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	<title>WAZ Rechercheblog</title>
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	<description>Der Westen enthüllt</description>
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		<title>facebook.com: Das wohl schlechteste Geschäft im World Wide Web</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 10:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Adam Grossman]]></category>
		<category><![CDATA[Börsengang]]></category>
		<category><![CDATA[Die wahre Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[facebook.com]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Zuckerberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch den Facebook-Börsengang werden am Freitag viele reich. Nur einer nicht: Der Erfinder der Internetseite facebook.com. Dies hier ist seine Geschichte. Von Lene-Lotte Burkhard Die Suche nach dem Erfinder von facebook.com führt nicht ins Silicon Valley oder zu Mark Zuckerberg, die Suche führt in einen kleinen amerikanischen Vorort an der Ostküste der USA. Über Zuckerberg... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3433" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/aboutface/" rel="attachment wp-att-3433"><img class="size-full wp-image-3433" title="Verblüffende Ähnlichkeit: Das AboutFace-Logo sieht dem heutigen Facebook sehr ähnlich. Fotos: Lene-Lotte Burkhard." src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/aboutface.jpg" alt="Verblüffende Ähnlichkeit: Das f von AboutFace sieht dem f des heutigen Facebook-Logos sehr ähnlich. Fotos: Lene-Lotte Burkhard." width="260" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Verblüffende Ähnlichkeit: Das f aus dem Logo von AboutFace sieht dem heutigen Facebook-f-Logo sehr ähnlich. Fotos: Lene-Lotte Burkhard.</p></div>
<p><strong>Durch den Facebook-Börsengang werden am Freitag viele reich. Nur einer nicht: Der Erfinder der Internetseite facebook.com. Dies hier ist seine Geschichte.</strong></p>
<p><em>Von Lene-Lotte Burkhard</em></p>
<p>Die Suche nach dem Erfinder von facebook.com führt nicht ins Silicon Valley oder zu Mark Zuckerberg, die Suche führt in einen kleinen amerikanischen Vorort an der Ostküste der USA. Über Zuckerberg und Facebook gibt es Bücher und einen Hollywood-Film, doch den Erfinder der Webseite hat bislang niemand enthüllt. Das Facebook-Imperium versucht, die Spuren zu verwischen. Wir haben den Erfinder trotzdem gefunden.</p>
<p>Die offizielle Story von Facebook ist ein Heldenepos: Mark Zuckerberg gründete das Netzwerk 2004 an der Harvard-Uni in Boston. Das Konzept: Die Nutzer können sich in einem geschlossenen Netzwerk frei mit ihren Freunden über alles austauschen. Texte, Bilder, Musik, Videos. Kostenlos, weltweit. Ein Konzept, das Gold wert ist. Jeder, der heute Anteile an Facebook hält, wird beim Börsengang ein Vermögen machen. Facebook ist mit bis zu 100 Milliarden Dollar eine der kostbarsten Firmen der Welt.</p>
<p><strong>facebook.com wird registriert, da ist Zuckerberg zwölf Jahre alt</strong><br />
Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Die Anfänge der Webseite reichen weit zurück, bis ins Jahr 1997. Als die Seite facebook.com registriert und die Idee vom Online-Netzwerk geboren wurde, war Mark Zuckerberg gerade zwölf Jahre alt. Der Erfinder von facebook.com wohnt heute in einem Vorort von Boston, im US-Bundesstaat Massachusetts. Und er geht leer aus, wenn Zuckerberg &amp; Co. am Freitag Milliarden scheffeln.</p>
<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/dsc_0292/" rel="attachment wp-att-3349"><img class="alignleft size-full wp-image-3349" title="" src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/DSC_0292.jpg" alt="" width="260" height="180" /></a>Wer die Anmeldung der Domain facebook.com überprüft, stößt auf den 28. März 1997, einen Freitag. Doch nirgendwo steht, wer die Seite angemeldet hat. Zuckerberg hatte sein Imperium 2004 mit der Seite thefacebook.com gestartet. Die bekannte Domain facebook.com gehörte jemand anderem.</p>
<p>Anfragen nach der Vergangenheit der Domain facebook.com beantwortet der Konzern vor dem Börsengang nicht. Eine PR-Agentin aus Hamburg sagt, dass sie aus Amerika zum Schweigen angewiesen worden sei. Zitieren dürfe man sie aber auch mit diesem Satz nicht.</p>
<p>Die Facebook-Chronik jedes Nutzers soll mit seiner Geburt beginnen, auf der Seite von Facebook selbst klafft dort ein Loch. Niemand verrät etwas über die Geburtsstunde von facebook.com.</p>
<p>Der Internetriese kauft ständig Domains. Facebook besitzt tausende Adressen im World Wide Web. Der letzte große Deal: Der Kauf von fb.com im Jahr 2010. Vorbesitzer war ein Landwirtschaftsverband: Die „American Farm BureauFederation“ bekam 8,5 Millionen US-Dollar für ihre Anlaufstelle fb.com.</p>
<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/facebook-domain/" rel="attachment wp-att-3440"><img class="alignright size-full wp-image-3440" title="" src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/facebook-domain.jpg" alt="" width="260" height="180" /></a>Die Suche nach dem Vater von facebook.com führt über das Internet. In den Domain-Infos taucht neben dem Namen Facebook die Firma MarkMonitor auf. Frank Schulz ist für Europa zuständig. Bei einem Treffen sagt er, dass MarkMonitor seit einigen Jahren die Domains von Facebook betreue &#8211; und die Domains fast aller anderen großen Firmen im Silicon Valley – von Google über Yahoo bis zu Ebay. MarkMonitor kauft Adressen und leitet sie auf die Schlüsselseiten der Firmen um. Dadurch sind die Seiten der Konzerne besser zu finden. Kunden landen auch bei Tippfehlern oder ähnlichen Formulierungen auf den richtigen Seiten. Über sein Business redet Schulz gerne und viel, doch die Frage nach dem Vorbesitzer von facebook.com – der wichtigsten Domain für Facebook – blockt er ab. Wer die Webseite vor 2005 besaß, dürfe niemand sagen. Datenschutz.</p>
<p><strong>200.000 Dollar &#8211; statt Milliarden</strong><br />
Der amerikanische Journalist David Kirkpatrick enthüllte 2010 in seinem Buch „The Facebook Effect“: Die Firma „AboutFace Corporation“ verkaufte die Seite facebook.com im Jahr 2005 an Facebook. AboutFace und Facebook verhandelten demnach mehrere Monate über den Deal. Zuckerberg wollte die Domain, um weiter wachsen zu können. AboutFace war grundsätzlich bereit für das Geschäft, wollte die Domain aber nicht gegen Firmenanteile von Facebook eintauschen. AboutFace wollte Bargeld, schreibt Kirkpatrick. Damals war das Bargeld ein Hindernis für das Studenten-Start-Up. Nach einigem hin und her einigten sich die beiden Unternehmen im August 2005 auf einen Deal. Kaufsumme: 200.000 US-Dollar. Facebook zahlte Cash.</p>
<p>Im Nachhinein ist dieser Deal das wohl schlechteste Geschäft seit es Domain-Handel gibt. Mit dem Börsengang von Facebook ist allein die Web-Adresse facebook.com Milliarden wert.</p>
<p>Wer hat den Deal gemacht? Wer steckt hinter AboutFace? Bei Kirkpatrick steht kein Wort dazu. Bleibt die Spur zur „AboutFace Corporation“. Google liefert gleich mehrere Firmen mit identischen Namen in den USA und auch in Kanada. Davon kommen aufgrund ihres Alters nur zwei als ursprüngliche facebook.com-Besitzer in Frage. Weder der kanadische Verein für Kinder mit Gesichtsmissbildungen noch die Unternehmensberatung aus den USA antworten auf Anfragen.</p>
<p>Den Weg aus der Sackgasse bietet die Webseite archive.org. Mit dieser Suchhilfe kann man auf alte Versionen von Webseiten zurückgreifen. Dort tut sich plötzlich eine neue Spur auf: Sie führt zurück nach Boston, in die Stadt der Elite-Universität Harvard. Dorthin, wo auch Zuckerberg sein Imperium schuf. Die Spur führt zu einer alten und längst inaktiven Webseite eines Software-Anbieters mit dem Namen AboutFace.com.</p>
<div id="attachment_3364" class="wp-caption aligncenter" style="width: 514px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/dsc_0255/" rel="attachment wp-att-3364"><img class=" wp-image-3364" title="Das f aus dem Logo von AboutFace kennt man, oder?" src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/DSC_0255-300x198.jpg" alt="Das f aus dem Logo von AboutFace kennt man, oder?" width="504" height="331" /></a><p class="wp-caption-text">Das f aus dem Logo von AboutFace kennt man, oder?</p></div>
<p>Diese Firma hat eine Software entwickelt, deren Marke ein blaues Logo war. Wer sich bei AboutFace mit einem Benutzernamen und Passwort einloggte, sah die Profile seiner Kontakte und Freunde – von Charlotte, Eva und Walter etwa. In seiner Struktur sah AboutFace.com dem heutigen Facebook verblüffend ähnlich.</p>
<p>Auch das Ziel der Internetseiten war identisch: Mit Hilfe von AboutFace.com sollten sich Mitarbeiter von Firmen oder Schüler an Schulen untereinander vernetzen können. Erfunden wurde diese Software bereits im Frühsommer 1993. Elf Jahre bevor Mark Zuckerberg Facebook gründete.</p>
<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/dsc_0164/" rel="attachment wp-att-3359"><img class="alignleft size-full wp-image-3359" title="" src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/DSC_0164.jpg" alt="" width="260" height="180" /></a>Der entscheidende Unterschied zwischen der Zuckerberg-Seite und AboutFace? Die Software von AboutFace war kostenpflichtig. Das Zuckerberg-Reich „ist und bleibt kostenlos“, so zumindest steht es auf der Startseite von Facebook. Das kostenpflichtige AboutFace ging unter. Die Umsonst-Seite setzte sich durch. Die Zuckerberg-Seite wächst und wächst. Facebook hat heute fast eine Milliarde Nutzer.</p>
<p>Wer hat facebook.com damals für AboutFace registriert? Die Spuren führen über das US-Handelsregister zu Adam Grossman. Dieser gibt im Facebook-Konkurrenten LinkedIn an, er sei Gründer und Chef von AboutFace. Im Juni 1993 studiert Grossman – und gründet seine erste Firma. Die „Atlantic Media Corporation“ stellt gedruckte Jahrbücher für Schulen her. Diese werden im Englischen „facebook“ genannt, sie versammeln Porträts von Schülern und ihren Klassen – mit Hobbys oder besten Freunden. Adam Grossman kennt sich mit Jahrbüchern aus: Er produzierte sie schon während seiner Zeit am Williams College in Massachusetts. Nach seinem Abschluss 1994 will er expandieren und seine „facebooks“ auch anderen Schulen, Hochschulen und Unternehmen anbieten.</p>
<p><strong>&#8220;The Electronic Facebook&#8221;</strong><br />
Grossman ist erfolgreich, sogar die Harvard-Uni zählt zu seinen Kunden. Nur in Unternehmen ist das Geschäft schwierig. Dort wechseln die Mitarbeiter ständig, die Verzeichnisse sind schnell überholt. Bei jedem Mitarbeiterwechsel ein neues Facebook auf Papier zu drucken, ist den Kunden von Adam Grossman zu teuer. Seine Idee: ein elektronisches Facebook, ein digitales Verzeichnis, in dem jeder sein Profil mit Foto einfach selbst verwaltet. Das ist die Geburtsstunde von „The Electronic Facebook“ – so nennt Grossman sein neues Produkt.</p>
