Xella zum Prozessauftakt wie die Steine in der Wand: erst hart, dann weich

8. Dezember 2011 von | Keine Kommentare

Paukenschlag beim Auftakt zum ersten Bröselstein-Prozess, Salto rückwärts gleich danach: Vor dem Duisburger Landgericht bestritt Haniel-Rechtsnachfolger Xella gestern jede Verantwortung für die Steine, die sich auflösen und die Existenz eines 73-jährigen Duisburgers bedrohen. Das verwunderte selbst den Richter. Am Nachmittag, als alle Parteien längst wieder zu Hause waren, pfiff Xella den eigenen Rechtsbeistand zurück. Jetzt kommt die Firma dem Betroffenen entgegen. Vor großem Medienaufgebot im randvollen Gerichtssaal hatte Xella-Anwalt Jürgen Witte die harte Welle gefahren. Mehmet ... weiterlesen »

Steinfraß-Schäden sollen nicht verjähren – Bröselstein-Firma vor Gericht

7. Dezember 2011 von | 1 Kommentar

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Im Bröselstein-Skandal sind Verjährungen zunächst vom Tisch. Schadenersatzansprüche, die auf fehlerhaften Kalksandsteinen des Haniel-Konzerns beruhen, verfallen nicht am Jahresende. Das erklärten Bröselstein-Hersteller Haniel und Rechtsnachfolger Xella gegenüber der WAZ. Die Zusage soll Geschädigten die Angst nehmen, ihre Ansprüche nicht mehr rechtzeitig geltend machen zu können. Nach Firmenangaben sind inzwischen rund 400 Objekte von Steinfraß betroffen. Eine Karte der Rhein-Ruhr-Region, die Xella und Haniel als Anzeige in großen Tageszeitungen schalten, zeigt bisherige Schadensschwerpunkte. Danach verbreitet sich der ... weiterlesen »

Xella-Bosse: „Das haben wir falsch eingeschätzt“

7. Dezember 2011 von | Keine Kommentare

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Die Firma Xella verwaltet Haniels Bröselstein-Erbe. Sie wickelt die Schäden ab. Ein Gespräch mit Vorstandschef Jan Buck-Emden und Finanzchef Heiko Karschti. WAZ: Seit wann wissen Sie von den Bröselsteinen? Jan Buck-Emden: Seit Ende 2001. Ich bin seit Juni 2001 bei Xella. Den Chefposten habe ich im April 2007 übernommen. Ich habe in meiner damaligen Tätigkeit Ende 2001 auf einer Baustelle einen Schaden gesehen. Ich dachte, es läge an einer defekten Kellerabdichtung. Heute bin ich schlauer. WAZ: Aber die ... weiterlesen »

Das teure Klavierfestival Ruhr

7. Dezember 2011 von | 4 Kommentare

Großsponsoren kehren dem Klavierfestival Ruhr den Rücken. Stattdessen sollen bis Ende des Jahres Geldgeber über eine Stiftung gefunden werden. Zudem springt die öffentliche Hand mit ein paar hunderttausend Euro ein. Ausnahmsweise ist nicht die Finanzkrise schuld. RWE, E.ON und Evonik haben dem Klavierfestival Ruhr das Sponsoring gestrichen. Ein Grund: Intendant Franz Xaver Ohnesorg ignoriert seit Jahren die Forderung, den Konzertreigen zu verkleinern. Nun soll eine Stiftung das Klavierfestival langfristig retten. Seit Monaten läuft die Suche nach ... weiterlesen »

Die Recherche Ohnesorg

7. Dezember 2011 von | 1 Kommentar

Dokumente sind die beste Grundlage für harte Recherchen // Rainer Sturm; pixelio.de

Der erste Hinweis kam im März: Anonym über unser Upload-Portal schickte jemand Infos zu Franz Xaver Ohnesorg, den Stiftungsvorstand des Klavierfestivals Ruhr. Vier Nachrichten bekamen wir in kurzer Folge, insgesamt eine gute Seite mit Infos und Anschuldigungen. Was mache ich als Journalist damit? Hier möchte ich erklären, wie acht Monate später der veröffentlichte Text entsteht. Worum ging es in der anonymen Nachricht? Es ging um Sponsoren- und Fördergelder, um Gerichtsprozesse und um Ohnesorgs Vergangenheit in Köln, New ... weiterlesen »

