müller-Wohlfahrt”-Therapie buchen</a>. Mit Müller-Wohlfahrts Namen veredelt kosten drei Tage fast 1.000 Euro, eine Woche gibt es für knapp 2.000 Euro. Was Müller-Wohlfahrt für seine Zusammenarbeit mit den Johannesbad Kliniken bekommt? Eine Antwort hat die WAZ auf Nachfrage weder von der Klinik, noch von Müller-Wohlfahrt erhalten.</p>
<p>Der Ruf des Heilers – ob er berechtigt ist, bleibt fraglich. Nur eins ist sicher: Für Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt lohnt er sich.</p>
<p>&#8212;&#8212;<br />
Wir bleiben dran und recherchieren weiter zu Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und zu medizinischen Behandlungen im Fußball. Haben Sie Informationen oder Hinweise? Hier können Sie uns <a href="https://www.derwesten-recherche.org/autoren/" target="_blank">eine Mail schicken</a>. Gerne können Sie uns auch anonym benachrichtigen, über <a href="https://upload.derwesten-recherche.org/upload/" target="_blank">unsere verschlüsselte Upload-Plattform</a>. Mehr Informationen gibt es auch in unserem Blog <a href="http://fussballdoping.de" target="_blank">fussballdoping.de</a>. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht. </p>
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		<title>Dortmunder Nazis und der Terror des NSU</title>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2013 09:28:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10730" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/05/dortmunder-nazis-und-der-terror-des-nsu/woelfe-2/" rel="attachment wp-att-10730"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2013/05/Woelfe-300x232.jpg" alt="" title="Weisse Woelfe" width="300" height="232" class="size-medium wp-image-10730" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nazi-Band &quot;Weisse Wölfe&quot; mit Dortmunder Teilbesetzung posiert mit Waffen.</p></div>
<p>Das Dortmunder Neonazi-Netzwerk war enger mit dem Umfeld des terroristischen NSU verflochten, als bisher bekannt. Nach Recherchen der WAZ besuchten Neonazis aus Dortmund bereits im Jahr 1995 gemeinsam mit dem späteren Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), Uwe Mundlos, ein Treffen gewaltbereiter Neonazis aus der extremistischen „Blood &#038; Honour“-Szene im ostdeutschen Gera. Dies geht aus Überwachungsprotokollen der Thüringer Polizei hervor, die der WAZ-Mediengruppe vorliegen. Ein direkter Kontakt des NSU zu Dortmunder Neonazis war bislang nicht nachgewiesen. </p>
<p>Weitere Kontakte aus Dortmund in das NSU-Umfeld lassen sich aus Unterlagen des Bundeskriminalamtes nachweisen. So trafen sich etwa im Jahr 2001 Dortmunder Neonazis im Rahmen der rechtsradikalen Gefangenenhilfe HNG mit der prominenten NSU-Unterstützerin Antje Pobst. Diese hatte der NSU-Terroristin Beate Zschäpe ihren Pass zum Abtauchen in den Untergrund zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus finden sich im Adressbuch des NSU-Sprengstoffbeschaffers Thomas Starke die Telefonnummer der Dortmunder Nazi-Band Oidoxie. Aus den Handydaten des Thomas Starke lässt sich zudem nachweisen, dass sich dieser NSU-Unterstützer Ende der 90er Jahre häufig im Dortmunder Raum aufhielt. In einer angefangenen SMS schreibt Starke aus dem Dortmunder Raum: „Bin gestern Nachmittag mal hier ein Stück gelaufen, nur Türken, da fällt dir nichts mehr ein.“ Ein Ostdeutsche Kontaktmann aus dem NSU-Umfeld antwortet per SMS: „Isses so schlimm mit den Kanaken? Da weiß man ja, wo nächstes Mal aufgeräumt werden muss.“ </p>
<p>Am 4. April 2006 erschossen die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Dortmund den Kioskbesitzer Mehmet Kubaşık.</p>
<p>Ermittler des Verfassungsschutzes sagten der WAZ im Schutz der Anonymität, ein denkbares Motiv für den Mordanschlag auf Kubaşık sei die so genannte Strategie der „Kommunikation der Tat“. Der Mord habe eventuell als Fanal dienen sollen, weitere Gewalttaten rechter Extremisten in Dortmund zu provozieren. Ein Mitglied der damaligen Naziszene in Dortmund sagte der WAZ: „Wir wollten Terroristen werden“. Wie aus Unterlagen hervorgeht, die dieser Zeitung vorliegen, hatten Dortmunder Neonazis mit Kontakten zum NSU teilweise über Mittelsmänner Zugang zu Waffen und Sprengstoffen. Immer wieder kam es aus ihrem Umfeld zu schweren Gewalttaten und sogar Morden. So tötete der Neonazi Michael Berger im Jahr 2000 drei Polizisten bevor er sich selbst erschoss. In der Naziszene wurden die Morde gefeiert. „3:1 für Deutschland“ hieß es auf einem Flyer, den Dortmunder Nazis anschließend verteilten.</p>