<p><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/facebook-com-das-wohl-schlechteste-geschaft-im-world-wide-web/dsc_0412/" rel="attachment wp-att-3354"><img class="alignright size-full wp-image-3354" title="" src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/DSC_0412.jpg" alt="" width="260" height="180" /></a>War das auch die Geburtsstunde von facebook.com? Ein Hinweis dafür findet sich auf einer Webseite aus dem Jahr 1998, dort wirbt Grossman für sein elektronisches Mitarbeiterverzeichnis, das Electronic Facebook. Auf einer Unterseite steht die Kontakt-Adresse: info@facebook.com. Grossman selbst vermarktet sein Produkt nur wenige Monate auf facebook.com. Als er „The Eletronic Facebook“ im September 1997 in &#8220;AboutFace&#8221; umbenennt, zieht er auf die Domain aboutface.com um.</p>
<p>War es Adam Grossman, der facebook.com registrierte?</p>
<p>Im Gegensatz zu Zuckerberg hat Grossman ein abgeschlossenes Studium. 1993 macht er seinen Bachelor in Volkswirtschaft und setzt 2008 noch einen MBA am Massachusetts Institute of Technology oben drauf. Heute arbeitet er bei einer Investmentfirma in Boston. Eines seiner Spezialgebiete: Informationstechnologie. Der dunkelhaarige Familienvater lebt in einem Einfamilienhaus in Brookline, einem Vorort von Boston. Seine Frau und er sind dort in einer religiösen Gemeinde aktiv. Er scheint zufrieden zu sein.</p>
<p><strong>Die gleiche Email &#8211; seit 15 Jahren</strong><br />
Im Zuckerberg-Facebook gibt es hunderte Menschen mit dem Namen &#8220;Adam Grossman&#8221;. Der Gründer und Geschäftsführer von AboutFace.com ist dort nicht zu finden. Auf Google finden sich über 100.000 Treffer zum Suchbegriff „Adam Grossman&#8221;. Nur eine Fährte führt zum richtigen Mann. Eine alte Email-Adresse aus seiner Zeit für AboutFace. Adam Grossmann benutzt sie seit 15 Jahren.</p>
<p>Die E-Mail-Anfrage an ihn lautet: „Wissen Sie, wer die Domain facebook.com an einem Freitag im März 1997 registriert hat?&#8221;</p>
<p>Adam Grossman antwortet:</p>
<p>“That was me.”</p>
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		<title>In eigener Sache</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 10:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Kraftgate]]></category>
		<category><![CDATA[Steinkühler]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
		<category><![CDATA[Wir in NRW]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ein paar Tagen werde ich immer wieder gefragt, warum ich nicht mit einem Rechtsanwalt gegen Falschbehauptungen des Wir-in-NRW-Blogs vorgehe. Dort beleidigen mich einige der anonymen Autoren, die für Alfons Pieper, den Ex-Vize-Chef der WAZ, arbeiten. Ich habe lange zum Thema geschwiegen. Weil es albern ist. Aber die Beleidigungen haben nicht aufgehört. Deswegen will ich... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/in-eigener-sache/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ein paar Tagen werde ich immer wieder gefragt, warum ich nicht mit einem Rechtsanwalt gegen Falschbehauptungen des Wir-in-NRW-Blogs vorgehe. Dort beleidigen mich einige der anonymen Autoren, die für Alfons Pieper, den Ex-Vize-Chef der WAZ, arbeiten.</p>
<p>Ich habe lange zum Thema geschwiegen. Weil es albern ist.</p>
<p>Aber die Beleidigungen haben nicht aufgehört. Deswegen will ich hier was sagen.</p>
<p>Ja, ich habe tatsächlich überlegt, einen Rechtsanwalt zu nehmen, um die Sache abzuräumen. Aber dann denke ich, unsere Gerichte haben Besseres zu tun, als sich mit Abmahnungen zu befassen.</p>
<p>Außerdem lenkt ein Rechtsstreit nur von der Hauptsache ab.</p>
<p>Deswegen hier ein paar Worte zu Klarstellung aus meiner Sicht, nachdem die anonymen Schreiber sich im Pieper-Blog abgearbeitet haben.</p>
<p>Es ist Unfug zu glauben, ich würde eine Recherche durchziehen und andere Medien würden das Material veröffentlichen, weil ich ein netter Kerl bin oder ein paar Leute kenne. Das ist so ein Quatsch, da kann ich kaum was zu sagen. Was Stern oder Spiegel veröffentlichen, recherchieren Stern oder Spiegel selbst. Die Pieper-Leute bedienen sich aus einer schwammigen Gerüchteküche.</p>
<p>Aber ja, es stimmt, ich recherchiere wie andere Leute auch zu den Hintergründen des Wir-in-NRW-Blogs. Weil mich interessiert, wie die Zusammenhänge sind. Weil ich ein paar der im Blog aufgebrachten Märchen nicht glaube. Weil ich wissen will, wie die Ausschreibungen zu den Aufträgen an die Firmen De-Media.de und Steinlühler-com gelaufen sind – vom Ursprung an. Deswegen habe ich Anträge auf Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz an die beteiligten Behörden gestellt. Noch immer sind viele Fragen offen.</p>
<p>Daraus zu schließen, ich sei auf einem &#8220;Kreuzzug&#8221;, ist wieder Unfug. Die angesprochenen Punkte sind von öffentlichem Interesse: Wer hat aus welchem Grund die öffentliche Meinung bei einer Wahl beeinflusst? Darum geht es. Egal, wer hier warum vom Thema ablenkt. Diese Frage zu klären, ist meine Aufgabe als Rechercheur.</p>
<p>Nun aber zu denken, mich habe die CDU instrumentalisiert, wie die anonymen Schreiber im Pieper-Blog phantasieren, das ist wieder so ein Unfug, zu dem ich kaum was sagen kann. Solche Verschwörungstheorien glauben in der Regel nur Menschen, die denken, es sei Recherche, von einem PR-Agenten gefüttert zu werden &#8211; oder die selbst PR-Agenten sind.</p>
<p>Ach ja, dann wurde noch spekuliert, warum ich noch nichts in der WAZ geschrieben habe. Der Grund ist einfach: Die Geschichte ist noch nicht soweit. Ich recherchiere immer noch. Das bedeutet: ich sammle weiter Infos. Und ich diskutiere mit Leuten in der Redaktion über die Recherche. Wo sind Lücken, wo muss es tiefer gehen, wo liegt der wunde Punkt. Eine solche Recherche kann sehr lange dauern. Aber ich habe einen langen Atem.</p>
<p>Jetzt will ich erst mal die angesprochenen Unterlagen zu den angesprochenen Ausschreibungen sehen.</p>
<p>Dann sehe ich weiter.</p>
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		<title>Neue Atomtransporte in NRW?</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 15:36:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Land NRW drohen neue Atomtransporte. Wie aus Unterlagen aus dem Bundesforschungsministeriums hervorgeht, muss das Forschungszentrum Jülich 55 Fässer mit radioaktivem Müll aus einer Wiederaufbereitungsanlage in Schottland zurücknehmen. Dazu hatte sich das Forschungszentrum in einem Vertrag mit der schottischen Anlage bereits Anfang der 90er Jahre verpflichtet. Entsprechende Verträge haben Atomanlagen in anderen Bundesländern ebenfalls mit... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/neue-atomtransporte-in-nrw/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3400" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/neue-atomtransporte-in-nrw/fz_juelich_0-jpg/" rel="attachment wp-att-3400"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/FZ_Juelich_0.jpg-300x100.png" alt="Im Forschungszentrum Jülich lagert Atommüll" title="Im Forschungszentrum Jülich lagert Atommüll" width="300" height="100" class="size-medium wp-image-3400" /></a><p class="wp-caption-text">Im Forschungszentrum Jülich lagert Atommüll</p></div>Dem Land NRW drohen neue Atomtransporte. Wie aus Unterlagen aus dem Bundesforschungsministeriums hervorgeht, muss das Forschungszentrum Jülich 55 Fässer mit radioaktivem Müll aus einer Wiederaufbereitungsanlage in Schottland zurücknehmen. Dazu hatte sich das Forschungszentrum in einem Vertrag mit der schottischen Anlage bereits Anfang der 90er Jahre verpflichtet. Entsprechende Verträge haben Atomanlagen in anderen Bundesländern ebenfalls mit der schottischen Anlage abgeschlossen.</p>
<p>Das Bundesministerium versucht nun, die Rücknahme des Atommülls aus Schottland wegzuverhandeln. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, will das Ministerium einen Tausch erreichen. Demnach soll der einbetonierte Müll in den Fässern in Großbritannien verbleiben. Dafür will das Forschungsministerium geringere Tonnagen mit stärker belasteten Atommüll in so genannten Glaskokillen aus der Wiederaufbereitungsanlagen in Sellafield nach Deutschland bringen. Dieser Müll soll dann nach Möglichkeit zusammen mit Atommüll eines ungenannten deutschen Versorgers in Gorleben eingelagert werden. Sollte dies nicht gelingen, könnte der Müll nach Jülich gebracht werden müssen. Die Kosten des Tauschtransportes werden derzeit auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.</p>
<p>Der Vorgang ist politisch brisant. Vor den Wahlen hatte die Bundesregierung zugesagt, mit dem Land NRW eine Lösung zu finden, die neue Atomtransporte unnötig macht. Das Land will deshalb in Jülich ein neues Atomzwischenlager bauen. Kosten: etwa 40 Millionen Euro. Die Bundesregierung setzt stattdessen auf neue Atomtranpsorte – etwa ins Zwischenlager Ahaus. Die neu anstehenden Atomtransporte erhöhen nun den Druck auf beide Seiten eine schnelle Lösung zu finden.</p>
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		</item>
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		<title>Der Kampf um ein Foto</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 12:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Todgesagte lebt noch. Sie hat dunkles, welliges Haar, hier und da eine graue Strähne. Manchmal, sagt sie, hat sie noch Angst. Aber sie hat jetzt wieder Boden unter den Füssen gefunden. Neda Soltani hat ihre Heimat verloren, weil sie Opfer einer Verwechslung wurde. Jetzt berichtet sie von ihrem bizarren Alptraum. Das Bild von Neda... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/der-kampf-um-ein-foto/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3390" class="wp-caption alignleft" style="width: 251px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/der-kampf-um-ein-foto/neda2/" rel="attachment wp-att-3390"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/neda2-241x300.jpg" alt="Der Engel des Iran" title="Der Engel des Iran" width="241" height="300" class="size-medium wp-image-3390" /></a><p class="wp-caption-text">Der Engel des Iran</p></div>Die Todgesagte lebt noch. Sie hat dunkles, welliges Haar, hier und da eine graue Strähne. Manchmal, sagt sie, hat sie noch Angst. Aber sie hat jetzt wieder Boden unter den Füssen gefunden. Neda Soltani hat ihre Heimat verloren, weil sie Opfer einer Verwechslung wurde. Jetzt berichtet sie von ihrem bizarren Alptraum.</p>
<p>Das Bild von Neda Soltani kennt fast jeder auf dieser Welt. Es kam über die Fernsehsender, das Internet und Zeitungen in fast jedes Haus auf diesem Planten als das Bild einer Toten. Ihr bekanntes Portrait zeigt eine vorsichtig geschminkte Frau mit braunen Augen. Der im Iran gesetzlich vorgeschriebenen Schleier ist eine Handbreit zurückgeschoben. Sie lächelt, ein wenig weich, ein wenig unschuldig, freundlich.</p>