Nikolaus in Bottrop

6. Dezember 2011 von | 2 Kommentare

Nikolaus hat eine schwere Mütze. Foto: Thomas Nitsche

Ein Kumpel von mir aus Bottrop hat gerade Nikolaus mit seinen Jungs gefeiert - bei anderen Kumpels aus Bottrop, mit deren Jungs. Klar hat einer der Väter den Nikolaus gegeben, mit Bart und Mütze und rotem Sack. Der Nikolaus aus Bottrop hat Geschenke verteilt und mit den kleinen Jungs weise Worte gewechselt. Es gab Glühwein und Spekulatius. Verbürgt ist folgender Dialog. Junge: "Hier Nikolaus, ich hab Dir auch ein Bild gemalt." Nikolaus: "Das ist aber schön." Junge: ... weiterlesen »

Korruption im deutschen Sport: Multifunktionär Hildebrandt

6. Dezember 2011 von | Keine Kommentare

Bernd-Uwe Hildebrandt war lange Jahre Multifunktionär: Manager des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg, Leiter des Olympiastützpunktes, Vorsitzender des Reitclubs Herrenkrug, beim Landessportbund Sachsen-Anhalt Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des Leistungssports. In all diesen Funktionen hat die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt. Die Vorwürfe: Fördermittelbetrug, Untreue, Bestechlichkeit und Urkundenfälschung. Jetzt soll er auch noch wegen Steuerhinterziehung angeklagt werden. 800.000 Euro Steuerhinterziehung will ihm die Staatsanwaltschaft Magdeburg nachweisen. Angeblich soll es zwei- bis dreimal so viel gewesen sein. Das berichtete ... weiterlesen »

Erste Dokumente im Xella-Skandal: Schadensliste zu Bröselsteinen

2. Dezember 2011 von | 1 Kommentar

Hunderte rufen in der Redaktion an, kommentieren, schreiben. Jetzt veröffentlichen wir eine erste Liste mit Produkthaftpflichtschäden. Auf der Liste sind die betroffenen Straßen in den betroffenen Orten vermerkt. Die Liste kann natürlich nur ein erster, kleiner Anhaltspunkt sein. Eine komplette Zusammenstellung aller Schäden gibt es bislang nicht. Wer Informationen hat, kann sich weiter bei uns melden. Per Mail, in den Kommentaren oder per anonymen Dokument-Upload. Hier also die erste Liste. Zur leichteren Lesbarkeit, drehen Sie die ... weiterlesen »

Interne Schadenslisten belegen: Haniel und Xella kennen die Spur der Steine

1. Dezember 2011 von | 3 Kommentare

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Im Bröselstein-Skandal geraten Haniel und Xella zunehmend unter Druck. Beide Firmen wissen offenbar mehr, als sie glauben machen wollen. Das belegen interne Listen mit Haftpflichtschäden, die der WAZ vorliegen. Sie zeichnen konkrete Lieferwege der Steine nach. Genau darüber aber will Haniel offiziell nichts wissen. Zu Lieferströmen gebe es „keine Informationen“, heißt es. Die Listen sprechen eine andere Sprache. Rund 60 Produkthaftpflichtschäden tauchen darin  auf – nebst Baustoffhändlern, Bauunternehmern und Baustellen. Solche Informationen könnten in ein Risiko-Kataster ... weiterlesen »

Klotz am Bein – Kommentar zu Haniels Erblast

1. Dezember 2011 von | Keine Kommentare

Es gibt sie also doch: Bröselstein-Hinweise, die es laut Haniel offiziell nicht gibt. Warum sollte es sie nicht geben? Weil sie teuer werden können? Ja, sie können sehr teuer werden. Für alle bewiesenen Steinfraß-Schäden muss Haniel zahlen; zumindest bis zum 31.12.2011, dann verjähren Schadensersatzansprüche. Ob damit alle Ansprüche verfallen, darüber entscheiden Gerichte. Eigentumsverletzung und sittenwidrige Schädigung stehen im Raum; Produkthaftungs-, Produktbeobachtungs- und Warnpflichten könnten verletzt worden sein. In dieser Situation ist jeder neu entdeckte Bröselstein ein ... weiterlesen »