<p>Bei der „Kommunikation der Tat“ handelt es sich um eine der wichtigsten Strategien des Blood &#038; Honour Netzwerkes. Demnach sollten Unterstützer, die in einer scheinbaren Normalität leben, untergetauchten Neonazi-Zellen bei ihren Anschlägen helfen. Die Anschläge selbst sollten für sich sprechen – ohne Bekennerschreiben und Hinweise auf die Täter. So hoffen die militanten Neonazis lange unentdeckt operieren zu können. Verstehen sollen die Anschläge nur, wer die Strategie im Hintergrund begreift. Eine Tat sollte so neue Taten provozieren. Unter diesem Label vermuten Ermittler Brandanschläge auf türkische Wohnhäuser, Überfälle auf türkische Arbeiter, Angriffe auf Andersdenkende. Die Täter begreifen sich als politische Soldaten. Die Organisation „Blood &#038; Honour“ wurde im Jahr 2000 verboten. Die Funktionäre  machen aber unter anderem Namen weiter.</p>
<p>Die Dortmunder Neonazis denen Drähte zum NSU-Umfeld nachgewiesen werden können, gehören zur besonders gewaltbereiten Szene im Ruhrgebiet. Einer der festgestellten Nazi ist beispielsweise Marco Gottschalk, Sänger der Band Oidoxie. Er selbst und seine Band treten immer wieder unter dem Label „Combat 18“ auf. Bei dieser Gruppe handelt es sich um einen besonders militanten Flügel des Blood &#038; Honour Netzwerkes. Ein weitere Neonazi, der sowohl bei dem Treffen in Gera, als auch dem HNG-Treffen dabei war, ist Carsten J. Dieser Dortmunder stand damals in engem Kontakt mit den höchsten deutschen Blood &#038; Honour-Funktionären und führte selbst eine Gruppe von bis zu 30 Dortmunder Neonazis an, aus deren Kreis immer wieder Überfälle geplant und durchgeführt wurden. </p>
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		<title>Kanalbauer</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 14:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DANKE!! Infos erhalten. Ich komme aber mit der Firma nicht weiter. Gibt es noch Infos?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DANKE!! Infos erhalten. Ich komme aber mit der Firma nicht weiter. Gibt es noch Infos?</p>
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		<title>Kommentar: Eine Behörde ohne Haltung und Verantwortungsbewusstsein</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 18:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Brandt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es mag nicht realistisch sein, jedes Gift überall bestmöglich zu überwachen. Aber gerade ein grüner Umweltminister sollte alles daran setzen, dem Optimum so nah wie möglich zu kommen. Das ist das Minimum, wenn es um Gift geht. Ebenso selbstverständlich wie ein hochmotiviertes Landesumweltamt. Doch dessen potenziell giftiger Datensumpf wäre wohl noch jahrelang weiter mit Zahlen... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2013/05/kommentar-eine-behorde-ohne-haltung-und-verantwortungsbewusstsein/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es mag nicht realistisch sein, jedes Gift überall bestmöglich zu überwachen. Aber gerade ein grüner Umweltminister sollte alles daran setzen, dem Optimum so nah wie möglich zu kommen. Das ist das Minimum, wenn es um Gift geht. Ebenso selbstverständlich wie ein hochmotiviertes Landesumweltamt.</p>
<p>Doch dessen potenziell giftiger Datensumpf wäre wohl noch jahrelang weiter mit Zahlen vollgestopft worden, ohne dass sie irgendwer mal bewertet hätte. Hier fehlt es an Haltung, am verantwortlichen Umgang mit einer großen Aufgabe.</p>
<p>Das wird auch jetzt deutlich: kein Signal der Einsicht oder des Bedauerns. Stattdessen suchen Verantwortliche formale Gebüsche, hinter denen sie sich verschanzen wollen. Es gebe solche und solche Untersuchungen, heißt es – und für manche auch gar keine Vorschriften.</p>
<p>Unsäglich ist das. Der Handlungsdruck auf den Umweltminister wächst.</p>
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