<p>Die Katastrophe begann mit einem Missverständnis, sagt sie, einem Fehler. Neda Soltani geriet in den Tumulten 2009 nach den gefälschten Wahlen im Iran zwischen die Fronten, wurde gehetzt und musste flüchten. Ihr altes Leben zerbrach wie ein Spiegel. Ihr Foto, das Bild mit dem weichen Lächeln das um die Welt ging, wurde ihr entrissen.</p>
<p>Jetzt will Neda Soltani ihr Foto und ihr Leben zurückgewinnen. Sie hat ein Buch über ihren Leidensweg geschrieben. </p>
<p>Alles begann in Teheran. Neda Soltani unterrichtete dort englische Literatur. Sie hat eine Arbeit über die weibliche Symbolik im Werk von Joseph Conrad abgeschlossen. An den Protesten im Iran 2009 konnte sie deswegen nicht teilnehmen. Sie musste damals Korrektur lesen. „Mein Ziel war es, irgendwann eine Professur anzustreben, wenn ich gut genug dafür gewesen wäre.“</p>
<p>Ihre Eltern gehören der iranischen Mittelschicht an. Neda Soltani weiß, dass nicht alles richtig im Land läuft. Aber sie gehörte nicht zu den Demonstranten. </p>
<p><div id="attachment_3391" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/der-kampf-um-ein-foto/neda4/" rel="attachment wp-att-3391"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/neda4.jpg" alt="Eine junge Frau stirbt im Iran. Sie wurde erschossen." title="Eine junge Frau stirbt im Iran. Sie wurde erschossen." width="300" height="212" class="size-full wp-image-3391" /></a><p class="wp-caption-text">Eine junge Frau stirbt im Iran. Sie wurde erschossen.</p></div>Der Fehler der ihr Leben verändern sollte, ereignete sich am 20. Juni 2009. Damals wurde in Teheran gegen 19:00 Uhr Ortszeit eine junge Frau niedergeschossen. Sie fiel auf den Rücken, aus ihrem Mund lief Blut. Dabei starrte sie in eine Handykamera, verletzt, voller Angst, wehrlos. Sie starb wenig später auf dem Weg ins Hospital. Die Bilder der sterbenden Frau wurden auf Youtube hochgeladen.</p>
<p>Alarmiert durch Blogger und Twitter stoßen bald große Sender auf das Sterben der Frau. Redakteure versuchen sie zu identifizieren. In Zeitnot suchen sie Bilder der Toten. Ihr Name soll Neda Soltan sein, Studentin der Islamic Azad Universität in Teheran. Irgendwer sucht mit diesen Daten bei Facebook.<br />
Hier unterhält auch Neda Soltani eine Seite. Öffentlich zugänglich ist hier nicht viel. In ihrem Profil zeigte Neda Soltani kaum mehr als ein Foto.</p>
<p>Wer als erster auf ihre Seite bei Facebook stieß, ist nicht mehr zu rekonstruieren. Genauso wenig ist klar, wer den Fehler machte und die ermordete Neda Soltan mit Neda Soltani verwechselte und das Foto der Lebenden aus dem Facebook-Profil stahl. Es wurd über die sozialen Netzwerke, über Blogs und Portale gestreut. Dann wurd es über CNN, BBC, CBS, ZDF, ARD und fast jeden anderen denkbaren Sender gesendet. Es wird gedruckt in den Zeitungen und Magazinen dutzender Länder. Es passiert gleichzeitig, es passiert weltweit.</p>
<p>Das Foto der jungen Frau wurde so zum Symbol des Freiheitskampfes am persischen Golf. Auf Demonstrationen trugen die wütenden Menschen das Abbild der vermeidlichen Märtyrerin vor sich her. Sie trugen es auf ihren T-Shirts und bauten ihm Altäre. Sie riefen: „Engel des Iran“.</p>
<p>Der Fehler passierte, weil sich Namen glichen. Doch die Medien hätten besser prüfen müssen, wessen Foto sie benutzen, anstatt es einfach von einer Facebook-Seite zu kopieren und weltweit zu verbreiten. </p>
<p><div id="attachment_3392" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/der-kampf-um-ein-foto/die-nedas2/" rel="attachment wp-att-3392"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/die-nedas2-300x209.jpg" alt="Linke die tote Neda Agha-Soltan. Rechts die lebende Neda Soltani" title="Linke die tote Neda Agha-Soltan. Rechts die lebende Neda Soltani" width="300" height="209" class="size-medium wp-image-3392" /></a><p class="wp-caption-text">Linke die tote Neda Agha-Soltan. Rechts die lebende Neda Soltani</p></div>Neda Soltani dachte, sie könnte den Fehler mit zwei, drei Anrufen aus der Welt schaffen. Sie schrieb an den im Iran populären Sender Voice of America. Sie schrieb, dass sie das falsche Foto hätten. Als Beweis schickte Neda Soltani ein weiteres Foto von sich. Was dann passierte, damit hatte sie nicht gerechnet.</p>
<p>Voice of America verbreitete das zweite Foto als neues Bild der verstorbenen Neda und andere Sender griffen es auf. Neda Soltani bekam Angst. Sie löschte das Foto auf ihrer Facebook-Seite. Der nächste Stein kam ins Rollen. Zensur wähnend, wurde ihr Foto kopiert, in Blogs fixiert und bei Twitter versandt.<br />
Es half auch nichts, dass spätestens seit dem 23. Juni 2009 authentische Fotos der toten Neda Agha-Soltan frei und für jeden verfügbar waren, deren Eltern hatten sie herausgegeben. Das Bild von Neda Soltani wurde trotzdem weiter verbreitet. </p>
<p>Irgendwann wurde Neda Soltani klar, dass etwas gewaltig aus dem Ruder läuft. Sie wurde vom iranischen Geheimdienst bedroht. Der Fehler mit ihrem Foto sollte gegen die Opposition gewandt, die Menschen auf der Straße als Instrumente westlicher Fälscher entlarvt werden – mit aller Gewalt. Neda Soltani wurde krank. Sie bekam Panikattacken und hilflose Angst. Ohne von ihren Eltern Abschied zu nehmen, floh sie am 2. Juli 2009 in den Westen. Ihre ganzen Ersparnisse bekamen Fluchthelfer. Mit nichts in den Händen als einem kleinen Rucksack ging sie los. Sie floh über Griechenland nach Deutschland. </p>
<p>Hier fand sie Ruhe. In Armut und Einsamkeit. Sie versank in Angst. Oft hatte sie gerade das Geld, um sich zu ernähren. </p>
<p>Irgendwann fand sie die Kraft, die Geschichte um ihr falsches Foto aufklären. Zeitungen und Sender versuchten den Fehler zu korrigieren. Den Schaden, den Neda Soltani erlitten hat, konnte sie nicht wiedergutmachen. Nur sehr wenige haben sich entschuldigt.</p>
<p>In ihrem Buch beschreibt Neda Soltani nun den Weg zurück ins Leben, hier im deutschen Exil. „Ich habe eine harte Zeit hinter mir. Ich musste mein Leben aus Ruinen wieder errichten.“ Froh ist sie darüber, dass sie Menschen fand, die ihr in der Not beistanden und halfen, den Lebensmut nicht zu verlieren. „Ich habe erlebt, wie gefährlich soziale Netzwerke sein können, wenn Inhalte von Facebook falsch benutzt werden. Ich hoffe, mein Beispiel lässt Menschen noch mal darüber nachdenken, was sie von sich im Internet preisgeben.“</p>
<p>&#8211;</p>
<p>Neda Soltani: &#8220;Mein gestohlendes Gesicht&#8221;, <a href="http://www.randomhouse.de/press/infodetail.jsp?edi=385231">Kailash-Verlag </a></p>
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		<title>Dortmunder Nazis: Combat-18-Zelle versorgte sich mit Waffen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 08:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Marco G. ist immer der dürre Nazi mit den großen Füßen. Er hasst Juden und Ausländer und trägt gerne Springerstiefel. Auf dem Foto der Neonazi-Band „Weisse Wölfe“ zielt er mit einer Pistole in das Gesicht des Betrachters. Trotz Vermummung wollen ihn die Verfassungsschützer an seinen Schuhkartongroßen Stiefeln erkennen. Die Band singt: „Am Tag der Rache... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/3248/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3252" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/3248/woelfe/" rel="attachment wp-att-3252"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/07/Woelfe-300x232.jpg" alt="Die Nazi-Band &quot;Weiße Wölfe&quot; sing über Rassenhaß und Mord" title="Die Nazi-Band &quot;Weiße Wölfe&quot; sing über Rassenhaß und Mord" width="300" height="232" class="size-medium wp-image-3252" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nazi-Band &quot;Weiße Wölfe&quot; sing über Rassenhaß und Mord</p></div>Marco G. ist immer der dürre Nazi mit den großen Füßen. Er hasst Juden und Ausländer und trägt gerne Springerstiefel. Auf dem Foto der Neonazi-Band „Weisse Wölfe“ zielt er mit einer Pistole in das Gesicht des Betrachters. Trotz Vermummung wollen ihn die Verfassungsschützer an seinen Schuhkartongroßen Stiefeln erkennen. Die Band singt: „Am Tag der Rache wollen wir euch bluten sehn.“ </p>
<p>Marco G. ist eine der zentralen Figuren in der rechtsextremen Szene Dortmunds. Er spielt in Nazis-Bands und hält die Kontakte in die internationale Szene des rechten Hasses. Doch damit nicht genug. Nach Recherchen der WAZ soll er zudem an der Gründung einer terroristischen Vereinigung in Dortmund beteiligt gewesen sein. Nach Informationen aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes hat sich die Gruppe Waffen beschafft und für den Kampf trainiert. Nur mit Glück ist der große Knall einer rechtsradikalen Gewaltorgie in Dortmund ausgeblieben. </p>
<p>Das ganze beginnt vor über zehn Jahren. In der rechtsextremen Szene Dortmunds verbreitete sich die Theorie der Turner-Tagebücher. Dabei handelt es sich um eine Ideologie des aggressiven Rassenhasses. Die Turner-Tagebücher propagieren den bewaffneten Kampf. Rechtsradikalen Aktivisten des neonazistischen „Blood &#038; Honour“-Netzwerkes in ganz Europa und den USA beziehen sich auf die Hassschrift. </p>
<p>In den Turner-Tagbüchern wird der Untergrund-Kampf von Nazis gegen die Gesellschaft verherrlicht. Der propagierten Theorie nach sollen sich die Nasis in Zellen zusammenschließen, um Terrorakte gegen Fremde zu verüben. Mit Hilfe von Morden soll die weiße Vorherrschaft erzwungen werden. Es wird empfohlen, keine Bekennerschreiben zu hinterlassen. Jede Zelle soll für sich lebensfähig sein und möglichst keinen direkten Kontakt zu anderen Zellen haben. „Die Idee hinter der Gruppe ist der führerlose Widerstand“, berichtet ein V-Mann des Verfassungsschutzes in Düsseldorf. Auch wenn eine Zelle ausgeschaltet wird, können die anderen weiter machen. </p>
<p>Die Turner-Tagebücher sind das ideologische Fundament der so genannten Combat 18 Gruppen, dem bewaffneten Arm der europäischen „Blood &#038; Honour“-Szene. Die Nummer 18 steht dabei für die Anfangsbuchstaben der Wörter: Adolf Hitler. Auch in Dortmund war eine solche Gruppe aktiv. Angeblich bis ins Jahr 2006.</p>
<p>Die Zelle soll im Umfeld der Dortmunder Skinhead-Band „Oidoxie“ und deren Kameradschaft, die sich „Oidoxie Streetfighting Crew“ nennt, enstanden sein. Marco G. ist Chef der Band. Die Hymne der Kameradschaft heißt: „Terrormachine“. </p>
<blockquote><p>Die Dortmunder Neonazi-Band „Oidoxie“ ist in der rechten Szene bestens vernetzt. So gibt es enge Drähte zur Nazi-Band „Gigi und die Brauen Stadtmusikanten“. Gemeinsam spielten die Bands auf Konzerten. Nach Aufdecken der Terrorserie der Zwickauer Nazizelle „NSU“ sorgten Gigi und die Brauen Stadtmusikanten für Aufsehen. Im Jahr 2010 veröffentlichte Daniel G. den &#8220;Döner-Killer Song&#8221;, in dem er die Morde der NSU-Terrorbande verherrlichte. Das war lange bevor klar war, dass die Attentate auf Türken und einen Griechen auf rassistischen Hassmördern zurückgingen.
</p></blockquote>
<p>Vieles von dem, was die Neonazis rund um Marco G. von sich geben, ist kaum mehr als Hass-Propaganda. Doch einigen Neonazis reichte das offenbar nicht. Nach 2003 diskutieren sie darüber, ob sie auf Basis der Turner-Tagebücher eine Terrorzelle gründen sollen, heißt es aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes. Schließlich sollen sich neben Marci G. vier Männer zusammengefunden haben: Micha L. aus Frankfurt an der Oder, sowie Robin S., Sebastian S. und Stephan G. aus Dortmund.</p>
<p>Eine der ersten Aufgaben an die Mitglieder der Zelle sei es gewesen, Waffen zu beschaffen, heißt es aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes.</p>
<p>Die Wege sind lang. Die „Oidoxie Streetfighting Crew“ unterhält damals Kontakte nach Belgien. Die Band Oidoxie trat bei Neonazi-Konzerten in Dendermonde auf. Hier werden Verbindungen zu Joeri van der P. geknüpft. Der Belgier ist führender Kopf der rechtsextremen Organisation „Bloed, Bodem, Eer &#038; Trouw“. Gemeinsam veranstalten die Neonazis auf einem militärischen Gelände nahe Dendermonde Schießübungen. Im Sauerland soll die Gruppe Wehrsportübungen gemacht haben. </p>
<p>Und mehr noch: Joeri Van der P. soll Waffen beschafft haben. Aus Kreisen des Verfassungsschutzes NRW heißt es, Joeri van der P. sei mehrfach nach Dortmund gefahren um Gewehre und Pistolen zu übergeben. In Belgien kosteten illegalen Pistolen damals rund 300 Euro. Zeitweise soll die Dortmunder Gruppe über mehrere Pumpguns und eine Maschinenpistole verfügt haben, heißt es im Umfeld des Verfassungsschutzes.</p>
<p>Die Dortmunder Combat 18-Gruppe soll sich damals regelmäßig im Partykeller von Marco G. getroffen haben. „Da wurde viel geredet“, heißt es aus dem Verfassungschutz, „vor allem darüber, wie man die Kontakte ins Ausland aufbaut und pflegt.“ In einem Gewerbegebiet in Dortmund Deusen soll die Gruppe Schießübungen mit scharfen Waffen veranstaltet haben.</p>
<p>Um die Zelle zu finanzieren, organisierte die Band Konzerte. Zu Ehren der rechtsradikalen Organisation „Blood &#038; Honour“ kamen etwa bis zu 2000 Nazis aus ganz Europa nach Holland und Belgien. Gesichert wurden diese Feste unter anderem von bewaffneten Männern aus der Dortmunder Combat 18-Gruppe. Nach Informationen aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes kamen bei diesen Konzerten bis zu 20.000 Euro Gewinn am Abend zusammen. Alles schwarz selbstverständlich. Einige Geldübergaben an andere Dortmund Nazi-Gruppen sind von der Polizei belegt.</p>
<p>Überraschend stellte die Dortmunder Combat 18-Gruppe ihre Aktivitäten im Frühjahr 2006 ein. Aus Kreisen des NRW-Verfassungsschutzes heißt es, trotz aller Geheimnistuerei habe sich die Gruppe nicht genügend aufeinander verlassen können. Ein Mann aus dem Umfeld von G. wollte Maschinenpistolen vom Balkan besorgen. Daraus wurde aber nichts. Danach galt er als Schwätzer. Zudem erschien Marco G. den potentiellen Terroristen zu sehr als „Propaganda-Minister“, der sich nicht selbst „die Finger schmutzig machen will“. Wie aus Kreisen des Verfassungsschutzes zu erfahren ist, gab die Gruppe ihre Terrorpläne weitgehend auf. </p>
<p>Kurze Zeit später wurde die belgische Combat 18-Gruppe um Joeri van der P. zerschlagen. Die Polizei fand Sprengstoffe, Gewehre und Munition. Die Gruppe hatte Anschläge auf Ausländer und Politiker geplant. </p>
<p>Einige Monate später gerieten zwei Ex-Mitglieder der Dortmunder Zelle in Haft. Robin S. hatte einen Tunesier in der Dortmunder Nordstadt niedergeschossen. Angeblich um einen Raub zu begehen. Sebastian S. hatte ihm die Waffe besorgt.</p>
<p>Die Waffen der Dortmunder C18-Zelle sollen heute zu einem großen Teil verschwunden sein. Einige Waffen seien in den Kanal geworfen worden, heißt es, andere wurden auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft. Weiter seien versteckt worden – für spätere Einsätze.</p>
<p>Die Vorwürfe aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes sind schwierig zu überprüfen. Aktenkundig ist, dass zumindest einige der erwähnten Mitglieder der „Oidoxie Streetfighting Crew“ über Waffen verfügt haben. Auch der enge Zusammenhalt der erwähnten Männer ist dokumentiert. Offiziell will sich aber niemand zu den Informationen äußern.</p>
<p>Die Polizei in Dortmund hält sich zurück, weil einige der hier genannten Zusammenhänge Bestandteil einer Ermittlung beim Generalbundesanwalt seien. Nur soviel sei klar, die Gruppe um Marco G. war in der rechten Szene damals sehr aktiv. </p>
<p>Der NRW-Verfassungsschutz will aus „rechtlichen Gründen“ keine Auskünfte geben. Offiziell heißt es lediglich: „Die Dortmunder Szene ist dem Verfassungsschutz NRW seit Jahren bekannt; ihre Entwicklung wird mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.“ </p>
<p>Die Bundesanwaltschaft will sich zum Fall nicht äußern, um den „Untersuchungszweck“ nicht zu gefährden.</p>
<p>Die Band Oidoxie bezeichnet sich noch immer als „C18 Band“. Sie steht dem Gedankengut aus den Turner Tagebüchern weiter nahe. Marco G. antwortete nicht auf eine schriftliche Anfrage.</p>
<p><strong>Treffpunkt in der Nähe des Tatortes</strong></p>
<p>Erstaunlich sind die zeitlichen Zusammenhänge im Fall der Dortmunder Combat-18-Gruppe. Wenige Monate nachdem die Gruppe auseinandergegangen sein soll, wurde am 4. April 2006 in der Dortmunder Nordstadt, in unmittelbarer Nähe zur Gaststätte „Thüringer Hof“, der türkische Kioskbesitzer Mehmet Kubasik von Mitgliedern der Zwickauer Terrorzelle „NSU“ ermordet. In der Gaststätte „Thüringer Hof“ trafen sich nach Recherchen der WAZ damals regelmäßig Neonazis aus Dortmunder Kameradschaften.</p>
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		<title>Salafist in Staatsdiensten. Bei Verfassungsschutz und Polizei</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 08:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Brandt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte klingt kaum glaubwürdig. In Nordrhein-Westfalen konnte ein radikaler Islamist im Polizeidienst arbeiten. Er spähte für den Verfassungsschutz, bewarb sich um Mitgliedschaft in Eliteeinheiten und wurde erst entdeckt, als er mit salafistischen Kumpels Korane in Duisburg verteilen wollte. Er wurde vom Dienst suspendiert. Die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis steht an. Das erste Berufsverbot für... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/salafist-in-staatsdiensten-bei-verfassungsschutz-und-polizei/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3318" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/salafist-in-staatsdiensten-bei-verfassungsschutz-und-polizei/ein-salafist-war-in-staatsdiensten/" rel="attachment wp-att-3318"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/Ein-Salafist-war-in-Staatsdiensten-300x109.jpg" alt="Ein Salafist war in Staatsdiensten bei der Polizei" title="Ein Salafist war in Staatsdiensten bei der Polizei" width="300" height="109" class="size-medium wp-image-3318" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Salafist war in Staatsdiensten bei der Polizei</p></div>Die Geschichte klingt kaum glaubwürdig. In Nordrhein-Westfalen konnte ein radikaler Islamist im Polizeidienst arbeiten. Er spähte für den Verfassungsschutz, bewarb sich um Mitgliedschaft in Eliteeinheiten und wurde erst entdeckt, als er mit salafistischen Kumpels Korane in Duisburg verteilen wollte. Er wurde vom Dienst suspendiert. Die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis steht an. Das erste Berufsverbot für einen radikalen Islamisten in Deutschland. </p>
<p>Nach unseren Recherchen hat der suspendierte Kommissar aus Duisburg für den NRW-Verfassungsschutz gearbeitet. Zumindest im Jahr 2009 habe Ali K. etwa sechs Monate beim „mobilen Observationskommando“ der Verfassungsschützer gearbeitet, heißt es aus Kreisen des NRW-Verfassungsschutzes.</p>
<p>Die Aufgabe der Beamten sei es gewesen, Extremisten auszuspähen. Der Kommissar sei seinerzeit als Polizeibeamter aus seiner Dienststelle im Ruhrgebiet in die Spähtruppe „abgeordnet“ worden, heißt es weiter aus Kreisen des </p>
<p>NRW-Verfassungsschutzes. Allerdings habe sich der 31-Jährigen dort nicht bewährt, weil er als „nicht teamfähig“ eingestuft worden sei.</p>
<p>Welche extremistischen Objekte oder Gruppierungen er zu dieser Zeit beobachtet hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Ali K., der zuletzt in Essen auf Streife eingesetzt war, war vom Polizeidienst suspendiert worden, weil er als Salafist gilt. Er stelle die Scharia über die freiheitlich demokratische Grundordnung, heißt es in der vorläufigen Suspendierung des 31-Jährigen. Gegen ihn läuft ein Disziplinarverfahren.</p>
<p>Vor seiner Aufnahme in die Observationsgruppe des Verfassungsschutzes sei der Beamte 2009 einer umfassenden  Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden, heißt es aus dem Ministerium. Dabei sei herausgekommen, dass er gläubiger Muslim ist, es habe aber keine Hinweise auf salafistische Verbindungen des Beamten gegeben. Es sei noch nicht klar, was Ali K. ausspähen sollte. Eine entsprechende Übersicht werde gerade im Auftrag von Innenminister Ralf Jäger (SPD) erstellt. Minister Jäger sagte dazu: &#8220;Extremisten, die unsere Demokratie bekämpfen, haben bei Polizei und Verfassungsschutz  nichts verloren.&#8221;</p>
<p>Es ist der erste Fall in Deutschland, in dem ein radikaler Islamanhänger wegen seines Glaubens aus dem Staatsdienst entlassen wurde. Ali K. hatte privat Infostände angemeldet, an denen radikal-islamistisches Material verbreitet wurde. Er pflegte auch Kontakte zu salafistischen Hasspredigern. Die Essener Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr rechnet mit der „Entlassung aus dem Beamtenverhältnis“. Es käme dem ersten Berufsverbot für einen Salafisten in Deutschland gleich. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mahnte Grundgesetztreue an. Es gehe darum, „ob der Polizeibeamte noch für unsere Verfassung einsteht“.</p>
<p>Vor kurzem noch war Ali K. einer von denen, die Innenminister Ralf Jäger (SPD) händeringend suchte: Polizeianwärter mit Migrationshintergrund. Solche Beamten träfen besser den Ton bei Konflikten zwischen Nationalitäten, würden kulturelle Gräben leichter überwinden, hoffte der Minister. Heute will er den Polizeikommissar Ali K. loswerden. Statt Völkerverständigung soll der 31-Jährige ideologischen Sprengstoff im Kopf haben. Ein Salafist, dein Freund und Helfer?</p>
<p>Der Aufstieg eines Hoffnungsträgers, der über ein Studium an der Fachhochschule auf dem Weg in den gehobenen Polizeidienst war, er kommt ins Stocken. Schon früh soll sich angedeutet haben, dass es Probleme geben könnte mit dem Duisburger, der zuletzt in Essen Streife fuhr. Nach Informationen der WAZ Mediengruppe hatte er unter anderem versucht, bei Eliteeinheiten unterzukommen: dem Mobilen Einsatzkommando (MEK) und dem Spezialeinsatzkommando (SEK). In einer Grundfindungsphase fiel er auf &#8211; nicht positiv. Sonderlich beliebt sei er nicht gewesen, erinnert sich ein Kollege. Häufig sei er zu spät gekommen, habe sich in den Vordergrund gestellt, wenig Teamgeist vermittelt. &#8220;Seine Persönlichkeit passte einfach nicht in unser Anforderungsprofil.&#8221; Dass Ali K. häufig betete, fiel damals auf, fand aber wenig Beachtung.</p>
<p>Mehr Aufsehen erregte Ali K. am 27. Januar. Da meldete er bei der Stadt Duisburg einen Infostand an. Das Thema: &#8220;Informationen über den Islam&#8221;. Acht Termine wurden angekündigt, jede Woche einer, vom 4. Februar bis zum 24. März. An dem Stand lag brisantes Material aus: Schriften und Videos radikaler Dawa-Salafisten zur Anwerbung von Konvertiten. Die Verfasser: verbale Einpeitscher der salafistischen Gruppen &#8220;Einladung zum Paradies&#8221; (EZP) und &#8220;Die wahre Religion&#8221; (DWR), außerdem internationale Autoritäten der Salafisten-Szene wie Bilal Philips, ein Hassprediger, der die Todesstrafe für Homosexuelle fordert.</p>
<p>Der Essener Kommissar geriet ins Visier seiner Kollegen. Staatsschützer befragten ihn. Ob er die Scharia, das islamische Recht, einführen wolle, und überhaupt: Wo er stehe. Als Beamter auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung, sagte Ali K., was er privat denke oder sich wünsche, sei allein seine Sache.</p>
<p>Seine Sache ist offenbar der Salafismus. In Hetzschriften des Salafistenführers Ibrahim Abu-Nagie, der den Dschihad und das Märtyrertum einschließlich der &#8220;Vernichtung Andersgläubiger&#8221; befürwortet, sah er jedenfalls &#8220;keine bedenklichen Inhalte&#8221;. So steht es einem zehnseitigen Schreiben, mit dem die Essener Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr die vorläufige Dienstenthebung begründet. Das Dokument liegt der WAZ Mediengruppe vor.</p>
<p> Dem Schreiben zufolge steht Ali K. zu seinen Brüdern im Geiste. Gegenüber dem Staatsschutz habe er Telefonate mit Abu-Nagie, dem Initiator der Koran-Verteilungsaktionen, bestätigt. Auch zu dem Konvertiten Pierre Vogel habe er Kontakt. Und den islamistischen Ideologen Marcel Krass, den kenne er gut.</p>
<p>Der Essener Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr reicht das. Für sie steht fest: Ali K. passt in keine Polizeiuniform. Er wolle eine andere Gesellschaft &#8211; eine, in der &#8220;zuerst und vorrangig die Pflichten und Gebote des Korans gelten und andere Dinge diesen Regeln nachgeordnet seien&#8221;: einen islamistischen Gottesstaat eben, und keine Demokratie. Der 31-Jährige führe sich auf wie ein potenzieller Schläfer: vordergründig verfassungstreu, innerlich zum Kampf bereit gegen das System. Die Polizeipräsidentin geht davon aus, dass das Disziplinarverfahren mit der &#8220;Entlassung aus dem Beamtenverhältnis&#8221; endet.</p>
<p>Ali K. hat bisher nicht auf seine Suspendierung reagiert. Laut Polizei ließ er einen Anhörungstermin verstreichen, &#8220;ohne Angabe von Gründen&#8221;. Ihm bliebe ein Antrag auf Aussetzung der Suspendierung. Er wäre beim Verwaltungsgericht Düsseldorf zu stellen.</p>
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		<title>Fall Dortmund. Angekommen. Danke!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 08:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Können wir reden? Das sind spannende Hinweise. Kontaktadressen stehen nebenan.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Können wir reden? Das sind spannende Hinweise. Kontaktadressen stehen nebenan.</p>
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		<title>&#8220;Wir sind mit der Energiewende kaum vorangekommen&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 15:57:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Polzin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Atomausstieg]]></category>
		<category><![CDATA[Energieversorger]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Ottmar Edenhofer]]></category>

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		<description><![CDATA[Krisentreffen im Kanzleramt, Brandbriefe der Energieversorger: Die Energiewende ist ein Jahr nach dem Atomausstieg ins Stocken geraten. Wir haben Beschlüsse, aber kein Konzept zur Umsetzung, kritisiert der Potsdamer Klimaökonom Prof. Ottmar Edenhofer. Herr Edenhofer, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie ins Ruhrgebiet reisen? Ottmar Edenhofer: Ich finde es faszinierend, dass sich diese Region... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/wir-sind-kaum-vorangekommen/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3283" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/wir-sind-kaum-vorangekommen/klimaforscher-ottmar-edenhofer/" rel="attachment wp-att-3283"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/46814611.jpg" alt="Klimaforscher Ottmar Edenhofer. Foto: Kerstin Kokoska / WAZ FotoPool" title="Klimaforscher Ottmar Edenhofer. Foto: Kerstin Kokoska / WAZ FotoPool" width="260" height="390" class="size-full wp-image-3283" /></a><p class="wp-caption-text">Klimaforscher Ottmar Edenhofer. Foto: Kerstin Kokoska / WAZ FotoPool</p></div>
<p><strong>Krisentreffen im Kanzleramt, Brandbriefe der Energieversorger: Die Energiewende ist ein Jahr nach dem Atomausstieg ins Stocken geraten. Wir haben Beschlüsse, aber kein Konzept zur Umsetzung, kritisiert der Potsdamer Klimaökonom Prof. Ottmar Edenhofer.</strong></p>
<p><strong>Herr Edenhofer, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie ins Ruhrgebiet reisen?</strong><br />
<strong>Ottmar Edenhofer:</strong> Ich finde es faszinierend, dass sich diese Region schon einmal neu erfunden hat – und nun eine große Bereitschaft zeigt, es wieder zu tun. Ich glaube, dass das Ruhrgebiet für die deutsche Energiewende eine zentrale Rolle spielt.</p>
<p><strong>Der Ruhrpott treibt die Energiewende?</strong><br />
Ja, die Technik-Innovationen der Zukunft, insbesondere bei Energiespeichern oder Stromnetzen, werden auch aus dem Ruhrgebiet kommen. Doch dafür muss das Bundesland Nordrhein-Westfalen darauf drängen, dass dieser große Umbau endlich angepackt wird. Statt hehre Ziele zu verkünden, müssen wir sagen, wie wir es umsetzen wollen.</p>
<p><strong>Wo steht die deutsche Energiewende, ein Jahr nach dem Atomausstieg?</strong><br />
Wir haben den Beschluss gefasst, aus der Kernenergie auszusteigen. Aber wir haben noch kein Konzept dafür, wie wir die Energiewende vorantreiben wollen: Wie sollen die Investitionen in fossile Ersatzkraftwerke mit einer Nettoleistung von 8 Gigawatt getätigt werden? Darauf gibt es noch keine Antwort. Wie sieht ein Strommarkt der Zukunft aus, in dem die erneuerbaren Energien die Hauptrolle spielen? Wie kann Angebot und Nachfrage zur Deckung gebracht werden, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst? Und wie können wir umgekehrt die Energie speichern, wenn Sonne und Wind mehr Strom erzeugen, als in dem Moment gebraucht wird? Aus meiner Sicht sind wir im letzten Jahr kaum vorangekommen.</p>
<p><strong>Die FDP in NRW warnt vor einer Industrieblockade, sie fürchtet eine schleichende Deindustrialisierung. Ist die Sorge berechtigt?</strong><br />
Deutschland und das Ruhrgebiet bleiben ein Industriestandort, sie werden nicht deindustrialisiert. Wir leben von unseren Exporten. Doch leider gibt es immer noch Menschen, die so tun, als ob wir einfach immer so weiter machen könnten wie bisher. Das Erdsystem hat jedoch Belastungsgrenzen. Mit einem ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen riskieren wir einen gefährlichen Klimawandel. Die Energiewende ist möglich, und sie ist auch wirtschaftlich sinnvoll Es kommt jetzt darauf an, dass wir sie gestalten. Ich wünschte, wir würden endlich darüber streiten, wie wir den Umbau angehen – nicht ob wir es tun. Wir sollten die Ladenhüter-Debatten aus den 80-er Jahren beenden.</p>
<p><strong>Aber die Sorge, ob Marktinstrumente wie der Emissionshandel überhaupt funktionieren, ist doch berechtigt. Ein CO2-Verschmutzungsrecht kostet an der Leipziger Strombörse soviel wie ein Pizza: 7,50 Euro. Macht das System noch Sinn?</strong><br />
Ich wehre mich dagegen, den Emissionshandel kaputt zu reden. Mit Blick auf den Klimaschutz funktioniert das System durchaus, die Grenzen für den CO2-Ausstoß werden eingehalten. Europa hat ja bereits beschlossen, dass die Emissionen weiter abgesenkt werden, es wird also wieder zu steigenden CO2-Preisen kommen. Die Nachfrage nach Zertifikaten ist wegen des Konjunktureinbruchs hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch war die CO2-Einsparung der ersten Tonnen wohl billiger als gedacht, und zusätzlich hat der Ausbau der erneuerbaren Energien die Preise sinken lassen. Es wäre wünschenswert, wenn konjunkturelle Preisschwankungen auf dem Markt vermieden werden könnten, um die Erwartungen der Investoren nicht entmutigen. Wir müssen aber lernen, besser mit dem Emissionshandel umzugehen.</p>
<p><strong>Was sollte geändert werden?</strong><br />
Wir müssen den Emissionshandel reformieren: Wir müssen alle Sektoren in den Emissionshandel miteinbeziehen, weil wir nur so alle Effizienzpotentiale heben, vor allem im Transport und bei Wärmeerzeugung. Vor allem im Wärmemarkt werden große Effizienzpotentiale vermutet, die jedoch bislang nicht in den Emissionshandel integriert waren. Und wir brauchen langfristig eine Art Europäische Klimazentralbank, die den Ausschlag der Preise dämpft, indem sie nötigenfalls Emissionsrechte stilllegt.</p>
<p><strong>Lösen die deutsche Energiewende und der europäische CO2-Handel wirklich die Probleme der Welt?</strong><br />
Sie zeigen der Welt immerhin Wege auf, die Probleme zu lösen. Die Energiewende und die europäische Klimapolitik sind aber nur dann sinnvoll, wenn es mittelfristig zu einem globalen Klimavertrag kommt, an dem sich die wichtigsten Treibhausgasemittenten beteiligen. Mancher glaubt nun, das viel beschworene grüne Wachstum werde alle Probleme auch ohne Klimaabkommen lösen. Das halte ich für eine Illusion. Miit der Subventionierung von erneuerbaren Energien und der Förderung der Energieeffizienz allein werden die weltweiten Emissionen nicht sinken. Diese werden nur sinken, wenn die CO2 Emissionen einen Preis bekommen. Und einen weltweiten CO2 Preis wird es nur geben, wenn es zu einem globalen Klimavertrag kommt.</p>
<p><strong>Warum ist das Illusion?</strong><br />
Wir erleben augenblicklich die größte Kohle-Renaissance der Industriegeschichte. Der hohe Öl- und Gaspreis hat die Verstromung von Kohle extrem wettbewerbsfähig gemacht. Wir stehen vor einer neuen Ära billiger fossiler Energie, von der wir noch riesige Reserven im Boden haben. Die Knappheit des 21.Jahrhunderts wird nicht die Knappheit fossiler Energieträger sein. Knapp ist der Deponieraum für CO2-Abgase in der Atmosphäre. Laden wir hier zuviel ab, so müssen wir uns große Sorgen um unser Klima machen.</p>
<p><strong>Was glauben Sie werden Sie sehen, wenn Sie im Jahr 2020 ins Ruhrgebiet reisen?</strong><br />
Ich hoffe, dass wir dann die ersten erfolgreichen Schritte der Energiewende hinter uns haben. Ich hoffe, dass wir dann einen umfassenden Emissionshandel in Europa haben, dem sich Australien und China angeschlossen haben. Das CO2 hätte einen festen Preis, es schlüge die Stunde der Kommunen im Ruhrgebiet. Investitionen in die Gebäudesanierung, in die Modernisierung von Stadtteilen oder in die Verbesserung des Nahverkehrs würden sich lohnen.</p>
<h2>Zur Person</h2>
<p>Prof. Ottmar Edenhofer (50) ist Chefökonom und Stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Er hält zudem an der TU Berlin den Lehrstuhl für die Ökonomie des Klimawandels und zählt zu den führenden Köpfen des Weltklimarates IPCC. Seit kurzem ist Edenhofer Direktor des <strong>„</strong>Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC)”, einer gemeinsamen Gründung der Stiftung Mercator und des Potsdam-Instituts. Geforscht wird unter anderem auch zur Umsetzung der deutschen Energiewende. Die Mercator-Stiftung unterstützt das MCC mit 17 Millionen Euro für acht Jahre.</p>
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		<title>Die Lösung für das Dopingproblem</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 08:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[BMI]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[DOSB]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Heinrich Bette]]></category>
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		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[WADA]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Überwachung der WADA, alle Wettkampfkontrollen an die NADA, weniger Druck auf die Athleten und Verbände, mehr Einsatz von Medien und Sponsoren: Karl-Heinrich Bette hat gemeinsam mit Ansgar Thiel und Felix Kühnle einige Empfehlungen für einen besseren Kampf gegen Doping gegeben. Ja, die Überschrift ist überspitzt. Aber immerhin mal ein Ansatz für eine Diskussion. In... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/die-losung-fur-das-dopingproblem/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3266" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/die-losung-fur-das-dopingproblem/karl-heinrich-bette/" rel="attachment wp-att-3266"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/Karl-Heinrich-Bette-200x300.jpg" alt="Der Sportsoziologe Karl-Heinrich Bette. Foto: privat" title="Der Sportsoziologe Karl-Heinrich Bette. Foto: privat" width="200" height="300" class="size-medium wp-image-3266" /></a><p class="wp-caption-text">Der Sportsoziologe Karl-Heinrich Bette. Foto: privat</p></div><strong>Eine Überwachung der WADA, alle Wettkampfkontrollen an die NADA, weniger Druck auf die Athleten und Verbände, mehr Einsatz von Medien und Sponsoren: Karl-Heinrich Bette hat gemeinsam mit Ansgar Thiel und Felix Kühnle einige Empfehlungen für einen besseren Kampf gegen Doping gegeben. Ja, die Überschrift ist überspitzt. Aber immerhin mal ein Ansatz für eine Diskussion.</strong></p>
<p>In den ersten beiden Teilen meiner Mini-Serie zur Dopingbekämpfung in Deutschland habe ich <a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/doping-im-zweifel-wars-der-sportler/" title="Der Nationale Dopingpräventionsplan und was falsch läuft" target="_blank">über Fehler in der Dopingprävention geschrieben</a> und mit Andreas Singler <a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/wer-sauberen-sport-will-muss-auf-medaillen-verzichten/" title="Interview mit Andreas Singler inklusive Podcast" target="_blank">über die politischen Hintergründe des Dopingkampfes gesprochen</a>.</p>
<p>Karl-Heinrich Bette habe ich vor ein paar Wochen in seinem Büro in der Darmstädter Magdalenenstraße besucht. Zwischen Umzugskisten und Büchern zur Soziologie des Dopings haben wir uns lange unterhalten. Einen kleinen Teil habe ich mitgeschnitten. </p>
<p><iframe height='85' width='440' frameborder='0' marginheight='0' marginwidth='0' scrolling='no' src='http://podcast47837.podomatic.com/embed/frame/posting/2012-05-05T01_09_11-07_00?json_url=http%3A%2F%2Fpodcast47837.podomatic.com%2Fentry%2Fembed_params%2F2012-05-05T01_09_11-07_00%3Fcolor%3D43bee7%26autoPlay%3Dfalse%26width%3D440%26height%3D85%26objembed%3D0' allowfullscreen></iframe></p>
<p>In dem Buch &#8220;Dopingprävention &#8211; Eine soziologische Expertise&#8221; haben Bette, Ansgar Thiel und Felix Kühnle &#8220;Empfehlungen zur Vorbeugung von Doping im Spitzensport&#8221; gedruckt. Die Studie ist vom Deutschen Leichtathletik-Verband angefragt und mit 20.000 Euro bezuschusst worden. Im Original sind die Empfehlungen am Ende des Buches 34 Seiten lang. Ich dokumentiere sie mit Genehmigung von Karl-Heinrich Bette in gekürzter Fassung. </p>
<p><em>Auf die fünf Hauptpunkte leiten die drei Soziologen recht ausführlich hin. Ich fasse mal in eigenen Worten zusammen:</em></p>
<p>Auf alle drei Ebenen im Sport wird Druck ausgeübt: Auf BMI und DOSB, weil sich Wirtschaft, Medien, Politik und Publikum immer stärker auf Sieger stürzen und den Rest links und rechts liegen lasen. Auf die Verbände, weil sie Medaillen liefern müssen, um Fördergeld zu bekommen und auf die Athleten, weil der steigende Druck natürlich auch sie beeinflusst. Doping kommt beim Athleten deshalb zum Teil als &#8220;brauchbare Illegalität&#8221; an, eine rationale Entscheidung, um Druck und biographischen Risiken zu begegnen. </p>
<p>Die Moral setzt sich fast immer nur in Situationen durch, in denen man kaum etwas riskieren muss. Geht es um mehr (zum Beispiel Geld, die langfristige berufliche Perspektive) wird oft rational abgewogen. Pädagogische Moralkampagnen haben deshalb eine natürliche Grenze; sind die gegenseitigen Abhängigkeiten zu groß, wirken sie nicht mehr. Die Abhängigkeiten im Spitzensport zu reduzieren ist aber extrem schwierig. Dass niemand mehr an eine funktionierende Dopingbekämpfung glaubt, schafft zusätzliche Probleme: Athleten glauben, ihre Konkurrenten dopen. Und sie glauben, nicht erwischt zu werden.<br />
<em><br />
Um den Sport nicht dauerhaft zur unglaubwürdigen Freakshow werden zu lassen, haben Bette, Thiel und Kühnle deshalb fünf &#8220;Empfehlungen zur Vorbeugung von Doping im Spitzensport&#8221;. Etwas sehr wissenschaftlich formuliert, aber ich finde, das kann zwischendurch auch mal nicht schaden. Wohlan, im Sinne des Bildungsauftrags dieses Blogs.</em></p>
<p><strong>I Kontrolloptimierung</strong></p>
<blockquote><p>[...] &#8220;Die größte präventive Wirkung könnte erreicht werden, wenn die Koltrollorgane die Entdeckungswahrscheinlichkeit für dopende Athleten entscheidend erhöhten. [...] Lasche oder überhaupt nicht durchgeführte Kontrollen vor allem in den entscheidenden Trainings- und Vorbereitungsphasen säen Misstrauen und führen individuelle und korporative Sportakteure langfristig dazu, wegzuschauen, Normtreue zu simulieren oder sich klammheimlich an das tatsächliche oder nur vermutete Dopen der Konkurrenten &#8216;kreativ&#8217; anbzupassen. [...] Dieser wichtigen Forderung steht die ernüchternde Tatsache gegenüber, dass viele Länder und nationale Sportorganisationen bis heute nicht die von der WADA definierten Mindeststandards bei der Dopingbekämpfung erfüllen. [...] </p>
<p>Einen Schritt in die richtige Richtung einer Verbesserung des nationalen und internationalen Kontrollregmies geht die bereits erwähnte &#8216;Erste Europäische Beobachtungsstelle&#8217; für eine &#8216;Präventive Dopingforschung&#8217;, die kürzlich an der Deutschen Sporthochschule Köln eingerichte wurde. [...] In Zusammenarbeit mit Pharmaindustrie, Bundeskriminalamt, Zoll sowie mit Experten aus der Schweiz und Österreich soll der Einsatz neuer Substanzen und Methoden entdeckt und durch die frühzeitige Entwicklung von Testverfahren unterbunden werden. [Die Risiken], die nationale Sportverbände eingehen, wenn die dort angesiedelten Nationalen Anti-Doping-Organisationen ihre Kontrollmaßnahmen nur unilateral verschärfen, die Mitkonkurrenten im Weltsport aber nicht simultan [mitziehen, sind ganz erheblich]. [...] Ohne eine Kontrolle der WADA durch neutrale Dritte zur Sicherstellung des Kontrollregimes dieses supranationalen Akteurs wird es nicht gehen, da auch diese Einrichtung unter Druck steht, die Risiken einer Kontrollverschärfung und einer erhöhten Aufdeckungsfrequenz zu vermeiden. [...] Ob die WADA und die sie finanzierenden Bezugsgruppen bereit sein werden, um die Arbeit der NADA durch neutrale Dritte beobachte und evaluieren zu lassen, [...] wird abzuwarten sein. </p>
<p>Die nationalen Kontrolleinrichtungen sind gefordert, die bisherigen Kontrollinitiativen auszubauen sowie glaubhafte und kompetente Vertreter in die jeweiligen nationanen und supranationalen Gremien zu entsenden &#8211; und nicht Verbandsvertreter, die sowohl aktiv als auch passiv bereits in Dopingpraktiken verstrickt waren oder sind. [...] Das Abtreten sämtlicher Wettkampfkontrollen an die NADA wäre dabei einer weiterer wichtiger Schritt, um den Vorwurf der Mauschelei und Gefälligkeitsjurisprudenz zu entkräften. [...] Eine öffentliche Überprüfung der bisherigen und zkünfutigen Stellenbesetzungspraxis, auch auf der Ebene der ehrenamtlichen Funktionäre und des eitenden hauptberuflichen Personals, könnte ein sichtbares Zeichen sein, dass man nichts zu verstecken hat und die entsprechenden Institutionen bereit sind, Blicke auf ihre Hinterbühen zuzulassen. [...] Es kann nicht sein, dass die NADA &#8211; bei stetig wachsenden Aufgaben &#8211; notorisch unterfinanziert ist und ehemalige oder noch amtierende Funktionsträger aus Politik, Wirtschaft und Spitzensport an der Hierarchiespitze stehen. [...] </p>
<p>Über die Öffentlichkeit relevanter Gremiensitzugnen in der NADA wäre ebenfalls nachzudenken, solange hier kein Wissen vermittelt wird, dass sich für eine Dopingdevianz nutzen ließe. Außerdem müssten die Gründe für die auffällig hohe Fluktuation des hauptamtlichen Personals dieser Einrichtung [...] aufgearbeitet werden, um [...] die Geschichte der diversen Einflussnahmen zu rekonstruieren. [...] Außerdem wäre eine &#8216;Kontrolle der Kontrolleure&#8217;, um Seilschaften [...] zu unterbinden. [...] Die Rekrutierung von Gefälligkeitsgutachten müsste ausgeschlossn werden. [Es müssten auch] Foren geschaffen werden, in denen die Athleten die Möglichkeiten hätten, ihre Sicht der Dinge zu artikulieren, ohne Sanktionen ihrer Verbände befürchten zu müssen.&#8221; [...]</p></blockquote>
<p><strong>II Druckreduktion</strong></p>
<blockquote><p>[...] &#8220;Zunächst einmal wäre die Erfolgsabhängigkeit in der Zeitdimension strukturell zu lockern. [...] Dazu gehörten in vielen Sportarten stabile, relativ erfolgsunabhängige Förderbedingungen, um das ökonomische Risiko der Sportler aufzugangen. [...] Auch das Aussetzen der häufig anzutreffenden Strategie, die besten Sportler in kurzen Abständen immer wieder mit Der Notwendigkeit von Qualifikationsverfahgen für internationale Wettbewerbe zu konfrontieren, könnte devianzmildernde Wirkungen erzielen. [...] Duale Karrierewege könnten optimiert werden, um den Athleten die Angst vor sportlichen Misserfolgen zu nehmen. [...] In Bezug auf die Trainer lassen sich ähnliche Nöte identifizieren. [...] Die Erfolgsabhängigkeit kommt in der Instabilität von Anstellungsverträgen zum Ausdruck. [...] Um den massenmedial erzeugten Erfolgsdruck auf der Mikroebene zu mildern, müsste außerdem gezielt die Kooperation mit den Massenmedien gesucht werden. [...] </p>
<p>Ärzte mit Dopingvergangenheit sollten keine Verbandspositionen einnehmen oder mit Kadersportlern kooperieren dürfen! [...] Auch die bei einigen Sportmedizinern anzutreffende Häufung von Ämtern in wichtigen Entscheidungs- und Steuerungsgremien ist [...] kritisch zu hinterfragen. [...] Ein Verband darf kein Interesse daran haben, Sportmediziner nach rein sportlichen Gesichtspunkten zu instrumentalisieren und diejenigen des Feldes zu verweisen, die sich hiergegen wehren. [...] Im Betreuungskontext des Spitzensports wäre es weiterhin wichtig, dem wachsenden Einfluss parawissenschaftlicher Betruungs-, Leistungssteigerungs- und Ernährungsvorstellungen strikt Einhalt zu gebieten. [...] Ein derartiges Guru- und Geheimwissen entzieht sich der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit und setzt die Athleten der Gefahr einer Gesundheitsschädigung und ungewollten Dopingdiffamierung aus. [Zudem] müsste das Verhältnis von Sport und Politik neu überdacht werden. [...] </p>
<p>Die olympischen Sportfachverbände sind seit Jahrzehnten durch das Bundesinneministerium in eine rigide Überprüfungslogik eingebunden, die Leistungen und Gegenleistungen von Sport und Politik genau verrechnet und Abweichungen penibel sanktioniert. [...] Die problematische und eine Dopingneigung stimulierende Doublebind-Situation der Sportverbände ergibt sich aus dem Umstand, dass die Politik einerseits Sauberkeit und Dopingabstinenz von den Spitzenverbänden erwartet [...], gleichzeitig aber ihre Zuwendungen von sportlichen Erfolgen und Medaillen abhängig macht. [Die] dem BMI übergeordneten und über die Mittelvergabe wachenden Kontrollorgane wie der Bundesrechnungshof hätten Evaluationskriterien zu entwickeln, die das BMI in die Lage versetzten, nicht nur auf Medaillen [...] zu schauen. [...] </p>
<p>Oft dienen präventive Maßnahmen [aber] nur der symbolischen Beschwichtigung. [...] So kann die Effektivität einer Kontrolleinrichtung oder eine Anti-Doping-Beauftragten durchaus durch Ressourcenverknappung, Maßnahmen oder Kompetenzbeschneidung, Verzögerung der Strafverfolgung und Hineinreden in die operative Organisation des Dopingkampfes entscheidend reduziert werden.&#8221; [...]</p></blockquote>
<p><strong>III Legale Leistungsoptimierung und Wissensmanagement </strong></p>
<blockquote><p>[...] &#8220;Die Prüfung, ob legale Leistungsoptimierung so weit genutzt wird, wie es geht, ist [...] ein aufwendiges Verfahren. [...] Die strukturellen Bedingungen, die für das bisweilen defizitäre Wissensmanagement verantwortlich sind, wären zu eliminieren und neu zu gestalten. [Dies würde] den Athleten und ihren Trainern das Signal geben, dass der organisierte Sport bereit ist, die ihm zur Verfügung stehenden legalen Maßenahmen der Leistungssteigerung zu nutzen. [...] Chancenreich erscheint die Strategie deshalb, weil [die internationalen Leistungsunterschiede] nicht selten darauf zurückzuführen [sind], dass Verwissenschaftlichung und Professionalisierung in erfolgreichen Sportnationen weiter fortgeschritten sind als bei der weniger erfolgreichen Konkurrenz. [...] Insbesondere die Zusammenarbeit mit professionell ausgebildeten Sportpsychologen kann [...] als vielversprechend gelten. [...] </p>
<p>Weiterhin ließe eine Verbesserung der Talentauswahl und -förderung eine Leistungssteigerung der Athleten auf legalem Weg erwarten. [...] So ist die deutsche Forschung zur optimalen Förderung sportlicher Höchstbegabung kaum mit der internationalen [...] vernetzt. [Es] sollte auch darüber nachgedacht werden, die Trainingsqualität durch eine noch stärker ausgeprägte Verwissenschaftlichung der Trainerausbildung zu steigern. Auch heute noch wird allzu häufig nach überholten Prinzipien trainiert. [...] So wäre beispielsweise ein Wissenstransfer nicht nur innerhalb einer Sportart und eines Verbandes [...] zu organisieren und entsprechend zu belohnen, sondern auch zwischen den nationalen Spitzenverbänden.&#8221; [...]</p></blockquote>
<p><strong><br />
IV Kollektives Lernen und &#8216;mehrsprachige&#8217; Intervention</strong></p>
<blockquote><p>[...] &#8220;Eine Reduktion der Dopingpraktiken ist nur dann erwartbar, wenn die ruinöse strukturelle Koppelung des Spitzensports mit anderen gesellschaftlichen Teilsystemen überwunden oder reduziert wird. Insofern ginge es darum, die [...] Nutzungsverschränkungen des Spitzensports mit Medien, Politik, Wirtschaft und Publikum [...] so zu transformieren, dass Druck in Richtung einer effektiven Dopingbekämpfung von innen ausgeht. [...] Wie könnte ein Konstellationsgmanagement zwischen Publikum, Massenmedien, Wirtschaft, Politik und Spitzensport aussehen und funktionieren? [...] Ein Konstellationsmanagement könnte [...] nur funktionieren, wenn die beteiligten Akteurgruppierungen lernten, dass sie in Durchsetzung ihrer legitimen und rationalen Partikularinteressen auch unwissentlich an der Dopingproblematik betiligt sind und für Fehlentwicklungen im Spitzensport eine Mitverantwortung tragen. [...] Nur durch den Hinweis, das eigene langfristige Nutzenerwartungen in Gefahr stehen, können Akteure dazu gebracht werden, auf Informationen von außen zu reagieren. [...] </p>
<p>Was könnten die externen Bezugsgruppen nun konkret tun? [...] Staatliche Instanzen könnten durch ihre Zugriffsrechte auf Geldmittel gezielte Anreize für ene ernsthafte Dopingbekämpfung setzen und die Vergabe der Fördermittel an faktisch geleistete Maßnahmen der Dopingbekämpfung koppeln oder dem Sport durch ein scharfes Anti-Doping-Gesetz dabei helfen, an die Hintermänner der sich dopenden Athleten heranzukommen. [...] Die Medien hätten das Sportgeschehen durch eine entsprechende Informationsübermittlung in Gestalt einer kritischen und investigativen Sportberichterstattung zu kommentieren. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten [...] könnten durch gezielte Vegabe von Übertragungsrechten eine sportinterne Fügsamkeit in Sachen Dopingbekämpfung durchsetzen. Ansätze derartiger Intervention hat es nach publik gewordenen Skandalen im Boxen und im Pferdereitsport gegeben. [...] </p>
<p>Befürchtungen, dass Maßnahmen dieser Art die Autonomie des organisierten Sports gefährden, sind abwegig, weil der organisierte Sport mit der alleinigen Bearbeitung eines transintentionalen Konstellationsphänomens, wie Doping es darstellt, eindeutig überfordert ist. [...] Viele Sportverbände benutzen bis heute die Autonomie-Idee, um nichts oder nur wenig gegn Doping zu unternehmen. ollektiv erzeugte Probleme können aber nur kollektiv gelöst werden.&#8221; [...]</p></blockquote>
<p><strong>V Intersystemischer Diskurs und Global Governance</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Eine aussichtsreiche Methode für eine kollektive Bearbeitung des Dopngproblems im Sinne eines innersystemischen Diskurses ist das im Nationalen Dopingpräventionsplan bereits aufgegriffene Konzept des &#8216;Runden Tisches&#8217;. [...] Zunächst ist [aber] davon auszugehen, dass die Einsicht der Konstellationsakteure in die eigene Verstricktheit in das Dopingproblem noch nicht weit verbreitet ist. [...] Der bisherige personenfixierte Umgang mit Doping, der sich seit Jahrzehnten &#8216;bewährt&#8217; hat, hilft dabei, das Problem auf den Sport und dessen Akteure abzuschieben und die eigenen Verstrickungen und Handlungsdilemmata unthematisiert zu lassen. Sowohl Sponsoren und politische Finanzgeber als auch Massenmedien und Publikum wehren sich energisch dagegen, beim Dopingthema in irgendeiner eeise mitgemeint zu sein. [...] Doping ist das Resultat multipler, durchaus unübersichtlicher Vestrickungen, und nicht das Ergebnis weniger Einzelentscheidungen, die untereinander intentional abgestimmt worden wären. [...] </p>
<p>Erschwerend für die erfolgreiche Etablierung eines Anti-Doping-Paktes kommt außerdem hinzu, dass diverse Teilgruppen von Akteuren, beispielsweise einzelne Medienanstalten oder Wirtschaftunternehmen, untereinander in schärfsten Konkurrenzbeziehungen stehen und daher nicht alle gleichzeitig an einem Strang ziehen. [...] Verhandlungsberit seind Akteure in der Regel nur dann, wenn sie mögliche positive Ergebnisse für sich selbst antizipieren. Wenn sie hingegen Nachteile erwarten, wird ihre Verhandlungswilligkeit eher niedrig ausfallen. [...] Ein weiteres Hemmnis liegt in der Schwierigkeit begründet, das Konstellationsmanagement im Weltmaßstab zu institutionalisieren und zu synchronisieren. [...] Die Uneinsichtigkeit der außersportlichen Akteure im nationalen Kontext verdoppelt und verstärkt sich demzufolge durch ihre Uneinsichtigkeit auf der internationalen Ebene. [...] </p>
<p>Nach wie vor ist der organisierte Sport ein Lobbyist, der politischen Akteuren auch deshalb sendungsbewusst entgegentreten kann, weil sportliche Groß- und Serienereignisse das Publikum faszinieren und begeistern. Wer hier zu scharf interveniert und bereit ist, die nationale Heldenquote zu reduzieren, könnte, so offensichtlich die Meinung nicht weniger politischer Akteure, bei den nächsten Wahlen empfindlich abgestraft werden. [...] Nach dem Rückzug des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus der Live-Berichterstattung bei der Tour de France im Jahre 2007 [...] wird inzwischen wieder munter weitergesendet. [...] </p>
<p>In der ohnehin finanziell und personell nicht üppig ausgerüsteten Dopingpräventinoslandschaft zeigt sich ein Übergewicht zugunsten einer Pädagogisierung und Moralisierung des Geschehens, wohl auch deshalb, weil die Effekte, die hierdurch hervorgerufen werden können, überschaubar sind und die Abläufe in den Verbänden nicht sonderlich stören. [...] Der Anreiz, den Anti-Doping-Kampf lediglich auf kleiner Flamme weiterzuführen und sich mit den üblichen pädagogischen Präventionsinitiativen, Ich-Stärkungsritualen und Aufklärungsmaßnahmen zufriedenzugeben, ist nach wie vor sehr groß.&#8221;</p></blockquote>
<p>[Nur weil ich die Empfehlungen sehr ausführlich dokumentiere, heißt das nicht, dass ich in allen Punkten zustimme. Ich diskutiere gerne darüber.]</p>
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		<title>Trotz Ermittlungen: FDP legt nach. Jetzt auch Kinospot auf Steuerzahlerkosten</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:46:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Schraven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Trotz Ermittlungen durch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) gibt die FDP-Bundestagsfraktion weiter Gas im NRW-Wahlkampf. Wie jetzt bekannt wurde, hat die FDP nun auch Kinospots in NRW-Kinos geschaltet – und zwar in der heißen Phase des Wahlkampfes. Das Geld für den Spot bezahlt der Steuerzahler wie auch schon zuvor für die Briefe, die der Chef der... <em class="more"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/trotz-ermittlungen-fdp-legt-nach-jetzt-auch-kinospot-auf-steuerzahlerkosten/">weiterlesen &#187;</a></em>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3196" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.derwesten-recherche.org/2012/05/fdp-hat-echtes-wahlkampfproblem/fdp-bruederle/" rel="attachment wp-att-3196"><img src="http://www.derwesten-recherche.org/wp-content/uploads/2012/05/FDP-Bruederle-300x109.jpg" alt="FDP-Vormann Rainer Brüderle brockt FDP in NRW Streß ein." title="FDP-Vormann Rainer Brüderle brockt FDP in NRW Streß ein." width="300" height="109" class="size-medium wp-image-3196" /></a><p class="wp-caption-text">FDP-Vormann Rainer Brüderle brockt FDP in NRW Streß ein.</p></div>Trotz Ermittlungen durch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) gibt die FDP-Bundestagsfraktion weiter Gas im NRW-Wahlkampf. Wie jetzt bekannt wurde, hat die FDP nun auch Kinospots in NRW-Kinos geschaltet – und zwar in der heißen Phase des Wahlkampfes. Das Geld für den Spot bezahlt der Steuerzahler wie auch schon zuvor für die Briefe, die der Chef der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle an tausende Haushalte verschicken ließ. Ergänzt wird die Kampagne mit einer aufwändig gestalteten <a href="http://www.freiheit-bewegt.de/">Internetseite</a>. </p>
<p>Wie teuer die gesamte Werbekampagne für den Steuerzahler ist, sagt die FDP trotz mehrfacher Anfrage nicht.</p>
<p>Trotz des gesetzlichen Gebots an Fraktionen von Bundes- und Landtagen, in der heißen Phase eines Wahlkampfes keine Partei-Werbung aus Steuergeldern zu bezahlen, hält die FDP ihre Kampagne für legal. Zwei von der FDP engagierte Anwälte sagten, die Bundestagsfraktion leiste mit der Kampagne zulässige Öffentlichkeitsarbeit. Die Kampagne falle nur zufällig mit der Landtagswahl in NRW zusammen. </p>
<p>Der Parteienrechtler Martin Morlok stellte dagegen in einem Gutachten für die Grünen fest, dass die Werbung der FDP-Bundestagsfraktion gegen geltendes Recht verstößt: auf Kosten der Steuerzahler würde eine Fraktion für ihre Partei werben.</p>
<p>Bundestagspräsident Lammert hat bereits eine Prüfung des Vorgangs aufgenommen. Er untersucht, ob Mittel des Staates für eine Parteienfinanzierung missbraucht worden sind.</p>
<p>Der nun aufgetauchte Kinospot der FDP ist 60 Sekunden lang. Davon werden 50 Sekunden lang FDP-Wahlkampfslogans präsentiert. Bis unter dem Titel „Freiheit bewegt“ die zentralen Forderungen der FDP im Bundestag präsentiert wurden. „Abbau Neuverschuldung und Schuldenbremse schon ab 2014.“ Das zentrale Thema der FDP in NRW ist der Kampf gegen Schulden. </p>
<p>Die Landesvorsitzende der Grünen in NRW, Monika Düker, hat den Spitzenkandidaten der NRW-FDP, Christian Lindner, aufgefordert, die Kampagne zu stoppen. Zudem soll Lindner dafür sorgen, dass die Kosten der Kampagne für den Steuerzahler aufgeklärt werden. </p>
<p>Bislang hat Lindner selbst nichts zu der Kampagne gesagt. Er ließ auch offen, ob er selbst über die Kampagne informiert ist, und was er von der Kampagne hält. Seine Sprecherin sagte lediglich, die Kampagne sei in der Bundestagsfraktion vorgestellt worden. Lindner ist Mitglied der Bundestagsfraktion. Ob er selbst damit auch Kenntnisse von der Kampagne hat, lässt er offen. </p>
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